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Nächste RundeKommentar

Am Kirchheimer Alleenring geht‘s fast immer rund: Frisch Verheiratete drehen regelmäßig hupend ihre Runden, Fußballfans leben derzeit zu später Stunde ihre Begeisterung Runde um Runde aus. Doch nicht nur die Fans drehen sich mitunter im Kreis, das gilt auch für verkehrstechnische Neuplanungen. Dahinter steckt die Bedeutung der Straße: Der Alleenring ist nun mal die Hauptschlagader der Innenstadt. Bei Operationen am offenen Herzen darf nichts schiefgehen. Deshalb ist es verständlich, wenn die Räte zaudern und sich die Entscheidung nicht leicht machen.

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Doch Herzchirurgen brauchen auch Mut. Sicher ist: Mit minimalinvasiven Eingriffen ist es im Ring rund um die Altstadt nicht getan: Rein technisch ist es zwar möglich, Tempo 30 ohne Umbau einzuführen, wie Stadtplaner Pohl auf Nachfrage von Stadtrat Andreas Banzhaf von den Freien Wählern bestätigte. Doch dies wäre halbherzig. Wer nur ein paar Schilder aufstellt, der beraubt sich der Chancen, die charmante Innenstadt weiterzuentwickeln.

Hinter den Bedenken steckt die große Angst, Gäste zu vergraulen – eine durch und durch ernst zu nehmende Befürchtung, die sich aber bei anderen verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Innenstadt bislang zum Glück nie erfüllt hat, siehe untere Max-Eyth-Straße. Es spricht Bände, dass sich bei City Ring und BDS die Kritik am geplanten Umbau des Alleenrings in Grenzen hält und eher die Chancen gesehen werden. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Planung eine Forderung der Händler aufgreift: Sie erhöht die Zahl der oberirdischen Parkplätze in der Innenstadt.

Die Verwaltung tut nun zweifellos gut daran, die bevorstehende OP am Alleenring sehr gründlich zu planen, damit sich die zwiegespaltenen Räte im zweiten Anlauf von den Erfolgsaussichten mitreißen lassen. Die langfristigen Chancen, die sich für die Kirchheimer Innenstadt bieten, sind durch und durch verlockend.

Bleibt also zu hoffen, dass sich die Planungen nach der nächsten Diskussionsrunde nicht weiter im Kreis drehen. – Und dass es am Montag wieder Anlass gibt für Jubelrunden auf dem Ring!IRENE STRIFLER