17.09.2014 - 02:02 Uhr

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Hochgefühl über Pyrenäen

Ein perfekter Saisonabschluss ist dem Kirchheimer Segelflieger Tilo Holighaus beim letzten Segelflug-Wettbewerb des Jahres in Europa gelungen: Bei der Qualifikation zum World-Grand-Prix-Finale 2015 in Varese wurde er Gesamtsieger und löste das Teilnahme-Ticket.

Rainer Rauch

La Cerdanya. Mit zwei Tagessiegen an sechs Flugtagen erflog sich Tilo Holighaus (Fliegergruppe Wolf Hirth) den klaren Gesamtsieg und die direkte Qualifikation zum World-Grand-Prix-Finale 2015 im italienischen Varese. Die Pyrenäen im französisch-spanischen Grenzgebiet boten noch einmal die spektakuläre Kulisse für schnelle Thermikrennen. Das spanische La Cerdanya war erstmals Austragungsort für die schnellste Form des Wettbewerbs-Segelflugs.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – so lautet auch das Motto für die Grand-Prix-Piloten im Segelflug. Erst im Mai dieses Jahres war der Kirchheimer Segelflieger beim Grand-Prix-Finale 2014 im französischen Sisteron vertreten, jetzt musste er bereits für das Wettbewerbsjahr 2015 planen. Für den routinierten Piloten aus der Teckstadt ein positiver Stress – führt ihn die Grand-Prix-Serie doch immer wieder in neue Regionen, die es kennenzulernen gilt. Die Pyrenäen mit ihren schmalen Tälern und manchmal schwierig einzuschätzenden Windsystemen gelten bei den Segelfliegern eher als Option für Spezialisten. 15 Piloten aus acht europäischen Ländern nahmen teil, doch schnell kristallisierte sich mit dem Trio Holighaus, Amann und Lindenberg (beide Österreich) heraus, dass es die Gäste sein würden, die den Sieg unter sich ausmachen würden. Holighaus stand nach zwei Tagessiegen bereits vor dem letzten Flugtag als Gesamtsieger fest.

Bereits der erste Renntag war so ganz nach dem Geschmack der Aufwindrenner. Lokale Gewitter sorgten für hervorragendes Steigen und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten. Mit 148 km/h absolvierte der Freiburger Kai Lindenberg die Wertungsstrecke über den Gipfeln der Pyrenäen – Holighaus wurde Tagesdritter. Der zweite Tag war bestimmt von mäßiger, kurzlebiger Thermik und dem Anspruch, die richtige Taktik abzuwägen. Erneut wurde der Kirchheimer Dritter, mit nur zwei Minuten Rückstand auf den Schweizer Fridolin Hauser. An Tag drei setzte Holighaus dann den Grundstein für seinen Qualifikations-Triumph, als er auf seine direkten Verfolger einen Vorsprung von beinahe acht Minuten herausflog – das sind Welten in einem Wettbewerb, in dem oft Sekunden entscheiden.

Wie eng es zuweilen zugeht, war am vierten Flugtag zu sehen. Sechs Sekunden fehlten dem Wolf-Hirth-Piloten auf den Tagessieger, dem Breisgauer Lindenberg. Ähnlich knapp die Situation am Folgetag: Mit gerade einmal zwei Sekunden Vorsprung huschte Holighaus vor Werner Amann ins Ziel – damit war der Gesamtsieg vorzeitig sicher. Den abschließenden sechsten Wertungsflug konnte er somit entspannt angehen. Er kam als Vierter ins Ziel.

Während die Wettbewerbssaison auf der Nordhalbkugel abgeschlossen ist, starten jetzt die Qualifikationsmeisterschaften auf der Südhalbkugel. Speziell die australischen Piloten dürften wieder voll motiviert sein. Beim Grand-Prix-Finale über den italienischen Alpen werden sie dann wieder zeigen wollen, dass der Heimvorteil bei dieser Wettbewerbsform kaum zählt.

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