Kirchheim. Das Regierungspräsidium Stuttgart kommt einer Forderung der Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und des Dettinger Bürgermeisters Rainer Haußmann nach und lässt die geänderten Pläne für den ICE-Trassenabschnitt Wendlingen-Kirchheim vom 7. November an erneut auslegen.
Demnach sollen die im genannten Neubaustreckenabschnitt zutage geförderten Erdmassen nicht, wie ursprünglich vorgesehen, entlang der Autobahn A 8 auf Gemarkung der Teckstadt zu einem bis zu 18 Meter hohen Lärmschutzwall aufgeschüttet, sondern fast vollständig per Lkw über die Autobahn abtransportiert werden.
Die Bahn rechnet mit insgesamt 3,2 Millionen Kubikmeter Erdaushub, der bei dem rund elf Kilometer langen Streckenabschnitt anfällt. Dabei wird der meiste Dreck aus dem rund 8,2 Kilometer langen Voralbtunnel stammen, der unterirdisch vorangetrieben wird.
Die Erde soll nach dem Konzept der DB ProjektBau GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Deutschen Bahn AG, zunächst zwischengelagert werden, bevor sie in stillgelegten Braunkohletageabbaugruben in Sachsen-Anhalt verschwindet. Doch nicht vollständig. Ein geringer Teil des Aushubs ist für „Seitenablagerungen“ im Abschnitt 2.1c vorgesehen, der sich unmittelbar an die Trasse Wendlingen-Kirchheim anschließt und in Richtung Aichelberg führt. Um die Bevölkerung durch den Baustellenverkehr möglichst wenig zu belasten, plant die DB ProjektBau GmbH eine zusätzliche Autobahnaus- und -auffahrt im Seitenangriff „Salzäcker“ bei Ötlingen. Die Stadt Kirchheim will nun die Bürger über die Änderung der Planfeststellung informieren, weshalb Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker Vertreter der Bahn dazu einlud, in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 14. November, entweder in der Stadthalle oder in der neuen Mensa der Freihof-Realschule – Näheres wird noch bekannt gegeben – die Details der geänderten Planung vorzustellen.
Bereits am heutigen Mittwoch wird sich die Verwaltung der Teckstadt vom für den Streckenabschnitt Wendlingen-Kirchheim zuständigen Projektteamleiter der DB ProjektBau, Peter Wer, auf den neuesten Informationsstand bringen lassen.
Weil durch die Planänderung der vor allem von Ötlingen und Nabern favorisierte Lärmschutzwall wegfällt, denkt Kirchheims Oberbürgermeisterin über einen kleineren Damm nach, auf dessen Scheitel eine Lärmschutzwand, mit einer Photovoltaikanlage versehen, stehen könnte. Dazu müsste die Stadt jedoch die entsprechenden Grundstücke entlang der Autobahn erwerben und mit der Bahn über Erdaushub verhandeln, der für den kleinen Lärmschutzwall benötigt wird.
Dies soll aber nicht vor 2013 und laut Angelika Matt-Heidecker erst dann geschehen, wenn der Kirchheimer Gemeinderat grünes Licht für dieses Konzept erteilt hat.
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