Lokalsport

Der erste Silberstreif

Basketball-Oberliga: Beim VfL ist trotz Niederlage der Mut zurück

Die Basketballer des VfL Kirchheim haben in der Oberliga beim Spitzenreiter TV Marbach mit 72:86 verloren. Das Besondere: Selten hat eine Niederlage derart positive Reaktionen ausgelöst.

Mit Cveti Bozic (Foto links) und Constantin Munz sind zwei tragende Eckpfeiler im Team des VfL wieder fit.  Foto: Deniz Calagan
Mit Cveti Bozic (Foto links) und Constantin Munz sind zwei tragende Eckpfeiler im Team des VfL wieder fit. Foto: Deniz Calagan

Marbach. „Die Mannschaft wollte Wiedergutmachung für Konstanz leisten, das ist ihr auch gelungen.“ Die Erleichterung war Pasko Tomic anzumerken. Bei der vierten Niederlage im vierten Oberligaspiel hatte sein neu formiertes Team erstmals Oberliga-Format bewiesen. „Jeder war besser, aggressiver, bissiger. Die harte Arbeit im Training hat sich gelohnt.“ Bis auf den verletzten Chara Kiriakidis standen dem VfL erstmals in dieser Saison alle Spieler zur Verfügung. Die hatten sich auf einen schweren Weg eingeschworen. Vor allem die Rückkehr der Center Cveti Bozic und Constantin Munz machte sich bemerkbar. Sie verhalfen dem VfL zu deutlich mehr Stabilität und sorgten auch für den einen oder anderen Korberfolg. Dass nicht die ganz große Überraschung gelang, lag am starken Gegner und an den bekannten Problemen: Nach dem Abgang der Spielmacher Manuel Ivanovic und Shkelzen Bekteshi fehlt es den Kirchheimern an Sicherheit im Spielaufbau und an der nötigen Erfahrung.

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Am Anfang machte der VfL seine Sache trotzdem gut: Nach neun Minuten führte der krasse Außenseiter mit 15:14, bevor sich Marbach über die Viertelpause hinweg mit einem 19:0-Lauf auf 33:15 (14.) absetzte. Viele Ballverluste und überhastete Aktionen prägten in dieser Phase das Kirchheimer Spiel. Tomic: „Im normalen fünf gegen fünf waren wir meist auf Augenhöhe, aber wir haben einfach zu viele Fastbreaks und Freiwürfe kassiert.“ Marbach warf 31 Mal von der Linie (25 Treffer), der VfL 32 Mal (23 Treffer). Nach der langen Sendepause schaffte es der VfL dann seinerseits oft an die Linie, traf zehn von 13 und stoppte so den Marbacher Lauf zum 33:48 zur Pause.

Die zweite Hälfte gewann Kirchheim sogar mit 39:38. Es waren die besten 20 Minuten des neuen Teams in der Oberliga. Begünstigt auch dadurch, dass beim Tabellenführer die Konzentration ein wenig nachließ. Wie der Underdog zwischen der 30. und 33. Minute plötzlich Oberwasser bekam und mit einem 12:0-Lauf bis auf fünf Punkte (63:68) herankam, erstaunte dann aber doch. Positiv für den VfL dabei auch, dass mit Constantin Munz, Jonathan Gritschke und Marko Gligoric gleich drei U 20-Spieler für die Punkte sorgten.

Marbach zitterte, wechselte – und stoppte den Kirchheimer Lauf. Nach dem 63:77 (36.) war der klitzekleine Hoffnungsfunke auf Kirchheimer Seite erloschen. Das 72:86-Endergebnis macht angesichts der bisherigen Niederlagen Mut für die Zukunft. Mit dieser Moral und Kampfbereitschaft eröffnen sich neue Perspektiven. Wann es mit dem ersten Sieg klappen wird, ist trotzdem völlig offen. Ein bisschen mehr daran glauben kann man nach dem starken Auftritt in Marbach auf jeden Fall.ut

VfL Kirchheim: M. Beck (6), C. Bozic (8), Eberle (10), M. Gligoric (4), Gritschke (8), C. Munz (13/3), Reichmuth (11/2), Reza (3), Schlipf, Schraml (9), M. Wanzke