Lokalsport

Das lange Warten auf den Startschuss

Bikepark Zweieinhalb Jahre nach dem Spatenstich fasst der Verein Radsport Kirchheim zum dritten Mal einen Eröffnungstermin ins Auge. Schlechtwetter und Pannen haben den Bau verzögert. Von Bernd Köble

Wo Erdmassen bewegt wurden, wächst schon wieder Unkraut. Die Bauarbeiten im Bikepark sind in Verzug geraten.Foto: Carsten Riedl
Wo Erdmassen bewegt wurden, wächst schon wieder Unkraut. Die Bauarbeiten im Bikepark sind in Verzug geraten.Foto: Carsten Riedl

Im November 2014 war Spatenstich, im darauffolgenden Frühjahr die Eröffnung geplant. Seitdem kämpfen die Verantwortlichen des Vereins Radsport Kirchheim (RSK) beim Bau ihres Bikeparks in der Jesinger Halde mit Widerständen aller Art. Zwist unter den künftigen Nutzern, schlechtes Wetter, Behörden-Ärger und nicht zuletzt das, womit fast jeder Verein inzwischen zu kämpfen hat: zu wenig Hände, die mit anpacken.

Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Startschuss durch die beiden Kirchheimer Stadtoberhäupter Angelika Matt-Heidecker und Günter Riemer unternimmt der RSK nun den nächsten Versuch, von der Theorie in die Praxis zu wechseln. Spätestens Anfang Mai, verspricht Vereins-Vize und Projektleiter Marcel Schanz, werden die restlichen Arbeiten erledigt sein. Dann gelte es nur noch, einen Termin für die Eröffnung zu finden. Was derzeit fehlt, ist die letzte Belagsschicht aus Schotter und Kalksand, um Fußwege und Bikestrecken zu befestigen. Die lange Brache im vergangenen Jahr hat zudem bewirkt, dass Unkraut und Gestrüpp wild wuchern.

Warum überhaupt die lange Pause? Durch die heftigen Regenfälle im vergangenen Frühjahr hätten sich die Erdarbeiten stark verzögert, sagt Schanz. Wochenlang stand das Gelände unter Wasser, Sickerlöcher mussten gegraben werden, ein Wasserrohrbruch sorgte zusätzlich für Aufschub. Schanz hat im vergangenen Jahr die Verantwortung für das Projekt vom Vereinsvorsitzenden Albert Bosler übernommen. Der Dettinger steht mit seinen 26 Jahren für die Erneuerung im 2010 gegründeten Verein mit derzeit 57 Mitgliedern. Bosler will sich im Alter von 70 Jahren bei der Hauptversammlung im April nicht wieder zur Wahl stellen. Wer sein Nachfolger wird, ist momentan noch offen.

Bis zu einem möglichen Starttermin des Bikeparks im Frühsommer hat Schanz die größten Baustellen noch vor sich: Noch ist nicht klar, unter welchen Bedingungen das Gelände künftig genutzt werden kann. Die Fragen des Versicherungsschutzes und der Nutzungsgebühren spielen dabei ebenso eine Rolle wie die des Personals, das den Betrieb beaufsichtigen muss. „Wir feilen noch an den Details“, sagt Schanz. Fest steht schon jetzt, dass der überwiegende Teil der künftigen Nutzer keine Vereinsmitglieder sein werden. Der RSK hat knapp 20 Dirt- und Mountainbiker in seinen Reihen, die alleine kaum für eine sinnvolle Auslastung des 80 Ar großen Geländes sorgen dürften. Die Hoffnung ruht daher auch auf einer Kooperation mit dem benachbarten Schlossgymnasium. Zumal die schulische und öffentliche Nutzung im Vertrag mit der Stadt verankert ist, die dem Verein das Gelände per Erbpacht zur Verfügung gestellt hat.

Die Geduld im Rathaus wird inzwischen arg strapaziert. „Ich bestreite nicht, dass ich mir in der Sache eine größere Dynamik gewünscht hätte“, ist Bürgermeister Günter Riemer um Sachlichkeit bemüht. Im Oktober gingen Beschwerden von Passanten ein, nachdem Unbekannte ein Loch in den Zaun geschnitten, Müll hinterlassen und Bereiche des Geländes verwüstet hatten. Die Lage ist Fluch und Segen zugleich. Kein Ärger mit lärmsensib­len Anwohnern, aber auch keine Kontrolle - vor allem nachts.

Kirchheims Bürgermeister glaubt weiter an den Erfolg des Projekts: „Ich setze darauf, dass es in diesem Jahr los geht und auch funktioniert“, sagt Riemer. Beispiele dafür gibt es schließlich. Die Anlage des Bikesportclubs Aichwald, von Vertretern der Stadtverwaltung inspiziert und als Muster herangezogen, funktioniert seit zehn Jahren.

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