Lokales

Lebendig Abschied nehmen

Veranstaltungswochen zum Thema Todesgedenken und Trauerkultur

Ab Donnerstag, 23. Oktober, finden im Kreis Esslingen Veranstaltungswochen zum Thema Todesgedenken und Trauerkultur statt.

Kreis Esslingen. In unseren Zeiten der Beschleunigung und Optimierung steht es um eine lebendige Trauerkultur nicht gerade gut. Zugleich treten seit einiger Zeit eine Vielzahl von Ideen und Initiativen hervor, die den Abschied, das Sterben, den Tod und die Trauer auf neue Weise würdigen. Daran knüpft die Veranstaltungsreihe „Stille Tage – lebendig Abschied nehmen“ an, die vom 23. Oktober bis zum 23. November stattfindet.

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Eröffnet wird die Reihe mit der Vernissage zu der Ausstellung „Das Leben eben und der Tod“ von Monika Majer am 23. Oktober um 19 Uhr in Holzmaden. Den Schlusspunkt macht am 23. November um 11 Uhr im Nürtinger Bestattungshaus Riempp die musikalisch-poetische Matinee zum Totensonntag „endlich leben!“. Als rituellen Abschluss gibt es am selben Tag noch einen Fackellauf mit Lebensfeuer am Breitenstein bei Bissingen.

Dazwischen bieten Lesungen, Konzerte, Vorträge, Friedhofsführungen, Workshops und Ausstellungen vielfältige Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern. Ab 27. Oktober findet der Workshop „lebendig erinnern, lebendig sein“ für trauernde Menschen mit der Kunsttherapeutin Monika Majer in Holzmaden statt. Ebenso an Trauernde richtet sich der Workshop „Lebens-Stele“ am 15. November an der Volkshochschule Kirchheim. Am 8. November öffnet der Steinmetz- und Bildhauermeister Jochen Herzog Atelier und Werkstatt in Ötlingen für Einblicke in die Entstehung und Fertigung persönlicher Grabmale. Malerisches, Musikalisches und Literarisches fließen ineinander am 8. November im Gemeindehaus Sankt Lukas in Jesingen bei der Finissage zu der Ausstellung „Kreuz“: Die brasilianische Sängerin Luze Machado singt Lieder zu den Bildern von Jörg Seemann. Während einer klanglich-malerischen Improvisation „Augen-Blicke des Lauschens“ am 13. November in Holzmaden entstehen gemeinsame Werke mit der Sängerin Lena Sutor-Wernich und der Künstlerin Monika Majer.

Um „Trauerrituale mit Kindern“ geht es bei einer Veranstaltung des Kinder- und Jugendhospizes Kirchheim am 6. November. Trauerprozesse überhaupt stehen im Blickpunkt bei einer Gesprächsrunde mit der Trauerbegleiterin Iris Sailer am 14. November in Holzmaden und bei der Lesung „Alles ist anders – Wege durch die Trauer“ mit der Autorin Angelika Nill. Letztere findet am 5. November in Kirchheim statt.

Das buddhistische Motto „Wenn wir gut zu sterben wünschen, müssen wir lernen, gut zu leben“ erläutert Jutta Kaltenegger am 31. Oktober in Kirchheim. Am darauffolgenden Tag schließt sich ein Workshop zum Thema an. Darüber hinaus gibt es weitere Stille-Tage-Workshops, die künstlerisch und philosophisch ausgerichtet sind.

Im Kino Frech wird der Film „Und morgen Mittag bin ich tot“ mit Möglichkeit zum anschließenden Gespräch zu sehen sein. Guten Zuspruch erfahren bei den „Stillen Tagen“, die 2014 bereits zum dritten Mal stattfinden, immer die Friedhofsführungen: In diesem Jahr geht es am 2. November nach Stuttgart zum Hoppenlau- und Pragfriedhof; am 12. November wird dann der Alte Friedhof in Kirchheim besucht.

Während der gesamten Dauer der „Stillen Tage“ gibt es einen Büchertisch mit ausgewählter Literatur zum Thema in der Buchhandlung Schöllkopf in Kirchheim. Das Gesamtprogramm findet man auf www.stilletage.jimdo.com oder telefonisch unter 0 70 21/8 02 77.pm