Lokalsport

Ritter im Spielrausch

Zweitliga-Basketballer degradieren Jena mit 113:101

Die Kirchheim Knights haben Pro A-Spitzenreiter Science City Jena entthront. Dank des 113:101 (59:54)-Heimerfolgs drangen die internationalen Basketball-Ritter von der Teck am dritten Spieltag in die Spitzengruppe vor.

Kirchheim Knights - JenaDJ Byrd
Kirchheim Knights - JenaDJ Byrd

Kirchheim. Es war ein Spiel, das Trainer Frenkie Ignjatovic als denkwürdig beschrieb. Minutenlange Standing Ovations durch begeisterte Zuschauer prägten das Bild in der Sporthalle Stadtmitte am Samstagabend gegen 21.30 Uhr. Soeben hatten die Ritter den großen Favoriten aus Jena besiegt. „Das ist ein großer Tag für den Kirchheimer Basketball. Ich habe selten eine physisch so starke Mannschaft gesehen wie Jena. Dass wir dieses Team geschlagen haben, macht uns alle stolz“, sagte Ignjatovic.

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Wie schon in den ersten beiden Partien zeigten die Ritter eine enorm starke Teamleistung, und Bryan Smithson war so etwas wie der Anführer. 11 Assists und sieben Rebounds legte der Amerikaner auf. Kirchheimer Topscorer waren allerdings Max Rockmann und Kapitän Radi Tomasevic mit jeweils 23 Punkten. Lange Zeit konnte sich keines der beiden Teams absetzen. Schon zu Beginn wurde den Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte klar, dass an diesem Abend etwas Besonderes geschehen könnte. Beide Mannschaften trafen aus allen Lagen, obwohl intensiv verteidigt wurde. Auch im zweiten Abschnitt ein unverändertes Bild.

Bei den Knights zeigte Max Rockmann sein ganzes Können. Seine ersten sechs Wurfversuche fanden alle ihr gewünschtes Ziel. Am Schluss standen neun Treffer bei zwölf Wurfversuchen zu Buche. Mit einem knappen Fünf-Punkte-Rückstand ging es für die Teckstädter in die Kabinen. Auch das dritte Viertel brachte keine Vorentscheidung. Besonders Dorenzo Hudson vermieste den Rittern jeden Versuch sich abzusetzen. Doch die Knights hatten nun Blut geleckt. Immer wieder visierten sie den gegnerischen Korb an. Besonders DJ Byrd traf nun bei jedem Wurf von außerhalb der Drei-Punkt-Linie.

Der Schlussabschnitt sollte die Entscheidung bringen. Trainer Ignjatovic reagierte: Sebastian Adeberg erhielt den Auftrag, den gegnerischen Forward kaltzustellen. Und dies gelang ihm beeindruckend. Nur noch einen Punkt erzielte Jenas Hudson im Schlussabschnitt, während Adeberg selbst in der Offensive wichtige Akzente setzen konnte. Angetrieben vom furiosen Publikum kämpften die Ritter um jeden Ball. In der Offensive kam nun die große Stunde von Routinier Tomasevic. Abgezockt wie eh und je dirigierte er mit Smithson das Kirchheimer Spiel und nutzte jeden Zentimeter um zum Korb zu ziehen. Hatte man zu Beginn noch (zu) großen Respekt vor der Zehn-Mann-Rotation der Gäste, ließen die Hausherren nun nicht locker und schalteten in der Defensive einen Gang höher. Sie zwangen Jena zu schwierigen Würfen und konnten ihrerseits nun zu Schnellangriffen ansetzen. Punkt für Punkt setzten sich die Teckstädter ab und brachten das Publikum zum Toben.

Die Gäste hatten in der Schlussphase einfach keine Antwort parat und so war es Kapitän Tomasevic per Dreier überlassen, den Schlusspunkt zu setzen. Ein äußerst wichtiger Heimsieg, denn auf die Ritter kommen nun schwierige Auswärtsaufgaben in Essen und Gießen zu, bevor es zu Hause gegen Heidelberg geht. Wichtige Wochen für das neu formierte Ritter-Team, das sich nicht zuletzt am Samstagabend als verschworene Einheit zeigte.cs

Ausschnitte und Interviews vom Spiel gibt es unter den Adressen http://youtu.be/Swv9YYEBhAQ, http://youtu.be/dUh1vlWnDMI, http://youtu.be/mDU_JGrzaD4 und http://youtu.be/YNNe3iXfb-w zu sehen.

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