28.07.2011 - 02:15 Uhr

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Puskeilers Discus unschlagbar

Riesige Überraschung in der Rhön: Patrick Puskeiler hat am dritten Wertungstag des Segelflug-Grand Prix-Finales den Sieg ergattert – obwohl der Pilot der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth technisch eigentlich im Nachteil ist. Tilo Holighaus wurde Sechster.

Puskeilers Discus unschlagbar
Puskeilers Discus unschlagbar

Wasserkuppe. Nach einem superschnellen Luftsprint mit 119,14 km/h überflog Patrick Puskeiler am dritten Wertungsflug auf der Wasserkuppe die Ziellinie an der Fuldaquelle. Das Sensationelle: Puskeiler war mit einem Discus 2ax, einem Wolkenrenner der Standardklasse unterwegs, während die Konkurrenz mit etwas leistungsfähigeren 15- Meter-Fliegern unterwegs war.

Einen Hauch später als Puskeiler überflog der 21-jährige Leichtflugzeugbauer Sebastian Nägel mit 118,54 km/h die Ziellinie. Damit übernahm der ASW-27 Pilot mit 15 Punkten wieder die Führung der Gesamtwertung. Der bis dahin führende Giorgio Galetto rutschte unterwegs von der Aufwindstraße und erflog 104,84 km/h. Platz drei sicherte sich der Franzose Nicolas Veron auf ASW-27 mit 118,20 km/h.

Das Luftrennen am gestrigen Tag hatte lange auf der Kippe gestanden. Die Chancen zu fliegen, sah Meteorologe Walter Hermann zu 40:60 Prozent. Regen drückte die Stimmung noch mehr und ein Silberstreif im Osten zog nur zögernd heran. In Gebieten mit Sonneneinstrahlung bildeten sich erste Gewitter. Doch ab 12 Uhr lockerte der Himmel nach und nach auf. Wettbewerbschef Hanno Obermayer ließ um 13.15 Uhr bei ers­ten sichtbaren Thermikansätzen das Feld starten. Mit langen Wasserfahnen steuerten die Thermikprofis die Wasserkuppe gegen 15.18 Uhr an. Zahllose begeisterte Zuschauer hatten das Rennen bereits im Internet verfolgt. Wie in der Formel 1 wurden die Siegerpiloten nach der Landung sofort über ihren Flug befragt. Mehrere Fernsehteams waren vor Ort.

Nach drei Wertungsflügen wird der Grand Prix als gültige Weltmeis­terschaft gewertet. Damit hat die Wasserkuppe nach 1937 nun eine zweite WM zu bieten. Kirchheims zweiter Pilot beim GP-Finale, Tilo Holighaus, landete mit dem Ventus 2ax und 117,95 km/h auf Tagesplatz sechs. Uli Schwenk aus Münsingen erflog nach seinem Sieg am Dienstag gestern auf seiner ASW 27 den achten Tagesplatz.ls

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