04.02.2012 - 02:02 Uhr

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Beeindruckendes Musikerlebnis

Dass der Neidlinger Musikverein nicht nur Polka auf hohem Niveau spielen kann, bewiesen 40 Musiker bei der Winterunterhaltung in der Reußensteinhalle.

Joachim Kamin, Vorstandsmitglied im Blasmusikverband Esslingen, ehrte im Rahmen der Winterunterhaltung Helmut Kuch, Thomas Kuch

Neidlingen. Die Bestuhlung der Reußensteinhalle reichte nicht aus, um allen Gästen einen Sitzplatz anzubieten. Aus dem benachbarten Sportheim konnte noch schnell das notwendige Mobiliar beschafft werden.

Die Jugendgruppe unter Leitung von Thomas Kuch eröffnete das musikalische Programm mit dem Titel „Make Music“. Danach begrüßte die Vereinsvorsitzende Claudia Baier die Gäste und betonte: „Musik wird nicht gemacht, dass man sie versteht, sondern dass man sie erlebt.“

Mit „Forrest Gump“, der Titelmelodie des mit sechs Oskars ausgezeichneten gleichnamigen Films, setzte die Jugendgruppe ihr Programm fort. Nach dem Stück „Nurock“ gab es so großen Beifall, dass die Gruppe um eine Zugabe nicht herumkam. Gespielt wurde die Melodie „Calypso Kitt“, deren Noten der Jugendleiter im Vereinsarchiv aufgestöbert hatte, wie Thomas Kuch verriet.

Nach einer kurzen Umbaupause kündigte Karl Rittmann den ersten Titel „Im Glanze der Sterne“ von Franz Watz an. Er bat die Gäste, die Augen in Richtung Reußenstein zu richten. Von dort schwebte wahrlich ein Stern quer durch die Halle in Richtung Bühne, wo der Dirigent Frank Zuber seinen Taktstock in Bewegung setzte.

Nach diesem triumphalen Auftakt folgte der Titel „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß (Sohn). Das Musikstück setzt sich zusammen aus Melodien der Operette „Das Spitzentuch der Königin“ und gehört unbestritten zu den bezauberndsten und meistgespielten Werken des Walzerkönigs. Das Tanzpaar Gneiting huschte zu den Melodien im gekonnten Walzerschritt durch die Tischreihen. – In jeder Hinsicht ein Genuss für Augen und Ohren.

Das nächste Stück „Adebars Reisen“ von Markus Götz beschreibt den Flug der als Glücksbringer geltenden Störche nach Süden. Sie versammeln sich zunächst auf dem Kirchturm, von wo aus die gemeinsame Reise nach Afrika startet, bis sie alle bei einem romantischen Sonnenuntergang ihr Ziel erreichen. Das Musikstück wurde mit passenden Bildern auf einer Videoleinwand ergänzt.

Nach diesem Vortrag wurde die Tubistin Carolin Ulmer zum Dirigenten gebeten. Mit ihrer Soloeinlage bei Mozarts „Türkischem Marsch“ zeigte sie, was in ihr steckt. Mit ihrer F-Tuba gab Carolin Ulmer eine berauschende Vorstellung. Der enorme Beifall zwang sie zu einer Zugabe, die sie auf der Bühne liegend bravourös meisterte. – Eine Ausnahmemusikerin in jeder Hinsicht.

Es folgten Ehrungen verdienter Mitglieder. Joachim Kamin, Repräsentant des Blasmusikverbandes Esslingen, begrüßte die Gäste mit einem Goethe-Zitat. Geehrt wurde Thomas Kuch mit der Dirigentennadel in Bronze für zehn Jahre Jugenddirigent beim Musikverein Neidlingen. Für 30 Jahre aktives Musizieren erhielt Andreas Velten die Ehrennadel in Gold. Er ist der amtierende Schriftführer des Musikvereins und als Theaterspieler aktiv. Helmut Kuch erhielt für 50 Jahre Musizieren im Verein die Ehrennadel in Gold mit Diamant. Er bekleidete jahrelang das Amt des Schriftführers und war im Ausschuss des Vereins tätig.

Die Vereinsvorsitzende beglückwünschte Dirigent Frank Zuber zu seiner Programmauswahl. Er sei nicht nur der Dirigent, sondern auch ein Freund der Musiker geworden. Nach den Ehrungen setzte die Blaskapelle das Programm fort mit der Polka „Daheim in Böhmen“ von Freek Mestrini. Nicole Wagner, die durch das Programm führte, gab einen Einblick in den musikalischen Teil, der mit einer Einleitung im Tiefen Blech begann. Anschließend spielte die Kapelle den Titel „Nessun Dorma“ von Giacomo Puccini, eine Opernmelodie, deren Handlung vor 3 000 Jahren im Chinesischen Reich spielte. Bekannt wurde die Melodie auch durch die drei Tenöre bei dem Auftritt anlässlich der Fußball-­Weltmeisterschaft 1990.

Weiter ging es mit dem Solostück „Pink Panther“ von Henry Mancini, eine Filmmelodie von Paulchen Panther. Bianca Schmidbauer zeigte hier eindrucksvoll ihr Talent auf der Klarinette, die von Tontechniker Steffen Mutsch gekonnt verstärkt wurde. Auch bei diesem Stück konnte eine Zugabe nicht ausbleiben.

Mit dem Musikstück „Sir Duke“ von Stevie Wonder folgte ein weiterer Höhepunkt im musikalischen Teil des Programms. Hier glänzte auch Wolfgang Landerer mit seiner Schlagzeugeinlage.

Als offiziell letztes Stück brachte die Kapelle den „Montana Marsch“ von Heinz Herrmannsdörfer zu Gehör. Als Zugabe spielte sie die „Amselpolka“ von Ernst Mosch.

Nach dem Losverkauf erfolgte das mit Spannung erwartete Theaterstück, das unter Regie von Karl Rittmann mit einer neuen Besetzung angekündigt wurde. Es spielten die Geschwister Kuch den Schwank „So a Glomp“ von Regina Reichert. Mit dem humorvollen Stück endete das kurzweilige Programm in der Reußensteinhalle.fh

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