Lokalsport

Oberlenninger Chancenplus verpufft

Kreisliga-Relegation: TSV Grafenberg siegt in Jesingen 5:2 – „Haben es versäumt, die „Dinger“ zu machen“

Es hat nicht sollen sein – im entscheidenden Relegationsspiel um den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A unterlag der TSV Oberlenningen vor rund 350 Zuschauern in den Jesinger Lehenäckern 2:5 (0:2) gegen den Vornamensvetter aus Grafenberg. Damit müssen die Lenninger ein weiteres Jahr in der B-Liga spielen.

Kirchheim. Es war ein Sieg, der am Ende um zwei Tore zu hoch ausfiel. Die Lenninger hatten zuvor über weite Strecken der ersten Halbzeit und Mitte des zweiten Spielabschnitts ein optisches Übergewicht und die Majorität der Torchancen für sich verbucht gehabt – diese jedoch nicht genutzt. Grafenbergs Coach Peter Slavic erkannte die Oberlenninger Leistung nach dem Schlusspfiff und einer ausgiebigen Bierdusche an: „Wenn die Lenninger in der starken Anfangsphase ein, zwei Tore gemacht hätten, wäre das Spiel komplett anders verlaufen.“

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Tatsächlich hatten die TSVO-Goalgetter Alen Grosic (2., 21.) und Eugen Neustätter (25., 28.) die sogenannten „Hundertprozentigen“ auf dem Fuß gehabt, waren aber entweder am großartig parierenden Grafenberger Torspieler Daniel Hildinger oder am eigenen Schusspech gescheitert. Die Grafenberger stellten mit dem 1:0 durch Moritz Sonyi den Spielstand zu diesem Zeitpunkt quasi auf den Kopf (20.). Die Ober­lenninger zeigten sich unbeeindruckt vom Rückstand, spielten weiter munter nach vorne – und kassierten mit dem dritten Angriff der Grafenberger den zweiten Gegentreffer durch Sonyi (33.). Es war ein Spiegel der Liga-Rückrunde des TSV Grafenberg: nicht unbedingt schön – aber effizient.

Die Oberlenninger Psyche schien für einen Moment angekratzt, die Gegenwehr schwand. Novak scheiterte an TSVO-Abwehrcrack Johannes Ruder, der für seinen geschlagenen Torspieler auf der Linie rettete (40.). Als unmittelbar nach dem Seitenwechsel Novak nach einem Durcheinander in der Lenninger Abwehr das 3:0 markierte (48.), gab kaum einer der 350 Zuschauer einen Pfifferling für den Kreisliga-B-Releganten.

Doch die Lenninger steckten nie auf. Nachdem abermals Grosic mit einem Seitfallzieher das Tor nicht getroffen hatte (53.) wurde Maximilian Köber im Strafraum zu Fall gebracht und Hamit Geckin verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 3:1 (59.). Keine 120 Sekunden später war Grosic erfolgreich und erzielte mit einer schönen Einzelleistung das 3:2 (61.).

Die Partie war wieder völlig offen, jedoch schien sich die Erfahrenheit der Grafenberger durchzusetzen. Das 4:2 durch Jochen Zenger (83.) erhitzte die Gemüter, weil dem Treffer eine klare Abseitsstellung vorausgegangen war. Es war letztlich die Vorentscheidung einer immer spannenden Partie – auch weil in den nachfolgenden Diskussionen und Aktionen zunächst Ruder, dann Spielertrainer Alessandro Di Martile per Gelb-Roter Karte vorzeitig Feierabend hatten. Der Schlusspunkt zum 5:2 durch Kevin Schwarz (90.) war nurmehr Ergebniskosmetik.

TSVO-Spielertrainer Di Martile haderte nach Spielschluss mit der Torchancenverwertung: „Wir waren zu Beginn auf Augenhöhe, haben es aber versäumt die ‚Dinger‘ zu machen.“

TSV Grafenberg: Hildinger – Matthias Gugel, Thurner, Gneiting, Ahmad – Schwarz, Opalla (65. Sebastian Gugel), Zenger, Novak (89. Sessa), Pracht – Sonyi

TSV Oberlenningen: Dravetz – Ruder, Airich, Sergei Neustätter, Köber – Eugen Neustätter, Di Martile, Hamit Geckin, Thon (62. Savasta), Soner Geckin - Grosic

Tore: 1:0, 2:0 Sonyi (20., 33.), 3:0 Novak (48.), 3:1 Hamit Geckin (59./Foulelfmeter), 3:2 Grosic (61.), 4:2 Zenger (83.), 5:2 Schwarz (90.)

Gelbe Karte: Novak, Zenger – Ruder, Köber, Airich, Sergei Neustätter, Di Martile

Gelb-Rote Karten: Ruder (83./TSVO/wg. Reklamierens), Di Martile (88./TSVO/wiederh. Foulspiel)

Zuschauer: 350 (215 zahlende)

Schiedsrichter: Andreas Iby (Neuhausen)

Bes. Vorkommnis: Opalla (TSVG) scheitert per Foulelfmeter an Torspieler Dravetz (18.)