Lokalsport

Klasse, gesichert

Kirchheimer Drittligaturner können nach zweitem Saisonsieg nicht mehr absteigen

Die Kirchheimer Bundesliga-Turner haben ihren zweiten Saisonsieg eingefahren und damit bereits vorzeitig den Klassenerhalt der 3. Liga geschafft. Gegen Aufsteiger TG Wangen-Eisenharz genügte eine durchschnittliche Leistung, bei der ein Klassenunterschied trotzdem deutlich wurde. Der VfL setzte sich klar mit 59:17 durch.

Vor gut gefüllten Zuschauerrängen zeigt Kirchheims Top-Scorer Simon Paul gute Haltung am Barren. Foto: Heiko Paul
Vor gut gefüllten Zuschauerrängen zeigt Kirchheims Top-Scorer Simon Paul gute Haltung am Barren. Foto: Heiko Paul

Wangen. Knapp drei Jahre ist es her, dass die TG Wangen/Eisenharz die Kirchheimer Aufstiegsträume in die dritte Bundesliga beinahe vereitelt hätte – der VfL war damals als ungeschlagener Titelaspirant nach Wangen gereist und hatte dort eine Niederlage kassiert. Letzt­endlich klappte es dann doch noch, und nach dem Aufstieg der Wangener stand das brisante Duell an gleicher Stätte auf dem Programm.

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Doch in Wangen hat sich einiges getan – die Stadt spendierte dem Verein zum Aufstieg Matten und Geräte für fast 100 000 Euro. Da staunten die Kirchheimer nicht schlecht, welche Top-Bedingungen sie vorfanden. VfL-Coach Matthias Pohl hatte von seinem Team eine eindrucksvolle Revanche gefordert. Zumal dies von der Papierform her auch möglich erschien. Die Kirchheimer hatten in jedem Wettkampf der Saison bislang 15 bis 20 Punkte mehr geschafft als die Wangener.

Doch der Auftakt am Boden verlief alles andere als verheißungsvoll: Dominik Weber begann unkonzentriert, kippte bei seinem Winkelstütz nach hinten auf den Hosenboden, die ersten drei Score-Punkte strichen die Wangener ein. Glücklicherweise egalisierte Simon Paul mit einer stabilen Übung den Rückstand. Als Marcus Bay bei einer harten Landung auf den Boden griff, gab es von den Punktrichtern hohe Abzüge und gleich vier Score-Punkte für den Gegner. Markus Gebauer schaffte danach zwar einen Dreier, aber das erste Gerät war verloren und die Kirchheimer gewarnt.

Auch noch nicht rund lief es am Pauschenpferd. Julian Hausch und Marcus Bay mussten bei ihren Übungen das Gerät verlassen. Trotzdem fuhr das Kirchheimer Quartett mit Simon Paul und Dominik Weber neun Score-Punkte ein, der Gegner erhielt gerade mal vier und der VfL war auf der Erfolgsspur.

Moritz Pohl, Julian Hausch, Jonathan Kriegelstein und Marcus Bay demonstrierten ihre Klasse an den Ringen, 13:0 ging dieses Gerät an den VfL. Am Sprung knüpften Marius Brenner, Marcus Bay, Markus Gebauer und Simon Paul an die vorher gezeigten Leistungen an, diesmal hieß es gar 14:0 für Kirchheim. Fast eintönig dann der Barrenerfolg mit 11:0 von Simon Paul, Marcus Bay, Julian Hausch und Moritz Pohl.

Die Partie war damit entschieden, denn die VfL-Turner hatten über 40 Punkte Vorsprung. Da pro Turner in den vier Duellen maximal zehn Punkte zu holen sind, konnten die Wangener den Vorsprung bei noch einem ausstehenden Gerät auch rechnerisch nicht mehr aufholen.

Am Reck hatte Simon Paul und Julian Hausch im Gefühl des sicheren Sieges offenbar die Konzentration verlassen. Nach Absteigern überließen sie ihren Gegnern die Punkte. Weil aber Moritz Pohl und Tobias Wahl ihrerseits punkteten, reichte es zum Abschluss gerade noch zu einem 6:6, was aber am überlegenen 59:17-Erfolg nichts änderte. Das Trikot des Top-Scorers durfte sich dieses Mal Simon Paul überziehen.

Die VfL-Turner stehen nach diesem Erfolg mit ausgeglichenem Punktekonto weiterhin auf Rang vier der Tabelle. Der Klassenerhalt ist damit frühzeitig gesichert, die Turner peilen jetzt sogar einen Platz im vorderen Mittelfeld an. Dazu erwarten sie am nächsten Samstag um 16 Uhr in der Kirchheimer Raunersporthalle ein heißes Duell. Gegner ist der Absteiger aus der zweiten Bundesliga, die KTV Hohenlohe.