Lokalsport

Adrenalinschübe im Sekundentakt

SGL-Handballerinnen atmen nach 28:27 auf

Nichts für schwache Nerven war die Landesliga-Partie der Lenninger Handballerinnen gegen den TSV Neuhausen. Nach dem Herzschlag-Spiel mit dem 28:27-Siegtreffer 30 Sekunden vor Schluss durch Saskia Schweikert schnuppert die Mannschaft wieder am Klasenerhalt.

Lenningen. Die Lenninger Frauen boten beim Heimsieg über den TSV Neuhausen einen perfekten Spannungsbogen: 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff fiel der Siegtreffer. Danach waren alle platt, denn Trainer Bruno Rieke hatte nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung gehabt. Überraschend lief auch Larissa Blocher auf. Nach ihrer Dienstreise bekam sie noch rechtzeitig das Flugzeug. Auf der Gegenseite konnte TSV-Trainer Timo Bayer auf eine voll besetzte Spielerinnenbank zurückgreifen. Speziell in der zweiten Hälfte machte sich dies bemerkbar – zum Glück für die SG nicht entscheidend.

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Als ob Krimi-Altmeister Hitchcock Regie führen würde, wurden die Zuschauernerven in den letzten zehn Minuten aufs Äußerste strapaziert. Die SG konnte einen 24:21-Vorsprung (52.) nicht verwalten. Unter dem Druck des Gewinnenmüssens flatterten die Nerven jetzt, haarsträubende Abspielfehler brachten den TSV zurück – und Rieke hatte „keine Auswechselmöglichkeiten mehr, nachdem Sabrina Klein verletzt ausfiel“. Als nach einem weiteren, dicken Abspielfehler Neuhausen 26:24 (56.) in Führung ging, deutete alles auf eine Niederlage hin. Aber Barner und Co. schlugen jetzt zurück. Die SG-Torjägerin und eine überragend spielende Susi Schilling erzwangen das 27:27 (58.). Was folgte, waren Adrenalinschübe im Sekundentakt. Noch 90 Sekunden: Strafwurf für die SG – Saskia Schweikert, noch ohne Fehlwurf, scheiterte an TSV-Torsteherin Anita Tischler. Im Gegenzug pariert Lisa Kullen den Schlagwurf von Katharina Heinz. Lenningen will jetzt unbedingt zwei Punkte, Lena Barner jagt den Ball aus zehn Meter an den Pfosten, den Abpraller nimmt Schweikert auf und macht alles richtig – 28:27.

Zuvor hatte Lenningen viel zu oft Achterbahnhandball gespielt, denn nach klaren Spielständen wie 14:11 (25.), 18:15 (36.) und 24:21 (52.) wurde die Fehlerquote regelmäßig nach oben getrieben. Viel zu oft rannte sich die SG in der Mitte fest und vergaß, das Spiel nach außen zu öffnen. Es boten sich genügend Möglichkeiten, die aber nicht genutzt wurden. Der TSV Neuhausen, bereits gerettet, spielte schnelle Passfolgen und setzte die Rieke-Sieben mächtig unter Druck. Ann-Christin Dewald, Nina Grab und Jessica Vaas gaben der SG Rätsel auf. Und dann kam es auch noch zur Höchststrafe, als der TSV in doppelter Unterzahl nach einem 22:24-Rückstand das Spiel drehte und 25:24 (55.) in Führung ging. Doch Lenningen zeigte einen ungebrochenen Siegeswillen und sicherte sich zwei wichtige Punkte.döl

 

SG Lenningen: Fiegenbaum, Kullen – Barner (9/1), Schilling (6), Schweikert (6), Blocher (3), Emmenegger (2), Schmid (2) Klein, Ringelspacher.

TSV Neuhausen: Stumpe, Tischler – Dewald (7/2), Grab (6), Vaas (5), Müller (3), Späth (3), Heinz (2/2), Haslinger (1), Alber, Bayer, Mayer, Röcker, Wolf.