01.03.2013 - 18:47 Uhr

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Das Ringen geht weiter

Das Ringen um die Fortführung der insolventen Graupner GmbH C0. KG geht weiter. Dies hat am Freitagnachmittag Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery mitgeteilt.

Richard Umstadt
Dunkle Wolken über dem Kirchheimer Modellbauunternehmen.Foto: Jean-Luc Jacques
Dunkle Wolken über dem Kirchheimer Modellbauunternehmen.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Ursprünglich war am Donnerstagabend deadline. Bis dahin sollten alle betriebsbedingt gekündigten Mitarbeiter der Kirchheimer Modellbaufirma das Angebot des Insolvenzverwalters unterschreiben, in die Transfergesellschaft „Refugio“ einzutreten. Sieben Beschäftigte unterzeichneten bis zu dem genannten Zeitpunkt das Angebot nicht.

Wie Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Bilgery vom Stuttgarter Büro Grub Brugger, weiter mitteilte, werden derzeit noch Gespräche mit den sieben Beschäftigten geführt mit dem Ziel, die Betroffenen doch noch zu einer Annahme des Angebots zu bewegen.

Der Investor, der dem Vernehmen aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen nach aus Korea kommen soll, hält sich zur Fortsetzung der Übernahmeverhandlungen bereit. Eine Entscheidung wird voraussichtlich erst am kommenden Montag bekannt gegeben.

Sollten bis Montag die sieben Mitarbeiter nicht unterschrieben haben, so will Dr. Bilgery dem Investor dennoch das Ergebnis zur Entscheidung vorlegen. Ob die koreanische Firma, die bisher schon Geschäftsbeziehungen zu dem schwäbischen Modellbauer unterhielt, den Unternehmenskaufvertrag unterschreiben wird, muss abgewartet werden. Auch der Insolvenzverwalter war sich dessen am Freitag noch nicht sicher: „Wir sind noch nicht überm, Berg“, sagte Dr. Bilgery auf Anfrage unserer Zeitung. Die Übernahmedirektive des Invetors war klar: Von den rund 120 Beschäftigten werden nur 38 ihren Job in der Verwaltung, Entwicklung und im Service behalten. Alle anderen sollen ein halbes Jahr in einer Transfergesellschaft auf einen neuen Arbeitsplatz vorbereitet werden.

Das Sanierungskonzept sieht vor, Graupner zu einem Handelsbetrieb mit starker Entwicklungsabteilung umzustrukturieren.

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9 Kommentare

Ich hoffe das sich die sieben Personen im klaren sind was ein Ende von Graupner für tausende von Kunden für einen Verlust bedeutet. Viele haben gerade auf des neue Sendesystem HOTT umgerüstet und viel Geld investiert. Auch diverse Ersatzteile für Automodell ect. wird es dann nicht mehr geben. Ich persönlich bin seit über 30 Jahren mit Graupner unterwegs Und habe selbst kürzlich inverstiert. Was haben die Leute erreicht wenn wegen Ihnen die Firma verschwindet? Ihr Arbeitsplatz ist dann ......
Ich denke, die Sieben werden ihre guten Gründe haben. Wir wissen doch gar nicht die Hintergründe ihres Zögerns, also wäre es angebracht mit unseren Urteilen vielleicht etwas sparsamer zu sein. Ich habe auch in HoTT inverstiert, MX-16, MC-20, und ne Menge Empfänger... und andere dazu ermutigt sich HoTT zuzulegen. Egal wie es ausgeht, ich wünsche allen Graupnerbeschätigten alles Gute.
Wie selbstherrlich und fehlgeleitet muss man eigentlich sein, dass man sich anmaßt –wegen ein paar hundert Euro, die man ins Hobby gesteckt hat- Leute zu bevormunden, bei denen es vermutlich um die Existenz geht???