Lokalsport

Heimsieg mit Wermutstropfen

In der dritten Bundesliga verletzt sich VfL-Turner Simon Paul beim 58:30-Erfolg über TT Kieselbronn/Iffezheim schwer

Mit einem klaren 58:30-Sieg gegen das Turn-Team Kieselbronn/Iffezheim haben die Drittliga-Turner des VfL Kirchheim ihren Anspruch auf die zwei Plätze im Aufstiegsfinale gefestigt. Dennoch war es ein bitterer Sieg: Simon Paul ­verletzte sich an der Schulter und fällt für den Rest der Saison aus.

manuel Hofmann
manuel Hofmann

Kirchheim. Noch drei Siege gegen in der Tabelle hinter den VfL-Turnern platzierten Teams waren vor dem Duell gegen TT Kieselbronn/Iffezheim notwendig. Nach dem jüngsten Heimwettkampf sind es nur noch zwei, um das Aufstiegsfinale zu erreichen. Denn das Team aus dem Badischen leistete nur beschränkt Gegenwehr – sicherlich auch, weil kurzfristig einer ihrer Besten, Sechskämpfer Vincent Hiemer, mit einer Sprunggelenksverletzung ausgefallen war.

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Die VfL-Turner starteten am Boden furios. Schraubenkünstler Manuel Hofmann zog seine Bodenübung sauber durch, ebenso wie Marcus Bay – die VfL-Turner lagen 8:0 in Führung. Weil Fabian Geyer und Yasin El Azzazy in Sprungkombinationen Fehler unterliefen, holten die Badener auf 8:7 Score-Punkte auf.

Eine starke VfL-Vorstellung gab es am Pauschenpferd. Julian Hausch und Simon Paul egalisierten ihre an diesem Gerät starken Gegner, und als Marcus Bay seine beste Pferdübung der Saison zeigte, waren drei Punkte für den VfL fällig. Immer routinierter wird im Laufe der Saison Manuel Hofmann, der hier sogar einen Fünfer einfuhr.

An den Ringen beeindruckte Fabian Geyer – ihm hatte das Turn-Team Kieselbronn/Iffezheim nichts entgegenzusetzen. Wieder gingen fünf Score-Punkte auf das VfL-Konto.

Doch dann kam es zu jener VfL-Schrecksekunde, die noch den gesamten Saisonverlauf beeinflussen kann: Simon Paul kam zu Beginn seiner Übung nicht sauber in den Kreuzhang, musste nachdrücken und verletzte sich am Schultergelenk. Vorbei war es für den als wichtigen Sechskämpfer im VfL-Team gesetzten Sportler – er wird für den Rest der Saison ausfallen. Trotz des Schocks zeigten sich Julian Hausch und Marcus Bay nervenstark. Weil sie zusammen weitere neun Score-Punkte holten, gewann die Heimmannschaft auch dieses Gerät.

Simon Pauls Ausfall wirbelte am Sprung, Barren und Reck die Mannschaftsaufstellung durcheinander. Trotzdem gelang es Fabian Geyer, Paul Kohnle, Nico Hofmann und Marcus Bay, dem Gegner mit 9:6 Score-Punkten auch dieses Gerät abzunehmen. Die Barrenwertung hingegen verlor das VfL-Quartett Fabian Geyer, Julian Hausch, Marcus Bay und Waldemar Guillard mit 3:7 Punkten. Während an diesem Gerät noch das Können der routinierten Gäste aufblitzte, versagten sie beim abschließenden Reckturnen. Fabian Geyer, Julian Hausch, Marcus Bay und Paul Kohnle scheffelten zum Endstand von 58:30 weitere 16 Score-Punkte. Der Sieg ging, wie schon im Vorfeld erwartet, nach Kirchheim. Mit einer tollen Leistung war Marcus Bay auch der beste Punktesammler des Nachmittags.

Dennoch war es für die Kirchheimer Turner ein bitterer Sieg. Das Fehlen von Simon Paul wird kaum zu kompensieren sein. Weil auch noch einige Nachwuchsturner in den nächsten Begegnungen nicht mehr eingesetzt werden dürfen, um ihr Startrecht in der Oberliga-Mannschaft des VfL nicht zu verlieren, wird die Mannschaftsaufstellung immer schwieriger.

„Kurz vor dem Wettkampf ein Ausfall beim Gegner, während dem Duell die Verletzung von Simon bei uns. Der Wettkampf stand unter keinem guten Stern“, bilanzierte VfL-Coach Matthias Pohl. Jetzt müssten Turner aus der zweiten Reihe zeigen, was sie können.

Die VfL-Turner liegen nach wie vor auf dem dritten Tabellenrang, punktgleich mit der KTV Ries. Weil die Rieser Turner aber noch gegen den Spitzenreiter TG Allgäu antreten müssen, hat der VfL gute Chancen, auf den zweiten Rang vorzurücken.hp