30.05.2014 - 02:02 Uhr

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Segelflieger im Wartestand

Pech für die rund 150 Segelflieger beim 48. Hahnweide-Wettbewerb: Zwar hatte die Wetterprognose zuletzt vorsichtig optimistisch gestimmt, doch letztendlich mussten die Teilnehmer ihre Sportgeräte wieder unverrichteter Dinge von der Bahn ziehen. Bis gestern, wo zum vierten Mal in Folge neutralisiert wurde, standen erst zwei Wertungsflüge zu Buche.

Claus M. Zeumer
48. Hahnweide-Segelflugwettbewerb 2014
48. Hahnweide-Segelflugwettbewerb 2014

Kirchheim. „Es war richtig, es zu probieren und richtig, es letztendlich doch nicht zu tun“ resümierte Marc Puskeiler, Sportlicher Leiter des Wettbewerbes, am Mittwoch kurz nach 16 Uhr mit Blick auf das vor ihm unter wolkenverhangenem Himmel stehende Starterfeld. Von Anfang an war klar gewesen, dass sich, wenn überhaupt, nur ein zeitlich wie geografisches kleines „Wetterfenster“ auftun würde, weshalb Puskeiler von vornherein nur drei der fünf Wertungsklassen auf der Start- und Landebahn der Hahnweide hatte aufstellen lassen. Vom allmorgendlichen Briefing auf längeres Warten eingestellt, hatten die Pilotinnen und Piloten der 15 m-Klasse, der 18 m-Klasse und der Offenen Klasse gebannt den Himmel in Richtung Südwesten beobachtet, wohin sie ihre Aufgaben überwiegend führen sollten. Vergebene Mühe. Am Ende blieb es am Himmel über der Hahnweide wolkenverhangen. Einmal mehr musste neutralisiert werden.

Einige Piloten der bereits am frühen Nachmittag neutralisierten Standardklasse ließen sich hiervon den Spaß am Fliegen nicht nehmen und starteten kurzerhand außer Konkurrenz zu Lokalflügen. Zwar konnten sie sich am Himmel halten, die von ihnen über Funk durchgegebenen Steigwerte und Beobachtungen bekräftigten Puskeiler jedoch darin, dass dies nicht die Wetterverhältnisse sind, in denen man knapp 80 Segelflugzeuge auf die Strecke schickt.

Nach vier in Folge neutralisierten Wertungstagen ist der Ausgang in allen fünf Klassen bis zum finalen Flugtag am morgigen Samstag noch völlig offen. Ein enges Rennen zeichnet sich in der Offenen Klasse ab. Weniger als 100 Punkte trennen Holger Karow (Fliegergruppe Wolf Hirth), der mit 1581 Punkten das Feld anführt, von seinen Verfolgern Kilian Walbrou (ACBA Nogaro, Frankreich/1534), Sebastian Eder (Schärdinger Flieger Union, Österreich/1490) und Markus Frank (LSR Aalen/1489), die alle drei bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Polen an den Start gehen werden. Einen Achtungserfolg erzielen konnte Michael Weingart. Der Fluglehrer der Fliegergruppe Wolf Hirth liegt mit seinem Nimbus 2, einem Flugzeugtyp der vor über 30 Jahren seinen Erstflug hatte, auf Platz 18 und konnte somit dank seiner langjährigen Flugerfahrung im Wettbewerbsgebiet so manchen Piloten hinter sich lassen, dessen Fluggerät drei Generationen jünger ist. Ausgeschieden ist mittlerweile der amtierende Weltmeister der Offenen Klasse, Laurent Aboulin. Krankheitsbedingt und wegen mangelnder körperlicher Fitness war der Franzose vom Wettbewerb abgereist, nachdem er in zwei Wertungsflügen nur Letzter beziehungsweise Vorletzter geworden war.

Für heute und morgen hoffen die Teilnehmer nun darauf, den Wettbewerb so zu beenden, wie sie ihn begonnen haben: Mit zwei schönen Flugtagen.

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