Lokalsport

Henzler schnellster Schwimmer

Erster GT-Sieg nach monatelanger Durststrecke im Regen-Rennen von Lexington

Der Bann ist gebrochen: Nach monatelanger Durststrecke hat Porsche-Pilot Wolf Henzler mal wieder als Erster die Zielflagge gesehen. Den fünften Lauf zur American Le Mans Serie (ALMS) gewann er zusammen mit Bryan Sellers (USA) in einem Rennen, das wegen sintflutartiger Regenfälle abgebrochen wurde.

Henzler schnellster Schwimmer
Henzler schnellster Schwimmer

Lexington. Er hat das Siegen noch nicht verlernt. Beim fünften Lauf zur American Le Mans Serie (ALMS) in Lexington siegten der Zizishausener Wolf Henzler und Bryan Sellers (USA) im Porsche 911 GT3 RSR des Falken Tire Teams nach einer orkanartigen Regenschlacht. Dank seiner Erfahrung und Routine machte Henzler gleichzeitig einen Sprung auf den vierten Rang in der Gesamtwertung der GT-Klasse.

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Den Sieg in der GT-Kategorie hatte Wolf Henzler nach monatelanger Durststrecke herbeigesehnt. „Es tut gut, wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen. Vor allem für die weitere Motivation des Teams war dieser Erfolg wichtig“, kommentierte Henzler. Dabei standen die Zeichen nach den Trainings- und Qualifikationsläufen bei der Mid-Ohio Sports Car Challenge nicht ganz so gut: Selbst Henzler hatte im Vorfeld noch die Ferraris F458 Italia und die Chevrolet Corvettes als Favoriten gehandelt. Sein Gefühl gab ihm Recht. Im Training belegten die Falken-Fahrer auf dem 3,621 km langen Kurs Platz sieben, im Qualifying Startplatz neun. Die erste Startreihe der GT-Klasse hatten sich die beiden BMW M3 GT von Müller/Hand und Auberlen/Werner gesichert.

Die Anfangsphase des 165-minütigen Rennens gestaltete sich für Sellers unglücklich. Auf dem achten Platz im GT-Klassement liegend, rammte David Murry mit seinem Doran Ford GT 40 den Falken-Porsche. Neben Murry zog danach auch noch ein Jaguar-Pilot am blaugrünen Porsche mit der Startnummer 17 vorbei. „Wir hatten eigentlich eine Bestrafung Murrys durch die Rennleitung erwartet“, sagte Henzler später. Zum Glück blieb der Porsche heil.

Der jetzt vor dem Falken-Porsche fahrende Jaguar war in den Kurven stets langsamer, sodass Sellers, direkt dahinter, beim Anbremsen viel Zeit in jeder Runde einbüßte. Doch das Problem löste sich durch einen Fahrfehler des Konkurrenten von selbst: Sellers zog wieder vorbei. Nach 60 Minuten übernahm Henzler das Steuer – die Aufholjagd ging weiter. Danach begann es zu regnen, und die Niederschläge wurden immer heftiger: Zeit, die Regenpneus aufzuziehen. Die erlaubten gute Rundenzeiten. Henzler nutzte seine Chance jetzt clever. Während fast alle Konkurrenten sich bemühten, ihre Boliden auf der überfluteten Rennpiste schadlos zu halten, pflügte Henzler mit Routine durchs Wasser. Ihm gelang es, innerhalb von nur anderthalb Runden vom fünften Platz an die Spitze zu fahren. 20 Minuten vor dem regulären Ende wurde das Rennen wegen Unbefahrbarkeit der Piste dann abgesagt: Henzler, der zusammen mit Sellers den ersten Saisonsieg geholt hatte, war überglücklich.

„Als sie mich an die Box geholt hatten, um Regenreifen aufzuziehen, wollte ich erst nicht so recht. Ich wäre viel lieber auf Slicks geblieben. Doch das Team hat die richtige Entscheidung getroffen. Unsere Jungs wurden endlich für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt“, rekapitulierte er später. Weiter: „Das war ein unglaubliches Rennen. Der Regen kam genau zum richtigen Zeitpunkt.“

Der sechste Lauf in der ALMS wird am 20. August in Elkhart Lake im US-Bundesstaat Wisconsin ausgetragen. Henzler/Sellers erwartet dann ein Drei-Stunden-Rennen.