07.08.2012 - 02:02 Uhr

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Titel in ungewohnter Klasse

Alter und neuer deutscher Juniorenmeister im Streckensegelflug ist Patrick Puskeiler von der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth. Komplettiert wird der Erfolg durch den zweiten Platz von Vereinskollege Sebastian Nägel und den zwölften Platz von Simon Schmidt-Meinzer. Thomas Kalfas erreichte in der Standardklasse den 21. Platz.

Rainer Rauch
Titel in ungewohnter Klasse
Titel in ungewohnter Klasse

Stölln. Patrick Puskeiler (Jebenhausen) hat damit seinen Meistertitel aus dem Jahr 2010 verteidigt, allerdings nicht in seiner gewohnten Klasse, der Standardklasse, sondern mit einem älteren Flugzeug der Clubklasse. Er löst damit Sebastian Nägel als Titelträger ab, der den Titel in der Clubklasse 2010 in Freudenstadt erflogen hatte.

Regelmäßige Tagesplatzierungen unter den ersten zehn ergaben in der Endabrechnung für die im Team fliegenden Junioren Puskeiler und Nägel einen kleinen Vorsprung vor den Verfolgern aus den bayerischen und den baden-württembergischen Landesverbänden. Generell lief es bei den Pilotinnen und Piloten aus dem Süden sehr gut im hohen Norden. Der Austragungsort war der Flugplatz von Stölln/Rhinow in Brandenburg. Die Standardklasse gewann Florian Siebenwurst aus Bayern.

Einfach waren die Bedingungen während der zweiwöchigen Meisterschaft jedoch nicht. An vier von acht Flugtagen landete das Feld teilweise komplett auf Äckern und Wiesen entlang der geplanten Flugstrecke. Auch die geringen Punktabstände in der Endabrechnung machen deutlich, dass wer Meister werden will, sich auch bei Juniorenmeisterschaften keine Ausrutscher erlauben darf. Platz eins am vierten Wertungstag und Platz 15 am sechsten Wertungstag war denn auch die jeweils beste beziehungsweise schlechteste Tagesplatzierung für Patrick Puskeiler. Die Nase vorne hatte das Kirchheimer Duo Puskeiler/Nägel immer an den punktereichen Tagen. Denn je mehr Kilometer geflogen werden, desto mehr Punkte werden vergeben.

An den acht Wertungstagen wurden die Nachwuchspiloten im Alter zwischen 17 und 25 Jahren auf Strecken von 192 bis 308 Kilometer geschickt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 105 km/h lieferte Patrick Puskeiler am vierten Wertungstag den schnellsten Flug in der Clubklasse ab. Größere Schwankungen in den Tagesplatzierungen hatten die zwei weiteren Junioren der Fliegergruppe Wolf Hirth zu verzeichnen. Simon Schmidt-Meinzer kämpfte zu Beginn mit den sehr schwierigen thermischen Bedingungen im hinteren Drittel des Feldes, konnte sich aber mit jedem weiteren Tag verbessern und landete am sechsten Wertungstag auf Platz zwei der Tageswertung. In der Endabrechnung belegt er Platz zwölf im 39 Starter umfassenden Feld.

Während es für Patrick Puskeiler die letzte Teilnahme an einer Juniorenmeisterschaft war (Altersgrenze 25 Jahre), kann der gelernte Leichtflugzeugbauer Sebastian Nägel in zwei Jahren nochmals antreten. Für Patrick Puskeiler gehen die sportlichen Anforderungen dennoch weiter. Seit 2011 ist er Mitglied der Senioren-Nationalmannschaft und kann im Winter an den Segelflug-Weltmeisterschaften in Argentinien antreten. Neben den sportlichen sind dort aber auch die organisatorischen Anforderungen hoch. So muss der Student für den langen Schiffstransport seines Sportgeräts, einem Discus 2ax, noch Sponsoren finden.

Neben Mario Kiessling wäre Puskeiler dann der zweite Weltmeisterschaftspilot der Fliegergruppe Wolf Hirth.

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