Lokalsport

Leistungsexplosion in der Europahalle

Teckathleten holen bei baden-württembergischen Hallenmeisterschaften fünf Medaillen

Gold und Silber lieben sie sehr, die Leichtathleten aus der Teck­region – und nicht nur das: Bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe gab‘s neben fünf Mal Edelmetall auch eine regelrechte Leistungsexplosion. Vor allem bei einem Nachwuchssprinter des VfL Kirchheim.

Da kommt man gerne ins Ziel: Philipp Corucle vom VfL Kirchheim ist mit seiner Siegerzeit über 60 Meter bei den „BaWüs“ seit dem
Da kommt man gerne ins Ziel: Philipp Corucle vom VfL Kirchheim ist mit seiner Siegerzeit über 60 Meter bei den „BaWüs“ seit dem Wochenende schnellster U18- und U20-Sprinter Deutschlands. Foto: Ralf Görlitz

Karlsruhe. Den Namen Philipp Corucle wird man sich merken müssen. Nicht nur, weil der 16-jährige VfL-Sprinter Sohn von Trainer-Fuchs Micky Corucle ist, sondern weil er seit dem Wochenende endgültig auf den Spuren von Tobias Unger wandelt. Mit seiner 60-MeterZeit von 6,92 Sekunden holte sich Corucle junior in Karlsruhe nicht nur überlegen den Landeshallentitel der U18, sondern katapultierte sich damit auch auf Position eins in Deutschland, sowohl in seiner Altersklasse als auch bei den älteren Sprintern der U20. „Philipp hat sich in zwei Jahren um zwei Zehntelsekunden gesteigert“, lobt Papa Micky, „er ist wirklich ein Riesentalent.“

Anzeige

Je nachdem, wie sich der Filius diese Woche von den Karlsruher Wettkampfstrapazen erholt („weil er zuvor wenig trainiert hatte, plagt ihn Muskelkater“), könnte Philipp Corucle am kommenden Wochenende bei den süddeutschen Meisterschaften, erneut in Karlsruhe, starten.

Dort auf jeden Fall dabei sein wird Alex Schaf, der sich am Samstag überlegen den 60-Meter-Titel bei den Aktiven sicherte. Im Endlauf ließ der 26-Jährige aus Kirchheim im Dress des VfB Stuttgart der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance, gewann in 6,70 Sekunden klar vor Yannick Hoecker (MTG Mannheim/6,87) und Ex-Trainingskamerad Marius Broening (LAV Tübingen/6,92), der inzwischen in München wohnt und trainiert. Nachdem zwischen Vor- und Endlauf gerade mal 35 Minuten gelegen hatten, war Schaf im Finale nicht mehr ganz so spritzig wie im Vorlauf, in dem er mit 6,67 Sekunden nur knapp über der Quali-Norm für die Hallen-WM (6,62) geblieben war – für Platz eins in den DLV-Top-Ten reichte die Zeit trotzdem. „Er ist gut drauf und kann sicher noch einen drauflegen“, glaubt Trainer Corucle.

Der hatte in der Europahalle noch weiteren Grund zum Jubeln. U20-Sprinterin Stefanie Godel holte im Dress des VfL Kirchheim völlig überraschend Silber über 60 Meter, musste sich in 7,69 Sekunden nur knapp der neue Titelträgerin Sarah Gedemer (LG Karlsruhe/7,67) geschlagen geben. Ebenfalls Silber für den VfL holte Hannah Niemeyer über 1 500 Meter der U20. Die 18-Jährige aus Owen ließ sich dabei nach kontrolliert geführtem Rennen Gold noch auf der Zielgeraden abjagen, als Katja Wölfl (Neckarsulm) sich noch im letzten Moment an Niemeyer vorbei schob und in 4.50,83 Minuten die Nase um fünf Hundertstelsekunden vorne hatte.

Eine neue persönliche Bestleistung erzielte Victor Bayer vom VfL im Finale über 60 Meter, in dem er in 7,07 Sekunden Bronze nur um drei Hundertstel verpasste und Vierter wurde.

Für eine faustdicke Überraschung sorgte in Karlsruhe Kugelstoßtalent Mario Scheufele von der LG Teck. Mit dem Ziel, um Platz vier mitkämpfen zu wollen, in der Europahalle angetreten, holte der Weilheimer unverhofft Silber bei den U18. Bemerkenswert: Der entscheidende Stoß auf 16,50 Meter gelang dem jungen Weilheimer erst im letzten Versuch, bis zu dem der Mannheimer Cedric Trinemeier mit 16,43 auf Rang zwei gelegen hatte. Scheufeles Vereinskamerad Fritz Zanker, im ersten B-Jugendjahr am Start, schaffte überraschend den Sprung ins Finale der besten acht und belegte dort mit 14,73 Metern den respektablen fünften Platz.pet