28.10.2014 - 02:02 Uhr

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2015 kein Oldtimer-Fliegertreffen

„Das Hahnweide Oldtimer-Fliegertreffen 2015 findet nicht statt.“ So lautet der lapidare Satz, der am Wochenende durchs Netz ging und weltweite Reaktionen hervorrief. Die Organisatoren des „OTT“ ­brauchen eine „Auszeit“.

Irene Strifler
Über 40¿000 Zuschauer zog das Oldtimer-Fliegertreffen im Jahr 2013 auf die Kirchheimer Hahnweide.Foto: Markus Brändli
Über 40¿000 Zuschauer zog das Oldtimer-Fliegertreffen im Jahr 2013 auf die Kirchheimer Hahnweide.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Flugbegeisterte aus aller Welt haben sich längst verabredet für das erste Septemberwochenende im Jahr 2015. Traditionsgemäß wollen sie dort beim alle zwei Jahre steigenden Oldtimer-Fliegertreffen zusammenkommen. Doch daraus wird nichts. Nach 17 Fliegertreffen wollen die Organisatoren durchatmen. Wachsende behördliche Auflagen, steigende Kosten und immer höhere Arbeitsbelastung für die Engagierten werden auf der Internetseite „oldtimer-hahnweide.de“ als Gründe angeführt, dass „unser relativ kleiner Verein die Belastungsgrenze überschritten“ hat. Die Fliegergruppe bittet um Verständnis, beharrt aber auf eine notwendige Auszeit, um sich neu aufstellen zu können.

„Wir brauchen Luft“, kommentiert Siegmund Maier die Lage. Er war lange Zeit Vorsitzender der Fliegergruppe Wolf Hirth und ist einer der Macher des Treffens der ersten Stunde. Die Flugbegeisterung bricht aber auch bei ihm gleich wieder durch: „2016 wird es mit ziemlicher Sicherheit wieder ein Oldtimer-Fliegertreffen stattfinden“, tröstet er sich und alle Fans. Tatsache sei jedoch, dass manches einfach zu groß geworden sei im Laufe der Zeit. 1981, im ersten Jahr, habe man sich einfach zusammengesetzt und ein paar Freunde eingeladen. Nach und nach entwickelte sich ein Riesenapparat, und heute ist das Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide eines der größten und renommiertesten in ganz Europa. „Jetzt sind die Grenzen erreicht“, meint Maier. Ein ganz konkretes Beispiel: Im Jahr 2013 wurde erstmals eine ganztägige Sicherheitsübung im Vorfeld behördlicherseits angeordnet. Das lässt die Kosten enorm steigen, ebenso wie die Tatsache, dass viele Leistungen, angefangen von Bauhoftätigkeiten, heute bezahlt werden müssen.

„Wir müssen als Verein überlegen: Was wollen wir?“ betont Pressewart Rainer Rauch und verweist auf die Grundidee des Fliegertreffens: geselliges Zusammensein der Piloten. Die Anzahl der Teilnehmer muss längst begrenzt werden, doch der Zuschauerstrom nimmt weiter zu. „Das Fliegertreffen ist mittlerweile eine der größten ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen überhaupt“, gibt Rauch zu bedenken. Er weiß wohl um die Enttäuschung unter den Fans nach der Absage für 2015 und wirbt um Verständnis, dass die große Party zunächst ausfällt: „Wir sind ein Verein, und ein Verein ist eben keine Firma. Wir brauchen noch etwas Zeit für den Diskussionsprozess.“

„Manchmal ist innehalten und ruhig überlegen, wie‘s weitergeht, besser als schnelles Handeln“, steht auch Gunther Sill, Vorsitzender der Fliegergruppe Wolf Hirth, hinter dem Plan, erstmal auszusetzen. „Wir haben uns dazu nicht leichtfertig entschieden“, betont er, verweist aber darauf, dass der Verein auch gegenüber der Veranstaltung eine Verpflichtung hat. Ganz klar: Die Masse ist zum Problem geworden. Das OTT soll nach dem Wunsch seiner Initiatoren keine rein kommerzielle, von einem externen Eventmanager ausgerichtete Veranstaltung werden, da ist man sich weitgehend einig. „So etwas entspricht nicht dem familiären Flair der Veranstaltung“, sagt Sill und deutet an, dass sich das Treffen wieder ein Stück weit in Richtung seiner Wurzeln entwickeln könnte: „Von Piloten für Piloten“ hieß in den 80er-Jahren der Grundgedanke.

„Man wird einen Weg finden“, hofft auch Bürgermeister Günter Riemer auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Fliegertreffen, die Kirchheim in entsprechenden Kreisen weltweit bekannt gemacht haben und für volle Betten sorgen. „Alle haben hier mit hoher Professionalität gearbeitet“, lobt Riemer den reibungslosen Ablauf: „Das Oldtimer-Fliegertreffen hat große Bedeutung für Kirchheim.“

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3 Kommentare

Gut so , immer die unendlichen unverständlichen Vorderungen von Stadt , Landkreis und Land. Sollen Sie doch die Feste selbst organisieren.
Endlich ist der Krach zu ende Ende! Die lärmenden alten Kisten sowie den lärmenden und stinkenden Verkehr durch Kirchheim endlich nicht mehr zu haben, sollte eigentlich auch Herrn Bürgermeister Riemer freuen, der ja begeisterter Radfahrer ist. Im Zuge dessen kann die Stadt Kirchheim noch weiter daran arbeiten Lärmverursachende Festivitäten einzudämmen und damit den lärm geplagten Bürgern der Innenstadt Erholung zu bieten. Richtig wäre es die Musiknacht, das Weindorf, das ......
Richtig wäre es die Musiknacht, das Weindorf, das Sommernachtskino, das Kirchheimer Radrennen (durch die Lautsprecher belästigt), den vielen Bars und Diskotheken sowie das Haft und Hocka Fest, das Rollschuhplatz Open Air, das Pupplic Viewing, die Biergärten und außen Bewritschftungen, der Märzen-und Gallusmarkt (u.a. Feuerwerk), den langen Einkaufsnächten (bis nachts um 24:00Uhr muss ein Innenstadtbewohner das alles ertragen und noch das Feuerwerk dazu) sowie verkaufsoffene Sonntage ......