Lokales

Neckartalradweg soll ins Rampenlicht

Radtourismus spielt zunehmend bedeutende Rolle – Gemeinsame Vermarktung geplant

In ihrem Jahresbericht im Kreistagsausschusses für Technik und Umwelt stellte Tanja Gems, Tourismusförderin des Landkreises Esslingen, einen erneuten Aufschwung für die Region fest. Wichtig sei es, weiterhin differenzierte Angebote für die unterschiedlichen touristischen Räume zu machen.

Kreis Esslingen. Einen Zuwachs verzeichnet der Tourismus im Berichtszeitraum 2012 vor allem bei den Übernachtungen, die Zahl stieg um sechs Prozent auf rund 1,221 Millionen. Die Ankunftszahl ist mit knapp 633 000 nahezu unverändert. Auch die beiden Hauptziele, die teils im Kreis liegen, verzeichneten Zuwächse, die auf der Schwäbischen Alb bei 3,3 Prozent und für die Region Stuttgart bei 7,5 Prozent liegen.

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Weil Tourismus aber auch stark von der Witterung abhängig ist, werden diese Zahlen in diesem Jahr wohl nicht mehr erreicht. Der kalte Frühling machte den Beherbergungsbetrieben einen Strich durch die Rechnung. Zwischen Januar und Mai wurden im Kreis Esslingen 494 672 Übernachtungen gemeldet, was einen Rückgang um 1,2 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum bedeutet. Für Baden-Württemberg betragen die Einbußen sogar zwei Prozent.

Tanja Gems weist darauf hin, dass die touristischen Prägungen einzelner Räume des Landkreises berücksichtigt werden müssten. So gebe es mehrere prädikatisierte Landschaftsräume wie zum Beispiel das von der Unesco anerkannte Biosphärengebiet Schwäbische Alb, in dem der Landkreis mit dem Albvorland und dem Albtrauf vertreten ist, den Unesco-Geopark Schwäbische Alb und die Naherholungsräume Neckartal, Schurwald, Schönbuch und Filder.

Eine Vermarktung als einheitlicher geografischer Raum mache daher wenig Sinn. Vielmehr konzentriere man sich auf themenspezifische Angebote. Eine zunehmend bedeutende Rolle spiele dabei der Radtourismus. So gilt der Neckartalradweg als eine der beliebtesten Routen in Baden-Württemberg. Bedauert wird jedoch, dass es bis jetzt weder kostenloses Werbe- und Kartenmaterial noch eine offizielle Internetseite gibt. Dabei habe eine im vergangenen Jahr vonseiten des Landkreises Esslingen initiierte Umfrage bei den entsprechenden Landkreisen den Bedarf an einem einheitlichen Vermarktungskonzept ergeben.

In dieser Richtung soll sich nun etwas tun, kündigte Tanja Gems an. Nach langen Vorarbeiten werde im Herbst dieses Jahres gemeinsam mit der Tourismus Marketing Baden-Württemberg (TMBW) und der Mehrzahl der Neckaranrainer-Landkreise ein solches Konzept auf den Weg gebracht. Dafür soll beim ADFC Stuttgart eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, es soll Werbemittel und eine Homepage sowie eine ADFC-Sterne-Zertifizierung geben. Gemessen am Kilometeranteil belaufen sich die Kosten für den Landkreis auf 9 200 Euro. Auch eine Beteiligung der Kommunen ist vorgesehen. Gerechnet wird künftig mit geringeren Beträgen, sobald Basiskosten, zum Beispiel für die Einrichtung der Homepage oder für die Neukonzeption einer Radkarte, bezahlt sind.

Neu ist seit diesem Jahr der Radweg Württemberger Weinstraße, angestoßen vom Württemberger Weininstitut und der TMBW als Teil des Projekts „Weinsüden“. Auf der Hauptroute gibt es zum Beispiel themenspezifische Museen und Erlebnisführer, erfasst sind Winzer und Weingenossenschaften ebenso wie gastronomische Betriebe und Besenwirtschaften am Wegesrand. In Nürtingen treffen sich sowohl der Neckartalradweg wie auch der Radweg Württemberg Weinstraße.

Darüber hinaus wies Gems auf verschiedene Messeauftritte der Tourismusförderung bei der CMT und auf die Präsentation des Landkreises beim SAV-Landesfest in Plochingen, beim Geopark-Fest im Naturschutzzentrum Schopfloch und bei der Messe „Wernau erleben“ hin. Auch umfangreiche Gremienarbeit, wie zum Beispiel im Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“, gehört zu ihrem Aufgabengebiet.