Lokales

Kliniken-Ehe möglich?

Stadt Esslingen und Landkreis verhandeln

Um über eine gemeinsame Zukunft der Kliniken im Landkreis zu sprechen, werden sich am Montag Vertreter der Stadt Esslingen und des Landkreises gemeinsam an einen Tisch setzen.

Kreis Esslingen. Ist es denn möglich, dass die Kreiskliniken doch noch eine Ehe mit dem Städtischen Klinikum Esslingen eingehen? Nachdem der Kreistag in seiner Sitzung Ende März grünes Licht für Verhandlungen über eine gemeinsame Kliniken-Gesellschaft im Landkreis Esslingen gab und sowohl Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger als auch der Gemeinderat der ehemaligen freien Reichsstadt Gesprächsbereitschaft signalisierten, werden sich beide Seiten am Montagabend erstmals zusammensetzen. Um einen Tisch sitzen werden Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger, Finanzbürgermeister Bertram Schiebel, der Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Bernd Sieber, die vier Fraktionsvorsitzenden der vier Esslinger Gemeinderatsfraktionen, Landrat Heinz Eininger, Kreiskämmerin Monika Dostal, die stellvertretende Geschäftsführerin der Kreiskliniken Elvira Benz sowie die fünf im Aufsichtsrat sitzenden Vertreter des Kreistags.

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Über etwaige Ergebnisse wollte sich Roland Karpentier, Pressereferent der Stadt Esslingen, nicht äußern. Nur so viel: „Es ist wichtig, ein gemeinsames Interesse zu definieren. Wir freuen uns über ergebnisoffene Gespräche.“

Eins ist klar: Die Standpunkte könnten gegensätzlicher nicht sein. Landrat Heinz Eininger will, dass sich die Esslinger grundsätzlich für eine gemeinsame Kliniken-Gesellschaft aussprechen und Oberbürgermeister Jürgen Zieger plus Gemeinderat beharren darauf, als Geschäftsgrundlage für eventuelle Fusionsverhandlungen erst einmal ein gemeinsam mit dem Landkreis finanziertes Kliniken-Gutachten in Auftrag zu geben.

Ob sich diese Positionen aufweichen lassen, und sich die Gesprächspartner gleich beim ersten Treffen darauf verständigen können, gemeinsame Ziele zu formulieren und das weitere Vorgehen abzustimmen, muss abgewartet werden. Jedenfalls wird es Zeit erfordern. Und auch darüber wird gesprochen werden müssen. Denn der Kreistag setzte seine Entscheidung, die Klinik Plochingen im Rahmen der Variante 4plus zu schließen, erst einmal aus. Sollten die Gespräche mit den Esslingern jedoch scheitern, wird sich das Kreisparlament wieder auf die Empfehlung des Aufsichtsrats der Kreiskliniken aus medizinischen und wirtschaftlichen Gründen besinnen und sich mit dem Szenario 4plus auseinandersetzen. Gewonnen wäre dadurch nichts.