Lokales

AOK und Landkreis für Strukturplanung

Sitzung im Landratsamt – AOK-Geschäftsführer Dieter Kress zeigt sich erleichtert

In der Krankenhausdiskussion sprachen sich die AOK und der Landkreis gestern für eine gemeinsame Strukturplanung aus. Es soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden.

Kreis Esslingen. „Eine trägerübergreifende Bedarfs- und Strukturplanung für den gesamten Landkreis ist notwendig, um zukunftsfähige Krankenhausstrukturen zu erhalten. Eine Entscheidung, wie im Szenario 4+ beschrieben, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Dies erklärten Landrat Heinz Eininger und AOK-Geschäftsführer Dieter Kress gestern nach einer Sitzung im Landratsamt. Der AOK-Geschäftsführer zeigte sich erleichtert, dass offenbar aufgrund seines Vorstoßes Landkreis und Stadt Esslingen den Schritt gehen wollen, ein trägerübergreifendes Gesamtkonzept zu erarbeiten.

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In dem Meinungsaustausch, an dem neben Eininger und Kress der Klinikchef Franz Winkler und die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen teilnahmen, herrschte Konsens darin, dass die Kreiskliniken ihr Ziel, mittelfristig ein ausgeglichenes Wirtschaftsergebnis zu erreichen, schnell und konsequent weiter verfolgen müssen. „Das verbaut uns nicht die Zusammenarbeit mit den anderen Krankenhäusern im Landkreis – ganz im Gegenteil. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, hielt Eininger fest. Für Kress ist klar: „Doppelstrukturen müssen abgebaut und sinnvolle Spezialisierungen ausgebaut werden. Voraussetzung ist, dass die Träger sich enger miteinander abstimmen.“

Landrat Eininger hatte im Gespräch zugesagt, zusammen mit der Strukturentscheidung über das Klinikum Kirchheim-Nürtingen-Plochingen, dem Kreistag den Vorschlag zu unterbreiten, gemeinsam mit der Stadt Esslingen, dem Sozialministerium und der AOK zeitnah Gespräche aufzunehmen. Ziel soll es sein, eine gemeinsame Basis für den Ausbau der Zusammenarbeit und die Erstellung eines Gesamtkonzeptes der Krankenhausversorgung für den ganzen Landkreis zu finden.

„Wir können aber die Entscheidung über die Zukunft der Leistungsstrukturen unserer Kreiskliniken nicht auf die lange Bank schieben“, sagte Eininger. „Das ist unzumutbar für die Mitarbeiterschaft und für die Patienten.“

Esslingens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger hatte sich in einem Schreiben an AOK-Geschäftsführer Dieter Kress gewandt. „Wir würden es begrüßen, wenn sie darauf hinwirken könnten, dass die Kreiskliniken ihre internen Strukturen wirtschaftlicher gestalten, um so zu einer Basis zu Kooperation und Zusammenarbeit zu gelangen“, schrieb Zieger. Eine Kooperation oder gar ein Zusammenschluss setze jedoch voraus, dass beide Partner davon profitieren. pm