Lokales

Sperrung der B 297 nach Reudern

Umleitung durchs Tiefenbachtal beziehungsweise über Ötlingen – Furcht vor Verkehrsbelastung

Wer von Kirchheim nach Nürtingen oder umgekehrt pendelt, muss sich vom 8. Juli bis Ende August auf Umwege einstellen. Geplant ist, den Streckenabschnitt der B 297 zwischen der Autobahnanschlussstelle Kirchheim-West und dem ­Ortseingang von Reudern in zwei Etappen zu sanieren.

Vom 8. Juli bis Ende August wird die Bundesstraße zwischen Kirchheim und Nürtingen saniert. Vor allem die Ötlinger befürchten ei
Vom 8. Juli bis Ende August wird die Bundesstraße zwischen Kirchheim und Nürtingen saniert. Vor allem die Ötlinger befürchten eine deutliche Zunahme der Verkehrsbelastung durch die Umleitung.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Vom 8. Juli bis zu den Sommerferien soll die Instandsetzung des ersten Abschnitts zwischen dem Autobahnanschluss und dem Abzweig der Kreisstraße 1204 nach Lindorf erfolgen. Nahtlos wird dann der zweite Teil bis zum Ortseingang Reudern in Angriff genommen. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten dem Regierungspräsidium zufolge Ende August fertiggestellt sein. Wie das RP mitteilt, werde die Fahrbahndecke neu aufgebaut, und es müsse ein maroder Bachdurchlass abgebrochen und erneuert werden. Für den neuen Durchlass werden vorgefertigte Stahlbetonfertigteile verwendet, um die Bauzeit möglichst kurz zu halten. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich laut RP auf 1,3 Millionen Euro. Sie werden vom Bund getragen. Erledigen wird die Arbeiten eine Firma aus Kirchheim.

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Anlieger können die Baustelle während des ersten Abschnitts über die K 1204 und Lindorf umfahren. Die Vollsperrung des zweiten Abschnitts erfordert dagegen einen weiträumigeren Umweg. Die offizielle Umleitungsstrecke für den von Nürtingen nach Kirchheim fließenden Verkehr verläuft durch das Tiefenbachtal und Owen weiter über die B 465. Wer von Kirchheim nach Nürtingen möchte, soll die Hölderlinstadt gemäß RP auf der L 1200 über Ötlingen und Wendlingen ansteuern. Diese Route ist auch für den Busverkehr vorgesehen, der mit dem Beginn der Sommerferien ersatzweise zwischen Kirchheim und Nürtingen pendelt. Entsprechende Informationen über Ersatzhaltestellen und geänderte Fahrpläne werden rechtzeitig ausgehängt.

In einem offenen Brief ans RP spricht sich Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik vehement gegen die Umleitung über ohnehin stark belastete Ortschaften aus. „Die L 1200 durch Kirchheim, Ötlingen und Wendlingen ist mit weit über 20 000 Fahrzeugen pro Tag nicht gerade wenig befahren. Bei den umliegenden Gemeinden sieht es vermutlich nicht viel besser aus“, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Konterkariert würde durch die Umleitung zudem das Bemühen der Stadt Kirchheim um Lärmschutz. Darüber hinaus sei, beginnend mit dem Abzweig zum Weiler Bodelshofen, durch Wendlingen eine Umweltzone eingerichtet, die lediglich die Durchfahrt mit einer grünen Plakette erlaube.

Kiks Vorschlag, den zwischen Kirchheim und Nürtingen beziehungsweise in umgekehrter Richtung fahrenden Verkehr auf die Autobahn und die B 313 umzuleiten, wird indes nicht umgesetzt werden können. „Es ist rechtlich nicht möglich, eine Autobahn als Umleitung auszuweisen“, betonte RP-Pressereferent, Dr. Clemens Homoth-Kuhs, auf Nachfrage. Außerdem seien die Umleitungsstrecken nach einer Besprechung mit Vertretern der Polizei und der Stadt Kirchheim festgelegt worden.

Vor allem während des ersten Bauabschnitts wird im Übrigen auch die Zufahrt zum Naherholungsgebiet an den Bürgerseen betroffen sein. Ausgeschildert werden soll eine innerörtliche Umleitung in Kirchheim über die Hahnweidstraße. Wer die Bürgerseen oder die dortige Gaststätte ansteuern möchte, muss vom Parkplatz an der Hahnweide aus einen Fußweg von rund zwei Kilometern in Kauf nehmen.