Lokalsport

Faustdicke Überraschung​

Überraschend starke Owener werfen den Landesligisten HT Uhingen/Holzhausen per 28:27-Sieg aus dem Bezirkspokal

Der TSV Owen steht überraschend im Viertelfinale des Handball-Bezirkspokals: Gegen den stärker eingeschätzten Landesligisten HT Uhingen/Holzhausen glückte ein zwar knapper, aber verdienter 28:27 (14:8)-Heimsieg.

Bezirkspokal Handball - TSV Owen (Gelb) gegen Uhingen/Holzhausen
Bezirkspokal Handball - TSV Owen (Gelb) gegen Uhingen/Holzhausen

Owen. Im David-Goliath-Duell hatten die Teckstädter neben Kapitän Raphael Schmid und Torhüter Thomas Langlinderer auch auf Linksaußen Fabian Busch verzichten müssen, der im Australien-Urlaub weilt. Auch beim HT Uhingen/Holzhausen fehlten einige Spieler. Unter dem Strich hatte Owens Trainer Mitranic gerade mal elf Spieler zur Verfügung. Die machten ihre Sache gut.

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Zunächst sah nichts nach einer Pokalsensation aus. Die Gäste zogen auf 5:1 davon und hatten die Partie anfangs fest im Griff. Danach ging jedoch ein Ruck durchs Owener Team. Angeführt von einem nun sicheren Torhüter Uwe Raichle kämpfte sich Owen zurück in die Partie. Fünf TSV-Treffer in Folge bedeuteten wenige Minuten später die 6:5-Führung. Vor allem Fabrizio Mosca hatte im Gegensatz zu den letzten Wochen, in denen fast alle Owener schwächelten, sein Visier nun bestens justiert. Neben Mosca glänzte Sebastian Martin als Vorbereiter und Vollstrecker auf der Spielmacherposition. Owen spielte phasenweise fast in einem Rausch. Kurz vor dem Seitenwechsel staunten die Zuschauer in der Teckhalle nicht schlecht, als Hannes Raichle mit seinem ersten Treffer das 12:6 für den TSV erzielte. Die Teckstädter hatten die Partie mit einem 11:1-Tore-Lauf gedreht.

Jetzt zeigte sich der ersatzgeschwächte Landesligist von der Owener Gegenwehr sichtlich beeindruckt, und offensichtlich schien die Mannschaft den TSVO nach der frühen Führung unterschätzt zu haben.

In der Pause mahnte Mitranic seine Spieler, weiter konzentriert zu bleiben und nicht nachzulassen. Dies schien zunächst auf offene Ohren zu stoßen. Gleich nach dem Seitenwechsel verkürzten die Gäste auf 10:14. Danach bauten die Gelbhemden ihren Vorsprung aber wieder aus und sahen beim 19:11 nach knapp 40 Minuten schon wie der sichere Sieger aus. Doch noch gab sich der Landesligist nicht geschlagen. Angetrieben von Routinier Julian Heimsch, zugleich bester Feldtorschütze seiner Mannschaft, kamen die Gäste wieder in Schlagdistanz. Als dann Dominic Fischer nach einem Foulspiel disqualifiziert wurde, roch das Handballteam wieder Lunte, und beim 23:21 war die Partie wieder offen. In dieser Phase ließen die Hausherren wie in den Spielen zuvor zahlreiche Torchancen ungenutzt. Torhüter Uwe Raichle war es in dieser Phase zu verdanken, dass die Partie nicht völlig kippte. Immer wieder stand Raichle mit Paraden den Gästen im Weg.

Danach kämpfte Owen und stemmte sich dem Landesligisten entgegen. Alles, was die Mannschaft in den beiden Derbys gegen Weilheim und Lenningen vermissen ließ, legte sie nun in die Waagschale. Beim 26:23 (57.) schien die Partie zugunsten der Mitranic-Sieben entschieden. Doch zwei technische TSV-Fehler brachten die Gäste wieder ins Spiel. Es wurde dramatisch. Kurz vor Ende der Partie gelang dem Handballteam der 27:27-Ausgleich, und alles deutete auf eine Verlängerung hin. Doch eine Minute vor dem Spielende hatten die Owener Ballbesitz. Geduldig spielten die Teckstädter jetzt Felix Kupferschmid auf der rechten Außenposition frei, der warf und traf. Jetzt hatte HT noch knapp 30 Sekunden, um den Ausgleich zu erreichen. Doch Owen stemmte sich dem mit aller Macht entgegen und vereitelte ihn mit engagierter Defensivarbeit.

Fazit: Den Owenern glückte gegen den höherklassigen Gegner eine faustdicke Überraschung. Sie müssen sich deshalb fragen lassen, wieso sie vor allem in den Derbys nicht diese Leistung abrufen konnten. jb

TSV Owen: U. Raichle, Waldenmayer – Kupferschmid (3), Mosca (8), Stark (1), J. Martin (2), S. Martin (5/3), Bauer (4), Fischer (3), H. Raichle (2), Jauss (1)

HT Uhingen/Holzhausen: Dilmas, Kupka (2), Friedel (4), Cornelius Lachenmayer (1), Hahnloser, Rummel (1), Heimsch (5), Grau (4), Schempp (1), Reich (6/4), Spielmann, Christoph Lachenmayer (3)