Lokalsport

Spannung oben wie unten

Dichtes Leistungsgefüge vor Rest-Rückrundenstart in der Fußball-Bezirksliga

Spannung an der Spitze, Enge am Ende – selten zuvor waren Titelrennen und Abstiegskampf in der Fußball-Bezirksliga so offen wie diese Saison.

Fussball-Bezirksliga SF Dettingen (rot/schwarz) - FC Heiningen
Fussball-Bezirksliga SF Dettingen (rot/schwarz) - FC Heiningen

Heiningen. Das Leistungsgefüge in der Beletage des Fußballbezirks ist dichter geworden. Vorbei die Zeiten, als Teams wie der TSV Deizisau (2010), der TSV RSK Esslingen (2009) oder der TSV Boll (2008) der Konkurrenz zur Winterpause enteilt waren. Die beiden diesjährigen Spitzenteams trennen vor Beginn der aktuellen Rückrunde nur drei Punkte, FC Heiningen (40) und VfL Kirchheim II (37) lieferten sich in der Vorrunde Woche für Woche ein spannendes Fernduell, das übermorgen seine Fortsetzung findet.

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Primus Heiningen hat seine Aufstiegsambitionen mit den Wintertransfers nochmals untermauert. Neben Lukasz Wolak vom Landesligisten TSV Bad Boll kam mit Dominik Mader vom VfR Aalen II auch ein Spieler mit Ober- und Verbandsligaerfahrung. Der 22-jährige Stürmer hat sich mit den beiden Treffern beim 2:0-Sieg im Bezirkspokal-Achtelfinale gegen Jebenhausen vergangenes Wochenende glänzend eingefügt.

Hinter dem VfL Kirchheim II auf Rang drei liegt der FV 09 Nürtingen, der trotz vier Punkten Rückstand auf den VfL und derer sieben auf Heiningen die Hoffnung auf die Spitzenplätze noch nicht aufgegeben hat. „Wir haben in den ersten fünf Spielen zu viele Punkte verschenkt, obwohl wir immer die klar bessere Mannschaft waren. Deshalb hinken wir den beiden führenden Teams immer noch hinterher“, ärgert sich Trainer Klaus Fischer, dessen Team allerdings auch den Atem von Verfolger TSV Berkheim spürt. Bei drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger sind die Esslinger die Überraschung der Saison – für den Trainer des TSVB jedoch nicht unbedingt. „Wer die Mannschaft kennt, weiß, zu was sie in der Lage ist“, so Michael Erhardt.

Ab dem fünftplatzierten TSV Neckartailfingen beginnt das tabellarische Mittelfeld, dessen Abstand zur Abstiegszone allerdings zu klein ist, als dass sich Teams wie Neckartailfingen ihrer Sache im Abstiegskampf schon sicher sein könnten. Bei mutmaßlich vier Direktabsteigern trennen Platz fünf und Relegationsplatz zwölf gerade mal fünf Punkte. Kein Wunder, dass Funktionäre wie die vom VfB Oberesslingen/Zell als Ziel ausgeben, so schnell wie möglich 40 Punkte zu erreichen, um nicht noch in Abstiegsgefahr zu geraten.

Ein bisschen entspannter sieht‘s der Trainer des Tabellensiebten TSV RSK Esslingen, Michael Lattacher. „Der Zug für uns nach oben ist abgefahren. Unser Ziel ist es jetzt, noch unter die ersten fünf zu kommen.“

Tabellarisch eng beieinander – doch völlig unterschiedliche Gefühlslagen herrschen beim FTSV Kuchen (8.) und dem FV Neuhausen (9.). Da Kuchen vor der Saison als Absteiger Nummer eins gehandelt wurde, sind die Verantwortlichen mit dem Erreichten bisher zufrieden. Lange Gesichter hingegen in Neuhausen, wo man sich vor Rundenbeginn deutlich mehr ausgerechnet hatte.

Bezirksliganeuling TSV Wendlingen geht als Tabellenzehnter in die restliche Rückrunde, was Trainer Klaus Müller ein positives Zwischenfazit entlockt. „Wir haben eine ganz gute Rolle gespielt.“ Dennoch wird es für die Wendlinger bei aktuell nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz schwer, die Klasse zu halten. Gleiches gilt für den Elften, GSV Dürnau, bei dem sich bereits leichte Resignation breitmacht. „Unsere Leistungen waren einfach nicht konstant genug, um eine bessere Platzierung erreichen zu können“, sagt GSV-Trainer Michael Hütt.

Auf dem Relegationsplatz steht der VfB Reichenbach, dessen größte Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt Thomas Konnerth heißt – der Stürmer ist mit 15 Treffern aktuell Toptorjäger der Liga. Doch selbst wenn er sein Visier in der Rückrunde genauso scharf einstellt, wird es für den VfB schwer, die Klasse zu halten. Zumal die Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 21 Jahren zu den jüngsten der Liga zählt.

Kaum noch Hoffnung auf den Ligaverbleib hegen die beiden letztplatzierten Teams. „Uns haben zu viele Leistungsträger verlassen“, meint der Abteilungsleiter des Vorletzten FC Rechberghausen, Werner Schellmann. Und beim abgeschlagenen Schlusslicht TV Unterboihingen laufen bereits die Planungen für die Kreisliga A. „Es müssten schon Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, wenn wir den Abstieg noch verhindern wollten“, sagt Abteilungsleiter Christian Hiergeist.