27.09.2016 - 02:02 Uhr

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Polizei fasst Zuhälter

ARCHIV - ILLUSTRATION - Zwei Hells Angels Mitglieder tragen am 16.06.2012 in Reutlingen (Baden-Württemberg) ihre Weste mit Logo der Hells Angels. In Aachen (Nordrhein-Westfalen) will nun der Präsident der Stuttgarter Hells Angels gegen ein zurückliegendes Kuttenverbot der Stadt Aachen klagen. Der Prozess beginnt am 24.08.2016. Foto: Franziska Kraufmann/dpa (zu dpa-Voraus «Rocker gegen Kuttenverbot» am 24.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - ILLUSTRATION - Zwei Hells Angels Mitglieder tragen am 16.06.2012 in Reutlingen (Baden-Württemberg) ihre Weste mit Logo der Hells Angels. In Aachen (Nordrhein-Westfalen) will nun der Präsident der Stuttgarter Hells Angels gegen ein zurückliegendes Kuttenverbot der Stadt Aachen klagen. Der Prozess beginnt am 24.08.2016. Foto: Franziska Kraufmann/dpa (zu dpa-Voraus «Rocker gegen Kuttenverbot» am 24.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bei Rom wurde ein ehemaliges Hells-Angels-Führungsmitglied festgenommen. Der Mann soll Frauen im Kreis Esslingen zur Prostitution gezwungen haben.

Kreis Esslingen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart mitteilte, hatte sich der Beschuldigte Mitte des vergangenen Jahres nach Italien abgesetzt und in einem Haus in der Nähe der Hauptstadt Rom versteckt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erwirkte gegen ihn wegen des Verdachts des Menschenhandels, der Zuhälterei und gefährlicher Körperverletzung einen internationalen Haftbefehl. In intensiver Zusammenarbeit mit einer italienischen Carabinieri-Einheit wurde er bereits im Mai in seinem Versteck in der Nähe Roms aufgespürt und widerstandslos festgenommen. Zwei Frauen, die in einem Appartement in Rom für ihn der Prostitution nachgingen, sollen mit ihrem Verdienst für seinen Lebensunterhalt gesorgt haben. Kurz vor seiner Festnahme gelang einer der Frauen die Flucht zurück nach Deutschland.

Auch in einem Großbordell in Leinfelden-Echterdingen soll der Mann, ein früheres Führungsmitglied der Rockergruppierung Hells Angels aus dem Raum Köln, teilweise unter Anwendung von Gewalt mehrere Frauen zur Prostitution gezwungen haben. Den Dirnenlohn mussten die Frauen vollständig an ihn abgeben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der 37-Jährige nach Deutschland ausgeliefert. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Der Mann ist bereits der elfte Beschuldigte, der im Zuge eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens des LKA wegen des Verdachts des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Zuhälterei und des gewerbsmäßigen Betrugs identifiziert und festgenommen wurde.

Schon Ende 2014 wurden zeitgleich vier Großbordelle und zahlreiche Geschäftsräume sowie Wohnungen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Sachsen sowie in Österreich, Bosnien und Rumänien durchsucht. Dabei wurden fünf Verdächtige festgenommen. Im Oktober 2015 nahmen Spezialeinheiten in den Landkreisen Böblingen und Freudenstadt sowie in Pforzheim drei weitere tatverdächtige Männer und eine Frau fest. Auch ihnen wird schwerer Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung vorgeworfen. Eine weitere Festnahme erfolgte in diesem Zusammenhang im März am Stuttgarter Flughafen. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.olt

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