02.06.2014 - 02:02 Uhr

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Zum Schluss eine Weltumrundung

Erleichterung machte sich unter den Piloten beim 48. Kirchheimer Segelflug-Wettbewerb breit, als bei zwölf Scheppmaschinen am Samstag auf der Hahnweide die Motoren starteten – ein Signal, dass nach fünf Schlechtwettertagen wieder geflogen werden kann.

Claus M. Zeumer
Hahnweide Segelflug Wettbewerb 2014
Hahnweide Segelflug Wettbewerb 2014

Kirchheim. Nach den neutralisierten Wertungstagen zeigte sich das Wetter am letzten Arbeitstag des Hahnweidewettbewerbs mit den Piloten versöhnlich und bescherte ihnen einen krönenden Abschluss: Die von Wettbewerbsleiter Marc Puskeiler in Absprache mit dem Wettbewerbsmeteorologen Jupp Dahlem ausgeschriebenen Aufgaben führten alle fünf Wettbewerbsklassen aus – zwischen 420 und 537 km lange Drei- und Vierecke um Stuttgart. Am Ende waren es 54 667 Kilometer, die die Teilnehmer auf ihren Strecken vorgestern zurücklegten. Das entspricht einer Weltumrundung – mit anschließender Fortsetzung bis nach Australien.

In der Offenen Klasse konnte Kilian Walbrou (ACBA Nogaro) die ausgeschriebene Strecke mit einem Schnitt von 130,7 km/h umrunden. Der daraus resultierende zweite Platz im Tagesklassement reichte dem Franzosen, der an allen drei Flugtagen eine konstante Leistung gezeigt hatte, aus, um die Klasse zu gewinnen. Holger Karow (Fliegergruppe Wolf Hirth), der als Spitzenreiter in den Tag gestartet war, wurde mit dem neunten Tagesplatz in der Gesamtwertung auf Platz zwei vor Walbrous Team- und Vereinskollegen Sylvain Gerbaud (ACBA Nogaro) verwiesen.

Eine Aufholjagd brachte das Duo Thomas Schaich und Bernhard Krämer (FSV Nürtingen) in der Doppelsitzerklasse auf die Mitte des Treppchens: Mit einem 14. Platz in den Wettbewerb gestartet, holten sich die Hahnweidepiloten zwei Tagessiege in Folge und verwiesen die Konkurrenz auf die Plätze. Das nächststärkste Hahnweideteam bildeten Stefan Kessler und Peter Kluge (Fliegergruppe Wolf Hirth), denen ein zweiter Platz am Ende zu Platz fünf im Gesamtklassement verhalf. Direkt hinter ihnen reihte sich das Team um Franz Gall (SC Stuttgart) ein. Am zweiten Tag vom ersten auf den zehnten Platz zurückgefallen, kämpfte es sich mit Platz drei am letzten Wertungstag auf den sechsten Gesamtplatz vor.

Für Konstanz an der Spitze des Gesamtklassements der 18 m-Klasse sorgte Bert Schmelzer (AC Keiheuvel). Der Belgier holte sich zwei von drei möglichen Tagessiegen und verwies damit Werner Meuser (LSV Homberg/Ohm), der den Hahnweidewettbewerb als Vorbereitung für die anstehende Weltmeisterschaft in Polen nutzte, auf Platz zwei. Das Treppchen - trotz starker Konkurrenz - knapp verfehlt hat Bernd Weber. Umgerechnet eine Minute Rückstand nach über zehn Stunden gewerteter Flugzeit trennten das Mitglied der Fliegergruppe Neckartal Köngen am Ende von Gesamtplatz drei.

Mit einem Tagessieg am letzten Tag aufs Treppchen fliegen konnte Andreas Lutz (Fliegergruppe Wolf Hirth). Geschlagen geben musste sich der mittlerweile fliegerisch auf der Hahnweide beheimatete Österreicher nur seinem Landsmann Wolfgang Janowitsch (FRA Wiener Neustadt) sowie dem Japaner Makoto Ichikawa, der die Gesamtwertung mit einem Tagessieg am zweiten Tag übernommen hatte und am letzten Wertungstag nicht mehr abgab. Enger Teamflug brachte die beiden Köngener Piloten Thomas Wettemann und Michael Eisele auf Platz vier und fünf der Gesamtwertung, die damit das Ergebnis aus Hahnweidesicht abrunden.

Unverändert blieb das Gesamtklassements-Podium der Standardklasse am letzten Wertungstag. Nach einem Tagessieg vergangenen Sonntag war Helmut Kölle (Fliegergruppe Geislingen) der Gesamtsieg am Samstag nicht mehr zu nehmen. Hinter ihm landete der Nationalmannschaftspilot Jan Omsels (LSC Bad Homburg) auf Platz zwei im Gesamtklassement. Andreas Belz, der seine fliegerische Heimat nur einen Windenstart von der Hahnweide entfernt auf dem Segelfluggelände Dettingen hat, wurde Sechster.

Der Preis für den schnellsten Wettbewerbsflug ging an die beiden Franzosen Kilian Walbrou und Sylvain Gerbaud, die ihre Strecke am Samstag beide mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130,7km/h umrundeten. Freuen können sie sich nun auf einen viertägigen Segelflugurlaub für zwei Personen im Golf du Chateau de Pallanne in Südfrankreich. Schneller war eigentlich der Belgier Pierre de Broqueville (AC Keiheuvel), doch der beschränkte sich als Stifter des Preises auf dessen Übergabe – nicht ohne vorher allen Organisatoren und Helfern für die hervorragende Ausrichtung des Wettbewerbes gedankt zu haben.

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