Lokales

Ringen um Lärmminderung

Leitungsarbeiten werden zu Verkehrsbehinderungen auf der B 465 in Unterlenningen führen

Mit ordentlichen Verkehrsbehinderung ist in diesem Jahr auf der B 465 zu rechnen, denn in Unterlenningen müssen Leitungen ausgetauscht werden. Dies ist die Chance, den ersten Abschnitt der Bundesstraße mit einem Flüsterbelag auszustatten.

Vom Lindenhof bis zum Feuerwehrgerätehaus in Unterlenningen verläuft wegen Sanierungsarbeiten der Verkehr einspurig. Foto: Jean-
Vom Lindenhof bis zum Feuerwehrgerätehaus in Unterlenningen verläuft wegen Sanierungsarbeiten der Verkehr einspurig. Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Von wegen viele Köche verderben den Brei: Die Anregungen vonseiten der Lenninger Gemeinderäte zur Verbesserung des Ausbaus der B 465 werden vom Planer aufgenommen und geprüft. Mehrere Räte hatten kritisch hinterfragt, warum 17 Wasserleitungsschieber auf der Bundesstraße verlegt werden und nicht auf dem Gehweg. „Sind die Schächte für den Schwerkraftverkehr geeignet?“, wollte Karl Boßler wissen, und auch Jürgen Rau hakte nach, als ihm die Antwort nicht zur Genüge beantwortet schien. „Wa­rum können wir nicht mit der Wasserleitung an den Rand gehen und das Württemberger Wassersystem anwenden. Dann hätten wir nur vier bis fünf Schächte und nicht alle 15  Meter einen“, kritisierte er.

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Mit der Planung für die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitung in der Kirchheimer Straße zwischen Lindenhof und Pouilly-Platz in Unterlenningen, ist Wolfgang Bürkle vom gleichnamigen Ingenieurbüro betraut. „Es kommt ein kombiniertes System zum Tragen: das Württemberger und DIN. Die nivellierbaren Schächte sitzen in der Fahrbahn“, sagte er und verwies darauf, dass das A und O das korrekte Einbringen sei. „Diese Schächte sind zwar teurer, aber eine deutliche Verbesserung“, erklärte der Planer im Hinblick auf die Lärmbelästigung, wenn schwere Lkws darüberfahren. „Wir ringen um eine gute Lösung. Es würde mich ärgern, wenn wir zu kurz planen. Die Straße ist eine wahnsinnige Belastung, und deshalb ist hier das Beste gerade gut genug“, lautete die klare Forderung von Georg Zwingmann, der nicht in fünf Jahren wieder nachrüsten will.

„Über 20 Meter darf kein Hausanschluss aus hygienischen Gründen lang sein. Würden wir das Württemberger System anwenden, kämen wir auf bis zu 50 Meter“, erklärte Kämmerer Rudolf Mayer, weshalb Planer und Verwaltung dem DIN-System den Vorzug gaben. „Die Schieber in den Gehweg zu setzen ist möglich, hat jedoch auch Nachteile. Ich werde das abstimmen“, versprach Wolfgang Bürkle, der um Kostenneutralität bemüht ist. „Die Mehrkosten sind überschaubar. Die Wasserleitungskappen von der Straße wegzubekommen und einen kurzen Zwickel in den Gehweg zu legen, scheint mir eine sehr gute Lösung zu sein, die wackelnden Deckel von der Straße zu bekommen“, bezeichnete Bürgermeister Michael Schlecht diesen Vorschlag als gute Investition, und Dr. Ulrich Jaudas erinnerte an den Lärmaktionsplan. „Die klappernden Schachtdeckel sind das Hauptproblem. Ich bin dankbar, dass meine Kollegen das Problem so deutlich angesprochen haben“, erklärte er.

Nächste Woche wird Michael Schlecht mit Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger beim Regierungspräsidium Stuttgart die Ergebnisse der Lärmaktionsplans vorstellen. Die Baumaßnahme sieht der Lenninger Schultes als Chance für das Land zum Einstieg, sich zur Lärmminderung zu bekennen und den Aufschlag für den Flüsterbelag in Kauf zu nehmen. „Wenn das jetzt nicht umgesetzt wird, dann nie“, ist er überzeugt.

Während der Bauarbeiten müssen die Verkehrsteilnehmer mit Behinderungen rechnen. Um die so gering wie möglich zu halten, werden alle Leitungen unter einer Fahrbahnseite eingebaut, damit die Bundesstraße nicht komplett gesperrt werden muss. Auf einer Länge von rund 300 Meter wird der erheblich überlastete Abwasserkanal aufdimensioniert und die Wasserleitung vom östlichen Gehweg in die Fahrbahn verlegt. Das hat den Vorteil, dass es fast keiner Wasser-Notversorgung für die Anlieger bedarf. „Die Anschlüsse werden umgehängt“, so der Planer. Komplett muss dann der Fahrbahnaufbau erneuert werden. Das Ganze erfolgt in drei Bauabschnitten. „Wir beginnen am Lindenhof auf etwa 115 Meter, die Ampellänge wird etwa 150 Meter betragen“, erläuterte Wolfgang Bürkle. Um den Deckbelag nahtfrei aufbringen zu können, wird dann die gesamte Strecke einspurig verlaufen. „Das wird den Verkehr sehr stark beeinträchtigen“, warnt Wolfgang Bürkle.