Lokales

Das Central bleibtDas meinen die Fans

Die letzte Klappe fällt in der Dreikönigsstraße 15 wohl noch lange nicht

Totgesagte leben länger: Im März sollten die Lichter im Kirchheimer Kino Central für immer ausgehen. Doch jetzt steht fest, dass die letzte Klappe in der Dreikönigstraße noch lange nicht fällt. Die neuen Hausbesitzer und die Kinobetreiber haben sich geeinigt: Die nächsten Jahre bleiben Frechs weiter Mieter des Kinos.

Seit der Eröffnung im Jahr 1955 ist das Central aus der Kirchheimer Innenstadt nicht mehr wegzudenken.Foto: Jean-Luc Jacques
Seit der Eröffnung im Jahr 1955 ist das Central aus der Kirchheimer Innenstadt nicht mehr wegzudenken.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. „Film ab“ heißt es auch heute wieder im Kirchheimer Central. Und das sogar schon am hellen Vormittag! Neben dem „normalen Programm“, das heute um 20.15 Uhr den opulenten Streifen „Medicus“ nach dem Bestseller von Noah Gordon präsentiert, stehen schon in der Früh Schulvorstellungen an. Der Dokumentarfilm „Auf dem Weg zur Schule“ wird hier gleich für mehrere Klassen ausgestrahlt. Es geht darum, welche Schwierigkeiten Mädchen und Jungen in anderen Kontinenten auf sich nehmen, um die Schule besuchen zu können. Ein Kirchheimer Gymnasium hat dafür den ganzen Saal angemietet, andere Schulen folgen.

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„Schulvorstellungen veranstalten wir regelmäßig auf Anfrage“, erzählt Ulrike Frech von der gleichnamigen Kirchheimer Kino-Dynastie und ergänzt: „Das wäre einfach sehr schade gewesen, wenn das nicht mehr möglich wäre.“ Zwar betreibt Familie Frech auch noch das Tyroler am Postplatz, doch dort kommt kaum mehr als eine einzige Schulklasse unter. Nicht umsonst wird dieses Kino von vielen „Wohnzimmer“ genannt: Gerade mal 56 Cineasten finden im Tyroler Platz. Im Central dagegen sind immerhin 138 Kinostühle untergebracht. Aus diesem Grund ist auch der Betrieb des Tyrolers letztlich nur in Kombination mit dem Central sinnvoll.

Seitens der neuen Hausbesitzer in der Dreikönigstraße wurde nun mitgeteilt, dass man sich mit Familie Frech auf eine Fortführung des Mietverhältnisses einigen konnte. Eine Schließung des Kinos habe eigentlich nie zur Debatte gestanden. „Wir sind sehr froh darüber, dass nun alles zu einem guten Abschluss gekommen ist“, zeigt sich Ulrike Frech erleichtert. Für die engagierten Kinobetreiber bedeutet die Fortführung des Vertrags um einige Jahre zunächst einmal Zeitgewinn. Wie Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer bestätigt, gab es schon erste Gespräche, ob auch im Tyroler ein zweiter Kinosaal eingebaut werden könnte. Für die Betreiber wäre es natürlich durchaus sinnvoll, die Standorte unter einem Dach zu bündeln. Der Vorteil: Das Gebäude am Postplatz ist ohnehin im Familienbesitz.

Kaum ein Platz in Kirchheim ist derzeit so im Umbruch wie der Postplatz: Auf dem Postareal entstehen Wohnungen. Die Fußgängerzone reicht mittlerweile durch die untere Max-Eyth-Straße bis zum Platz. Der Platz selbst soll neu gestaltet werden. Auch für das Gebäude, das an der „Löwenbrücke“ weit über die Lauter ragt, gibt es schon eine Reihe von Ideen. Wie Günter Riemer andeutet, bietet sich an der Brücke eine Terrasse an, von der aus die Lauter erlebbar wird. Vielerorts sind die Ufer des Flüsschens schon renaturiert, bis zum Jahr 2020 soll sich auch hier etwas tun.

Langfristig soll Kirchheim bekanntlich einmal ein größeres Kino auf dem ehemaligen Ficker-Areal erhalten. Bürgermeister Günter Riemer bestätigte, dass sowohl für die Stadt als auch für Kinobetreiber Heinz Lochmann, der beispielsweise die „Traumpaläste“ in Esslingen und Nürtingen unter seinen Fittichen hat, diese Planung noch aktuell ist. Allerdings dürfte auch da zeitlich noch sehr viel Luft drin sein, denn die Verkaufsverhandlungen mit möglichen Investoren ziehen sich hin.

Einstweilen dürften die Kirchheimer und speziell die Kinofreunde hochzufrieden darüber sein, dass im Central im März nicht die Lichter ausgehen. So gab‘s auf der Facebook-Seite des Teckboten zahlreiche bedauernde Kommentare zur befürchteten Kino-Schließung. „Einfach nur schade“ oder auch „gefällt mir gar nicht“ hieß es da, von „ganz besonderem Charme“ in beiden Kinos war die Rede und von einem drohenden herben Verlust für das kulturelle Angebot der Stadt.