Lokales

Missglückte Kommunikation

Kommunikation ist mitunter eine schwierige Angelegenheit – was Paul Watzlawick in seinem Bestseller „Anleitung zum Unglücklichsein“ anhand etlicher Beispiele anschaulich beschreibt. Unglücklich verlaufen ist wohl auch die Kommunikation zwischen der Kirchheimer Stadtverwaltung einerseits und dem Ehepaar Winkler andererseits. Auf allen Ebenen, die zur Kommunikation gehören, gab es wohl jeweils ein unterschiedliches Verständnis bei den Sendern wie bei den Empfängern.

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Das ist bei jeder Art von Kommunikation bedauerlich. Aber in diesem Fall ist es umso bedauerlicher, weil es eine breite öffentliche Wirkung hat und weil dabei leicht falsche Eindrücke entstehen können. Ein falscher Zungenschlag ist da eben auch das Wort „Vergnügungsfahrt“. Den engagierten Organisatoren der Bürgerbusfahrten muss das zwangsläufig wie eine völlige Abwertung ihrer ehrenamtlichen Arbeit in den Ohren klingen, ob es nun so gemeint ist oder nicht. Wie schnell ist gutes Porzellan zerschlagen, und wie schlecht lässt es sich hinterher wieder kitten!

Das gilt natürlich für beide Seiten. Auch die Vertreter der Stadtverwaltung mögen manche Vorwürfe auf der emotionalen Ebene verstanden haben, die entweder sachlich gemeint waren oder ein dringender Appell zum Handeln sein sollten.

Noch mehr gibt es bei dieser misslungenen Kommunikation zu bedauern, wenn man sich vor Augen hält, dass es eigentlich nur um Nuancen zu gehen scheint und dass beide Seiten im Grunde genommen dasselbe wollen: die Beziehungen zwischen Bürgern aus Kirchheim und aus Rambouillet vertiefen und erweitern.

Nun aber können zwei äußerst engagierte Menschen ausgerechnet die 50-Jahr-Feier der großen deutsch-französischen Freundschaft in der Partnerstadt nicht miterleben, weil ihnen – wenn auch noch so ungewollt – das Gefühl vermittelt wurde, dass ihre Arbeit nicht richtig geschätzt wird. Das kann nicht im Sinne der langjährigen Partnerschaft zwischen Kirchheim und Rambouillet sein.

Vorläufig lässt sich nicht viel mehr tun als abwarten, bis sich die Gemüter auf beiden Seiten beruhigen. Dann könnte es wieder zu einer Annäherung kommen – vielleicht durch ein Gespräch, das eine neutrale Person moderiert. Und wenn am Ende gemeinsam in der Fußgängerzone Crêpes verkauft werden sollten, dann sitzen hoffentlich auch die engagierten Ehrenamtlichen nächstes Mal wieder mit im Bus.ANDREAS VOLZ