Lokalsport

„Kopf und Körper brauchen Pause“

Markus Hornungs sanfter Einstieg bei der SG Lenningen

Es ist geschafft. Die SG Lenningen ist zurück in der Handball-Landesliga. Ihrem Trainer Michael Rehkugler hat die Mannschaft am Samstag ein würdiges Abschiedsgeschenk bereitet. Um das Ziel Klassenerhalt muss sich nun ein anderer kümmern: Markus Hornung kennt alle Seiten des Handball-Geschäfts.

SG-Trainer Markus Hornung
SG-Trainer Markus Hornung

Markus, wie verhält man sich in so einer Stunde als kommender Trainer. Ganz nah dran oder kalkuliert distanziert?

Hornung: Ich war die Spiele zuvor natürlich in der Halle. Am Samstag habe ich beschlossen, meiner Lebensgefährtin auf dem Unterlenninger Sulzburghof zu helfen. Dort lief das erste Wochenende nach der Café-Neueröffnung. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich denke sie war richtig. Dieser Erfolg gehört Michael Rehkugler und der Mannschaft.

Ich gehe davon aus, sie waren trotzdem im Bilde?

Hornung: Natürlich. Über Whats­App war das so gut wie ein Liveticker. Ich war über alle Spielstände informiert. Spannender hätte es ja kaum sein können.

Wie viel bedeutet es Ihnen persönlich, nächstes Jahr eine Klasse höher zu spielen?

Hornung: Natürlich freue ich mich darüber. Ich bin aber nicht mit der Erwartungshaltung in Lenningen Trainer geworden, dass es mit dem Aufstieg unbedingt klappen muss. Eigentlich wollte ich die SG nur im Jugendbereich unterstützen. Jetzt kann ich immerhin mein Versprechen gegenüber dem Bürgermeister einlösen. Ich wohne seit drei Jahren in Hochwang. Als ich dort den Bauplatz gekauft habe, meinte er, ich bekomme das Grundstück nur, wenn ich mich im Lenninger Handball einbringe.

Sie mussten die vergangenen Wochen zweigleisig planen. Was ändert sich nach dem Aufstieg?

Hornung: Eigentlich nur der Start in die Vorbereitung. Ich habe meinen Trainingsplan jede Woche neu verschoben. Wir werden nun erst am 18. Juni, zwei Wochen später als geplant, beginnen. Nach den schweren Spielen in der Relegation brauchen Kopf und Körper Pause. An manchen Stellen ist weniger mehr.

Wie schätzen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt ein?

Hornung: Wenn wir gegen Gegner ab Tabellenplatz vier unsere Heimspiele gewinnen und auswärts vier oder fünf Siege holen, dann reicht es.

Braucht die SG dafür frisches Blut?

Hornung: Ich möchte in Lenningen nicht dahin, wo ich herkomme. Dass man sich überlegt, welche Position man besetzen und wie viel Geld man dafür ausgeben will. Die Mannschaft ist in Lenningen verwurzelt. Das macht ihre Stärke aus. Diesen Weg wollen wir weitergehen.

Es gibt Leute, die meinen, für die Landesliga fehle ein richtiger Rückraum-Shooter für die einfachen Tore.

Hornung: Ihre Ausgeglichenheit ist ein wesentlicher Grund, weshalb die SG aufgestiegen ist. Es wird ein Spielsystem geben, das auf diese Mannschaft passt.

Markus Hornung (40) war bis Frühjahr 2014 kommissarischer Geschäftsführer beim Frauen-Zweitligisten TV Nellingen, den er 2012 auch als Trainer betreute. Hornungs Heimatverein ist der TSV Wolfschlugen, wo er bis 2001 als Spieler aktiv war.

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