Lokales

„Erfolg Dettingens ist im Hinterkopf“

Dettingen will mehr Geld aus Landessanierungsprogramm – Besuch des Staatssekretärs Rust

2,15 Millionen Euro hat die Gemeinde Dettingen seit 2003 aus dem Landessanierungsprogramm erhalten. Nun beantragt sie eine erneute Aufstockung in Höhe von 390 000 Euro. Ingo Rust, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden Württemberg, war am Mittwoch zu Gast in Dettingen. Er informierte sich über das bereits Geleistete und die weiteren Vorhaben.

Bürgermeister Rainer Haußmann (rechts) geleitete seine Besucher, Staatssekretär Ingo Rust (Mitte) und den Grünen-Landtagsabgeord
Bürgermeister Rainer Haußmann (rechts) geleitete seine Besucher, Staatssekretär Ingo Rust (Mitte) und den Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz, über den 1999 und 2000 komplett neu gestalteten Dettinger Rathausplatz zur Hinteren Straße.Foto: Jean-Luc Jacques

Heike Allmendinger

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Dettingen. „Dieses Haus stammt aus dem Jahr 1961 – und ist architektonisch vom Feinsten“, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann, als er den SPD-Politiker Ingo Rust im Rathaus willkommen hieß und ihm dort auch den im Jahr 2008 modernisierten Sitzungssaal präsentierte. Dieser war zum Teil mit Geld aus dem Landessanierungsprogramm umgebaut worden. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren ebenfalls mit Landesmitteln unter anderem die Gartenstraße und der Burghof ausgebaut, der Wasserspielplatz Lautergarten angelegt und der Jugendkeller im Alten Gemeindehaus eingerichtet.

Aktuell ist die Schlossberggemeinde dabei, die Kindertagesstätte Regenbogen zu sanieren, informierte der Bürgermeister den Besucher aus Stuttgart. Außerdem plane sie, die Kita Starennest in den Unteren Wiesen neu zu bauen und das Rathaus barrierefrei zu gestalten. Auf der Agenda stehe darüber hinaus, eine Innenentwicklung für das Gewerbegebiet zu erarbeiten.

Das alles kostet Geld, vor allem mit den Investitionen in die Kindergärten in Höhe von insgesamt sieben Millionen Euro hat Dettingen einiges vor – das sah auch Ingo Rust so, der auf Einladung des Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz nach Dettingen kam. Die Schlossberggemeinde habe in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um sich in den Bereichen der Ortsentwicklung und der Kinderbetreuung optimal auf die Herausforderungen der Zukunft und des demografischen Wandels einzustellen, lobte Schwarz. Dies sei für eine Gemeinde in der Größenordnung Dettingens keineswegs selbstverständlich. Mit seiner Einladung nach Dettingen wollte Schwarz seinem Kollegen Ingo Rust zeigen, „was mit Landesgeld alles erreicht werden kann“. Außerdem ging es um einen neuen Aufstockungsantrag der Gemeinde Dettingen, die bereits Anfang des Jahres eine Zusage über Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm in Höhe von 800 000 Euro erhalten hatte. Nun würde sie sich über weiteres Geld freuen: Sie beantragte 390 000 Euro, die sie vor allem für ihre Investitionen in die Kindergärten benötigt.

„Sie werden verstehen, dass ich jetzt noch keine Aussage zu dem Aufstockungsantrag machen kann“, sagte der Staatssekretär. „Unsere Mittel sind knapp. Die Mittel, die wir haben, müssen wir effizient einsetzen“, gab er zu bedenken. Insgesamt war er aber „begeistert“ von den Entwicklungen in Dettingen. „Der Erfolg Dettingens ist bei uns im Hinterkopf“, lobte Rust. „Was Sie bisher getan haben, ist vorbildlich und findet auf jeden Fall Berücksichtigung bei der Bearbeitung der Anträge“, richtete sich der SPD-Mann an den Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung.

Dem Staatssekretär gefiel vor allem die von Bürgermeister Haußmann vorgestellte gelebte Bürgerbeteiligung in Dettingen und das Entwicklungskonzept der Gemeinde. Eine Kommune sollte ein Konzept haben, um einen Antrag stellen zu können, betonte Rust. „Und der Antrag muss in das Konzept passen.“

Die Gemeinde Dettingen hebe sich von der Masse ab, weil sie „früher und konsequenter“ vorgegangen sei als andere Kommunen, verdeutlichte Haußmann. Schon 1998 habe Dettingen auf der Basis einer Bürgerbefragung eine Gemeindeentwicklungsplanung erstellt. 1999 folgte ein städtebaulicher Rahmenplan. Andere Kommunen würden erst jetzt ein solches Entwicklungskonzept in die Wege leiten, sagte Rust. Was Dettingen bereits geleistet habe, „würde ich für deutlich größere Kommunen als Standard empfinden“, fügte er hinzu. „Darauf können Sie stolz sein.“

Beim Thema Bürgerbeteiligung verwies der Rathauschef auch auf unterschiedliche Bürgerbesichtigungsfahrten und die im vergangenen Jahr durchgeführte Befragung der Bürger zum Thema „Leben in Dettingen“, die in einer Broschüre über die Angebote im Ort münden solle. Auch beim Ausbau der Gartenstraße habe man die Anwohner mit ins Boot geholt. Ohne Konflikte habe man den Ausbau der Straße geplant und realisiert, erinnerte sich Haußmann.

Die Betreuungsquote für unter Dreijährige liege in Dettingen bereits bei 50 Prozent, gab Haußmann dem Staatssekretär weitere Infos über Dettingen mit auf den Weg. Auch beim Thema Klimaschutz sei die Kommune vorbildlich: Der CO²-Ausstoß sei bei den öffentlichen Einrichtungen seit 2001 um etwa 50 Prozent gesenkt worden.

„Dettingen ist fit – aber wir wollen noch fitter werden“, zog Haußmann ein Fazit. „Es gibt noch viel zu tun“, verdeutlichte er und nannte das Beispiel Ortsdurchfahrt. Mit Blick auf die Unterteilung Dettingens in den Ort an sich und den Guckenrain sagte der Bürgermeister: „Unsere größte Herausforderung ist, kompakter zu werden.“

Ganz kurz geleitete Haußmann Andreas Schwarz und den SPD-Politiker anschließend noch zur Hinteren Straße, von wo aus die Kita Regenbogen begutachtet wurde – dann entschwand Ingo Rust auch schon wieder zum nächsten Termin . . .