Lokalsport

Lenninger Teams auf Ötlingen-Jagd

Kreisliga B, Staffel 6: Ein Trio kämpft um Meisterschaft und Relegation – SV Nabern in Lauerstellung

Drei Teams kämpfen in der Kreisliga B 6 noch um Meisterschaft, Relegation und Aufstieg. Dies sind Tabellenführer TSV Ötlingen und die dahinter platzierten Lenninger Mannschaften aus Unter- sowie Oberlenningen. Zusammen mit dem SV Nabern in Lauerstellung, prägt dieses Quartett das Tabellenbild vor dem Rückrundenstart.

Fussball-Kreisliga B, Derby, TSV Oberlenningen (blau) - TV Unterlenningen, Zweikampf im Unterlenninger Strafraum
Fussball-Kreisliga B, Derby, TSV Oberlenningen (blau) - TV Unterlenningen, Zweikampf im Unterlenninger Strafraum

Kirchheim. Vor der Saison von den übrigen Teams nur auf Rang zwei der Titelkandidaten gehandelt, glauben mittlerweile über zwei Drittel an die Meisterschaft des TSV Ötlingen. Der Primus hat es als einziges Team selbst in der Hand, Platz eins und damit den sofortigen Wiederaufstieg unter Dach und Fach zu bringen. Großen Anteil am Erfolg der Ötlinger haben Spielertrainer Birant Sentürk und Goagletter José Azevedo mit jeweils 26 Treffern. Ausschlaggebend wird der Auftakt beim TSV Oberlenningen, dem vermeintlich härtesten Rivalen, am kommenden Sonntag sein. „Bisher sind wir im Soll, Disziplin und Zusammenhalt haben sich im Vergleich zur letzten Saison ebenfalls deutlich verbessert. Einzig in der Chancenverwertung könnten wir uns vielleicht noch etwas steigern“, sagt Spielleiter Mathias Schlanderer.

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Die Überraschung im Spitzentrio stellt der TV Unterlenningen dar. Die Schützlinge von Trainer Marc Mayer stehen mit einem relativ kleinen Kader zwischen den beiden Topfavoriten aus Ötlingen und Oberlenningen auf Platz zwei. Mayer selbst hatte großen Anteil am Erfolg, erzielte er doch alleine 22 der 59 TVU-Treffer. Spiel- und Abteilungsleiter Manfred Traumüller resümiert auch angesichts der lange schwelenden Fusionsgespräche mit Lokalrivale TSV Ober­lenningen positiv: „Wir haben uns von diesen ständigen Querelen nicht beeinflussen lassen und uns auf das Sportliche konzentriert. Gott sei Dank gibt es anlässlich unseres doch recht kleinen Kaders nicht mehr so viele Wochenspiele.“

Beim TSV Oberlenningen hat der im Sommer von Spiel- und Abteilungsleiter Rainer Ziegelin geholte Spielertrainer Alessandro di Martile die Erwartungen bislang erfüllt. Er führte die junge Truppe nach dem Abstieg 2010 und der letztjährigen Seuchensaison wieder zurück in die Erfolgsspur. Falls übermorgen die drei Punkte gegen den TSV Ötlingen eingefahren werden können, wäre der Titelkampf wieder völlig offen. Helfen soll dabei der in Holzmaden gescheiterte Spielertrainer Michael Thon. „Das war sehr wichtig für uns, mit so einem erfahrenen Stürmer wie Michael in der Winterpause personell nachzulegen“, sagt Di Martile.

Favoritenschreck SV Nabern rangiert auf Platz vier und will diesen zumindest halten. Sehr wichtig dabei ist der Auftritt am Sonntag beim TV Unterlenningen. In der Vorrunde konnte der TVU mit 4:1 geschlagen nach Hause geschickt werden, wie überhaupt der Obere Wasen eine Heimbastion für den SVN ist. Nur der TSV Ötlingen konnte bisher dort Punkte entführen. „Die Heimstärke zu halten, ist eines unserer Ziele für die restlichen zehn Spiele“, so Abteilungsleiter Michael Dangel. „Wenn wir eine ähnlich starke Rückrunde wie letzte Saison spielen, könnte dies machbar sein.“

Auf Platz fünf befindet sich derzeit der TSV Ohmden, jedoch bereits sieben Punkte hinter dem SV Nabern. „Da wir fast jede Woche in einer anderen Besetzung gespielt haben, stehen wir ganz gut da, zumal die Anzahl an Studenten und Verletzten einer guten Trainingsbeteiligung mehr als abträglich war“, so Abteilungsleiter Peter Scherrer. Im gleichen Atemzug gibt der TSVO-Abteilungsleiter auch die Zielsetzung für die restliche Rückrunde vor. „Wir wollen unter den ersten fünf bleiben und eine schlagkräftige Truppe aufbauen.“ Zum Jahresauftakt gastieren die Ohmdener am Sonntag in Owen.

Die große Enttäuschung des bisherigen Saisonverlaufs ist der TSV Jesingen II. Der letztjährige Vizemeister konnte nach dem Scheitern in der Relegation die Abgänge nicht kompensieren. Jetzt gilt es, das Beste aus der verkorksten Saison zu machen. „Mit dem Aufstieg haben wir natürlich nichts mehr zu tun, dennoch wollen wir noch den einen oder anderen überholen und die Oberen ärgern“, so Spielertrainer Marc Augustin. Warmschießen können sich er und seine Jungs zum Auftakt gegen Schlusslicht TSV Linsenhofen II am Sonntag in den Lehenäckern.

Nicht minder enttäuschend das bisherige Abschneiden des TSV Holzmaden. Mit gerade mal 17 Punkten rangieren die „Saurier“ auf Platz neun. Nach der Demissionierung Michael Thons wagt sich nun der aus Dettingen kommende Heiko Blum­auer an die Holzmadener Mission, die da heißt Wiederaufbau. „Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen versuchen, den bisher bescheidenen Saisonverlauf in der Rückrunde erfreulicher zu gestalten“, so Spielleiter Marius Remmler.

Etwas mehr versprochen hat sich auch der TSV Schlierbach. Vor Beginn der Saison ging zwar ein Umbruch voraus. Doch Borislav Bogojevic, der willens war, dieses Erbe anzutreten, scheiterte relativ kläglich am Widerstand einiger älterer Spieler, und so übernahm im November mit Stefan Ziehfreund ein alter Bekannter wieder das Zepter auf der Bergreute. Selbiger gab jedoch wenige Wochen darauf ebenfalls seinen Rückzug bekannt, sodass Spielleiter Uwe „Mucki“ Schulz nun das Traineramt bis Saisonende übernimmt.

Nach der enttäuschenden Vorsaison und dem zehnten Rang wollten die SF Dettingen II wieder an die erfolgreiche Zeit vor drei Jahren anknüpfen. Rang fünf wurde vor der Saison angepeilt, auf Rang acht stehen die Dettinger derzeit. SFD-Vereinsboss Wolfgang Mutzbauer fordert eine deutliche Leistungssteigerung. „Bei den jungen Spielern müssen Siegeswille und Ernsthaftigkeit stärker ausgeprägt werden, denn das Ziel Platz fünf ist nicht erreicht und momentan weit entfernt.“

Boden gutmachen will auch der bisherige Tabellenzehnte, SGEH II. „Die Leistungen und das Engagement müssen konstanter und größer werden“, so Spielertrainer Jens Gassner.

Personalnot herrscht derweil beim AC Catania II. Durch viele verletzungsbedingte Ausfälle in der ersten Mannschaft musste die ACC-Reserve bereits ein Spiel absagen. Eine zweite Absage würde die Mannen um Christo Nakudis schon ernsthaft in die Bredouille bringen, da eine dritte Absage das Aus und eine Geldstrafe zur Folge hätte. „Unter diesen Umständen sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf ganz zufrieden“, so Abteilungsleiter Pasquale Martinelli.

Sechs Punkte Rückstand sind es für den TV Neidlingen II derzeit auf das ausgegebene Ziel einstelliger Tabellenplatz. „Durch die Ausfälle und Anleihen an die Erste konnte sich der Kader der Reserve nie richtig einspielen“, klagt Abteilungsleiter Patrick Hitzer. „Erfreulich ist allerdings, dass unsere Zweite keine einzige Klatsche hinnehmen musste und auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner recht gut ausgesehen hat.“

Beim TSV Owen macht Spielleiter Hermann Scheu aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Mit dem seitherigen Verlauf können wir einfach nicht zufrieden sein, doch die Jungs versieben ihre vielen Torchancen mit solch einer regelmäßigen Fahrlässigkeit und lassen dann nach einem Rückstand die Köpfe hängen. Sonst wäre ein einstelliger Tabellenplatz locker machbar“, meint Scheu.