Lokalsport

Am Himmel über Südafrika gelingt der dritte WM-Sieg

Segelfliegen Holger Karow von der Fliegergruppe Wolf Hirth wird dank seines Siegs beim Grand-Prix-Finale nach 1999 und 2003 wieder Weltmeister. Von Lothar Schwark

Auf und davon: Holger Karow war beim Grand-Prix-Finale in Südafrika nicht aufzuhalten. Foto: Lothar Schwark
Auf und davon: Holger Karow war beim Grand-Prix-Finale in Südafrika nicht aufzuhalten. Foto: Lothar Schwark

Die 18 Finalteilnehmer im südafrikanischen Potchefstroom hatten sich bei nationalen Grand-Prix-Wettbewerben in Chile, Spanien, Russland, Italien, Frankreich, Österreich, Großbritannien, USA und Deutschland qualifiziert. Holger Karow hatte seinen Finalplatz in Freudenstadt-Musbach mit Gesamtplatz zwei erflogen. In Südafrika traf er auf ein hochklassiges Starterfeld, das mit sechs Weltmeistern gespickt war. So wurde der Pole Sebastian Kawa als einer der großen Favoriten gehandelt. Als mehrmaliger Gewinner des Grand-Prix blieb ihm diesmal jedoch nur Platz fünf.

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Auch Matthias Sturm vom LSV Schwarzwald, Sieger des GP Deutschland vor Karow, war stark eingeschätzt worden. Ihm blieb trotz eines Tagessiegs schlussendlich nur Gesamtplatz neun. Wie weitere Teilnehmer musste sich Sturm mit den speziellen Wetterbedingungen anfreunden – untypisch für die Jahreszeit, herrschte im Nordwesten Südafrikas sehr wechselhaftes Wetter vor. So gab es nachts immer wieder starke Gewitter mit Hagel. Auch tagsüber wurden Aufgaben zum Teil zwischen Gewitter gelegt.

So konnte Karow, der als Flugkapitän bei Air Berlin einen Airbus A-320 steuert, auf seinen Erfahrungsschatz von sieben Segelflugaufenthalten in Südafrika zurückgreifen. Als Sportgerät nutzte Karow eine Jonkers JS1 Evo mit 18 Metern Spannweite und 600 Kilo Abfluggewicht. Den südafrikanischen Wolkenrenner nutzten übrigens 16 der 18 Piloten.

„Wichtig war für mich, dass ich jeden Tag in die Punkteränge fliegen konnte“, schilderte der nun dreifache Segelflugweltmeister. Mit zwei dritten, einem neunten, einem vierten, einem ersten und einem fünften Tagesplatz setzte er sich am Ende mit 35 Punkte vor dem Südafrikaner Oscar Goudriaan (32) und dem Franzosen Christophe Abadie (31) durch. Den schnellsten Schnitt erzielte Karow mit 145,3 km/h über 275,53 Kilometer am vierten Flugtag.