Lokalsport

Niederlage locker weggesteckt

Kirchheimer Drittliga-Turner verlieren 19:52 gegen Sulzbach und beenden die Saison als Siebte

Trotz der deutlichen 19:52-Niederlage gegen die TSG Sulzbach blieben die Gesichter der Kirchheimer Turner entspannt. In seiner ersten Saison in der dritten Bundesliga rutschte das VfL-Team zwar vom vierten auf den siebten Rang ab, hatte aber den Klassenerhalt schon vorher geschafft.

Kirchheim Raunersporthalle, Turnen 3.Liga MŠnner:VfL-TSG SulzbachMarius Gebhard
Kirchheim Raunersporthalle, Turnen 3.Liga MŠnner:VfL-TSG SulzbachMarius Gebhard

Kirchheim. Der Kampf um den vierten Rang in der dritten Bundesliga Nord hätte spannend werden können, denn hinter den „großen Drei“ – Koblenz, Köln und Hohenlohe – lagen vier Mannschaften punktgleich und nur durch wenige Gerätepunkte voneinander getrennt. Ein Sieg hätte Kirchheim auf Platz fünf oder vier gespült.

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Doch die Voraussetzungen waren für die VfL-Turner alles andere als glücklich: Felix Pohl und Julian Hausch mussten sich gegen Sulzbach auf Anordnung ihrer Stützpunkttrainer schonen, schließlich hatten sie die Chance, tags darauf ins Nationaltrikot zu schlüpfen. Zu guter Letzt hatte sich noch Simon Paul am Sprunggelenk verletzt. Der hatte bislang zuverlässig Score-Punkte gesammelt und sollte an sechs Geräten turnen. Doch an seinen Einsatz war nicht zu denken.

So musste gleich zum Auftakt des Wettkampfs sein Bruder Daniel Paul am Boden gegen Sulzbachs Nummer zwei, Florian Krick, antreten. Nach langer Verletzungspause und gerade überstandener Virusinfektion ging dem 17-Jährigen zum Ende seiner Übung auf dem zwölf mal zwölf Meter großen Bodenquadrat ein wenig die Puste aus, und Sulzbach hatte sich die ersten vier Score-Punkte gesichert. Dominik Weber (12,70), in dieser Saison zum ersten Mal am Boden am Start, löste seine Aufgabe gut, traf aber auf einen stärkeren Gegner. Sechskämpfer Marcus Bay (12,95) sicherte den Kirchheimern mit einer tollen Übung die ersten beiden Punkte, Christopher Hahn (12,85) brillierte wieder mit einem Doppelsalto, hatte aber das Pech, auf Johannes Krick (13,60), einen der bes­ten Turner der Liga, zu treffen: Die TSG Sulzbach lag mit 9:2 Punkten in Front.

Guter VfL-Auftakt dann am Pauschenpferd. Marius Gebhardt (11,45) hielt seinen Gegner in Schach und holte einen Punkt. Felix Pohl (13,30) schrieb dem Kirchheimer Konto vier Punkte gut. Dominik Weber (11,60) gab gegen Johannes Krick (11,75) nur einen Punkt ab, Marcus Bay (12,25) lag mit Florian Krick (12,15) nahezu gleichauf: Das Pferd blieb wie schon die ganze Saison eine Bastion des Kirchheimer Teams, die Gerätewertung ging mit fünf zu eins an den VfL.

An den Ringen holte nur Routinier Christopher Hahn (12,20) Score-Punkte für das Kirchheimer Team, Andreas Mahler, Marius Gebhardt und Marcus Bay (12,60) waren auf stärkere Gegner getroffen. Letzterer blieb zwar nahezu fehlerfrei, traf aber auf den Sulzbacher Top-Scorer Johannes Krick, der an den Ringen mit dem höchsten Ausgangswert des Tages und guter Ausführung glänzte.

Der brummte Daniel Paul (12,60) zu Beginn am Sprung auch gleich einen Vierer auf und Marcus Bay (13,35) gab zwei Punkte ab. Paul Kohnle (13,90) und Christopher Hahn (13,75) gewannen zwar mit gestreckten Tsukaharas ihre Duelle deutlich, aber auch dieses Gerät gewannen die Gäs­te.

Ein ähnliches Bild am Barren: die Kirchheimer Turner gut, die Sulzbacher einen Tick besser. Andreas Mahler (12,0), Christopher Hahn (11,80), Paul Kohnle (11,60) und Marcus Bay (12,55) gaben die Gerätewertung mit 2:9 Punkten verloren. Das Quartett Dominik Weber, Marius Gebhardt, Paul Kohnle und Marcus Bay hatte zum Abschluss am Reck nichts zu bestellen, einzig Paul Kohnle (12,10) setzte sich gegen seinen Kontrahenten durch.

19 Score-Punkte verbuchte der VfL Kirchheim auf der Habenseite, 52 die TSG Suzbach. VfL-Coach Matthias Pohl nahm es gelassen. „Unsere Einschätzung hat sich bewahrheitet“, kommentierte er die Niederlage. „In Bestbesetzung hätten wir das Sulzbacher Team geschlagen.“ Damit sind die Kirchheimer Turner auf den siebten Tabellenrang abgerutscht, ein Platz hinter dem punktgleichen TV Großen-Linden, während die TSG Sulzbach auf Rang vier kletterte und das Niedersächsische Turn-Team Vinnhorst auf Rang fünf verwies. In der Relegation kämpft nun der Tabellenletzte TV Hösbach gegen den Abstieg.

Ungeschlagen wurde die KTV Kob­lenz Meister. Sie hat in ihrem letzten Wettkampf die KTV Hohenlohe mit 51:15 Punkte buchstäblich von den Geräten gefegt.