04.09.2013 - 02:02 Uhr

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Zum Schluss geht die Thermik aus

Schwacher Start, starker Zwischenspurt und ein mäßiges Ende – so stellte sich für die Bundesliga-Piloten von der Teck die Bundesliga-Saison 2013 dar. Letztlich mussten sie sich mit bescheidenen hinteren Mittelfeldplätzen begnügen – sie schnitten schon mal besser ab.

Rainer Rauch
Tilo Holighaus fliegt über StuttgartSegelflug, Segelfliegen
Tilo Holighaus fliegt über StuttgartSegelflug, Segelfliegen

Kirchheim/Dettingen. Platz 20 gab es im Bundesliga-Abschlussklassement für die Fliegergruppe Wolf Hirth mit 123 Punkten aus 19 Wertungs-Wochenenden. Platz 21 für die Dettinger Piloten (122). Souveräner Deutscher Meister wurde der niedersächsische LSV Burgdorf mit 256 Zählern vor dem LSV Schwarzwald (219 ), LSC Bayer Leverkusen (201) und dem besten Baden-Württemberg-Vertreter FSV Sindelfingen (186). Zu einem von sieben Absteigern zählt dagegen die SG Schwäbisch Gmünd. Wieder zurück in der ersten Liga sind die Segelflieger aus Blaubeuren, Mannheim und Schwäbisch Hall, die in der zweiten Bundesliga an der Spitze flogen.

Dass der Klassenerhalt in der ersten Liga keine Selbstläufer ist, wurde am Schicksal der Blaubeurer Segelflieger deutlich. Im Jahr nach dem Titelgewinn 2011 war man offenbar ausgepowert und stieg direkt in die zweite Liga ab. Wie anspruchsvoll die oberste Liga ist, wird an einer Zahl deutlich: in den letzten sieben Jahren waren insgesamt 58 deutsche Vereine in Liga eins gelistet, von denen aber nur neun Vereine dauerhaft im Oberhaus vertreten waren – unter ihnen die Fliegergruppe Wolf Hirth.

Die letzte Bundesliga-Runde erinnerte stark an den Beginn der Saison: Regen und keine Thermik im Süden. Ganz anders die Situation im Norden. An der Grenze zweier Luftmassen bildete sich entlang von Wolkenaufreihungen eine ganze Linie starker Thermikwolken. Eine Situation, die die Hannoveraner Piloten konsequent nutzten. Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 155 km/h waren sie dicht daran, Weltjahresbestleistungen aufzustellen. Durchschnittsgeschwindigkeiten in dieser Höhe werden sonst nur in Wellenaufwinden hoher Gebirge erreicht. Das Team um Coach Michael Moeker hatte mit seiner professionellen Organisation nochmals ganze Arbeit geleistet. Im Dreikampf mit dem LSV Schwarzwald und dem LSC Bayer Leverkusen wurde nichts dem Zufall überlassen. Mit entscheidend für den Burgdorfer Bundesliga-Titelgewinn war die Tatsache, dass man auf einen großen Kreis versierter Bundesliga-Piloten bauen konnte: der Kader besteht aus mehr als 20 Piloten.

Dies ist eine Mannschaftsstärke, von der man speziell in Dettingen nur träumen kann. Umso bemerkenswerter die Rundenergebnisse: insgesamt lagen die Dettinger zweimal auf Platz vier der Rundenwertung. Das Saisonziel Klassenerhalt wurde erreicht, auch wenn es zum Schluss noch einmal ungewollt spannend wurde. Wirklich zufrieden mit dem Abschneiden in diesem Jahr konnte man auch auf Kirchheimer Seite nicht sein. Zwar lag man mit Rundenplatzierungen zwei und fünf zeitweise durchaus gut im Rennen, die Doppelbelastung Bundesliga und zentrale Meisterschaften verhinderten aber mehr. „Ein Platz in den Top Ten sollte für einen Verein wie Wolf Hirth möglich sein“, sagte Hauptmotivator Tilo Holighaus, „leider haben wir immer wieder unnötig Punkte verschenkt“.

Dass die Bundesliga nicht nur eine Sache der alten Hasen sein muss, machten die Junioren der FLG Dettingen deutlich. Fabian Carrle steuerte mit seinen Streckenflügen wertvolle Zähler bei. Fleißigste Punktesam­mler waren wiederum Frieder und Andreas Belz, Guenter Bartel und Günther Jauch. Bei den Kirchheimern ergatterten Tilo Holighaus, Patrick Puskeiler und Albert Kießling die meisten Punkte. Dazu setzte Patrick Puskeiler mit zwei Flügen über 1 000 Kilometer sportliche Ausrufezeichen. Damit stieg er in einen kleinen Zirkel deutscher Top-Piloten auf. Außerdem wurde Andreas Lutz im Juli Europameister in der Doppelsitzer-Klasse und Mario Kießling Zweiter bei den deutschen Meisterschaften in der Standardklasse – die Fliegergruppe Wolf Hirth wird auch 2014 international vertreten sein.

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