Lokales

Turm sucht neue Aufgabe

Der alte Wasserturm in Ohmden steht leer – Pfiffige Nutzungskonzepte gefragt

Der Wasserturm in Ohmden hat ausgedient – zumindest in seiner Funktion als Anlage der Wasserversorgung. Wenn es nach den Ohmdenern geht, darf das Bauwerk aber nicht einfach aufs Altenteil geschoben werden. Deshalb sind gute Ideen gefragt – und ein Investor, der sie auch umsetzt.

Seit der neue Hochbehälter ans Netz gegangen ist, ist der Wasserturm in Ohmden arbeitslos geworden. Jetzt wartet die Gemeinde au
Seit der neue Hochbehälter ans Netz gegangen ist, ist der Wasserturm in Ohmden arbeitslos geworden. Jetzt wartet die Gemeinde auf pfiffige und umsetzbare Ideen für eine künftige Nutzung.Foto: Jean-Luc Jacques

Ohmden. „Wir wären über Nutzungskonzepte dankbar“, sagt Ohmdens Bürgermeister Martin Funk. Seit der neue Hochbehälter in Betrieb ist, wird der alte Wasserturm nicht mehr gebraucht. Nun ist völlig unklar, was aus dem Bauwerk wird. Ideen hat es schon so einige gegeben: „Aus der Bevölkerung kam der Vorschlag, einen Aussichtsturm draus zu machen oder ein Café“, so Funk. So schön er das auch fände – umsetzbar ist das für die Gemeinde nicht. „Das Problem sind Brandschutz und Haftung“, weiß der Bürgermeister, der deswegen bereits bei einem Experten angefragt hatte. „Der Turm ist innen sehr eng und muss saniert werden.“ Für die Gemeinde sei das aus Kostengründen nicht möglich.

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„Wenn aber jemand eine tolle Idee hat und damit auf uns zukommt, sind wir nicht abgeneigt“, betont er. „Mir ist auch daran gelegen, dass der Turm nicht auf Dauer leer steht.“ Voraussetzung sei allerdings, dass jemand die Idee auch selbst ausführe.

Eigentlich nicht infrage kommt es für die Kommune, die Fläche, die ja mitten im Wohngebiet liegt, als Baugrundstück zu verkaufen. „Das Problem ist, dass wir dann den Turm abreißen müssten“, gibt Martin Funk zu bedenken. „Das wäre mindestens genauso teuer, wie das Grundstück vom Bodenrichtwert her wert ist.“ Drauflegen wolle die Gemeinde aber nicht – zumal sie derzeit noch wegen einer Mobilfunkantenne auf dem Dach des Turms von regelmäßigen Mieteinnahmen profitiert.

Über die Geschichte und Funktion von Wassertürmen

Wasserbehälter in Turmform gibt es schon lange. In Deutschland wurden die ersten Türme vor gut 150 Jahren gebaut. Zunächst dienten sie der Wasserversorgung der Dampflokomotiven. Später wurden sie dann in der Trinkwasserversorgung eingesetzt. Von da an sorgten sie dafür, dass der Druck im Wassernetz trotz schwankenden Abnahmemengen gleich bleibt und eine konstante Wasserversorgung gewährleistet ist. Darüber hinaus ist es Aufgabe von Wasserhochbehältern, für genügend Druck in den Leitungen höher gelegener Wohnungen zu sorgen. Das hydraulische Funktionsprinzip baut darauf, dass alle Verbraucher tiefer liegen als der Behälter. So werden Pumpen lediglich dafür benötigt, den Turm nachzufüllen. Die Zahl der aktiven Wassertürme nimmt jedoch immer mehr ab. Moderne, leistungsfähige Pumpen sorgen dafür, dass der Druck im Netz gleich bleibt. Sie bewältigen problemlos auch die Spitzenzeiten. Viele Wassertürme werden deshalb durch bodennahe Wasserspeicher ersetzt. Die Türme stehen leer oder werden alternativ genutzt.bil