Lokalsport

Schwesterherzen im Pistenfieber

Hannah und Louisa Pegios aus Kirchheim sind zwei der erfolgreichsten Skitalente im Bezirk

Zwei Schwestern im Teenie-Alter, die im gleichen Sport auf Wettkampfebene um Erfolge kämpfen – wer dabei an ­Zickenalarm denkt, ist zumindest bei Hannah und Louisa Pegios an der falschen Adresse. Die 14  und 11 Jahre alten Kirchheimerinnen sind auf und abseits der Skipiste ein Herz und eine Seele und vermutlich auch deshalb zwei der erfolgreichsten Nachwuchsfahrerinnen im Bezirk.

Skitalente Hannah+Louisa Pegios (HafenkŠs 35)
Skitalente Hannah+Louisa Pegios (HafenkŠs 35)

Kirchheim. Funkelnde Pokale und glänzende Medaillen wohin das Auge reicht: das Treppenhaus der Familie Pegios ist stummer Zeuge der größten Leidenschaft, die die vierköpfige Familie aus Kirchheim teilt. Petra, Konstantin, Hannah und Loui­sa sind die personifizierten Skifreaks – im positiven Sinne. Kaum ein Wochenende zwischen Oktober und April, an denen die vier nicht irgendwelche Hänge und Pisten hinunterwedeln.

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Dabei sind es vor allem die beiden Töchter, die für die Befüllung der unzähligen Regale im Treppenhaus verantwortlich sind. Die 14-jährige Hannah und die elfjährige Louisa mischen jeweils seit dem Kleinkindalter im alpinen Wettkampfgeschehen rund um die Teck mit. Und das ziemlich erfolgreich, schließlich gehören beide in ihren Altersklassen dem Bezirkskader an, Louisa wird gar vom Schwäbischen Skiverband gefördert.

„Die beiden hatten eigentlich keine andere Wahl als Ski zu fahren“, lacht Petra Pegios, deren Familie aus dem Skilehrwesen des VfL Kirchheim kommt und den Verein seit Jahren mitprägt. Die 45-Jährige und ihr Mann sind genauso beim VfL aktiv wie ihr Bruder Wolfgang Butz und dessen Frau Brigitte. Skifahren liegt Hannah und Louisa also quasi in den Genen. „Es macht einfach Spaß, die Piste runterzusausen“, bringt Hannah die Faszination der beiden liebs­tes Hobby auf den Punkt.

Wobei das Fahren um des Fahrens Willen eher die Ausnahme ist. Dafür messen sich die Schwestern viel zu gerne mit anderen und bestreiten Wettkämpfe. „Ich will schon immer Erste werden“, grinst Hannah, die bei sogenannten Kat-II-Rennen an den Start geht, verbandsweit die zweithöchste Ebene im Schülerbereich. Die kleine Schwester ist noch einen Tick erfolgreicher. Louisa hat im deutschen Schülercup unter den bundesweit 60 besten Talenten schon die Plätze 27 und 28 belegt.

Dass dafür viel und oft trainiert werden muss, nehmen die Geschwis­ter gerne in Kauf. Im Sommer beim Joggen im Weilheimer Stadion Kondition bolzen, ab Herbst in der Freihofhalle Schnellkraftübungen absolvieren und gleichzeitig an vielen Wochenenden im Jahr Schneetraining in den Alpen – für beide kein Problem, im Gegenteil: Hannah und Louisa freuen sich wie die Schneeköniginnen auf jede Minute, die sie ihrem Lieblingssport widmen können.

Damit sie das auch problemlos können, müssen nicht zuletzt die Eltern großes Organisationsgeschick an den Tag legen. Zumal beide Töchter mittlerweile über jeweils vier Paar Skier verfügen, die gepflegt werden wollen. Dass Papa Konstantin nach Feierabend die jeweils zwei Sätze Trainings- und Wettkampfskier für Slalom und Riesenslalom mit Wachs präpariert, ist da keine Seltenheit. Das Wettkampfgerät muss schließlich möglichst podiumstauglich sein, um nicht für lange Gesichter zu sorgen. „Verlieren können beide zwar schon gut, aber das eine oder andere Tränchen kommt dann doch auch mal“, schmunzelt Petra Pegios.

Der sportliche Ehrgeiz bezieht sich dabei jedoch nur auf andere. Die beiden Schwestern, die liebend gerne Kissenschlachten veranstalten, sehen sich nicht als Konkurrentinnen, im Gegenteil. „Da wird gegenseitig mitgefiebert, es gibt keinen Neid“, sagt Mama Petra, die den Töchtern zusammen mit ihrem Mann vergangenes Weihnachten die wohl größte Freude machte, die man Ski-Fans machen kann: Die Familie fuhr gemeinsam zur WM nach Garmisch-Partenkirchen, wo Hannah und Loui­sa ihre großen Vorbilder bewundern konnten. „Von Maria Riesch haben wir uns Autogramme geholt, Lindsey Vonn beim Essen getroffen“, erzählen die beiden, bei denen auch der Kroate Ivica Kostelic und die Slowenin Tina Maze hoch im Kurs stehen.

Die nächste Chance, ihren Idolen nachzueifern, bietet sich Mitte Januar bei den baden-württembergischen Meisterschaften am Feldberg. Davor stehen – je nach Wetterlage – eventuell auch Starts beim Nachtslalom an der Pfulb am 6. Januar an.