Lokalsport

Tragisches Aus im Elfmeterschießen

Halbfinale: Weilheim scheitert an SFD-Kämpfern

Favoritensieg und Favoritensturz: Die Halbfinalpartien brachten ein Wechselbad der Gefühle.

Kirchheim Stadion, Teckbotenpokal, TB-Pokal 2011HalbfinaleVfL Kirchheim II (gelb) - TSV Jesingen (blau)
Kirchheim Stadion, Teckbotenpokal, TB-Pokal 2011HalbfinaleVfL Kirchheim II (gelb) - TSV Jesingen (blau)

TSV Jesingen – VfL Kirchheim II 1:2 (0:1): Obwohl der Bezirksligist mehr vom Spiel und die eindeutig besseren Torchancen hatte, musste er bis zum Schlusspfiff um den Einzug ins Finale bangen, denn die laufstarken Jesinger kämpften um jeden Ball. Umgekehrt versiebte Josib Colic (VfL) zwei „hundertprozentige“ Torchancen. Nach einer Viertelstunde brachte der 19-Jährige das Kunststück fertig, das Leder aus fünf Metern am leeren Tor vorbei zu schießen, kurz nach dem Seitenwechsel traf er aus guter Position erneut das Tor nicht (32.). „Da muss ich zwei Tore machen“, sagte Colic selbstkritisch hinterher. Lange stand es 0:0 – das VfL-Führungstor ging danach von Colic aus: Nach seiner mustergültigen Vorlage hatte VfL-Torjäger Santos Araujo keine Mühe, das 1:0 zu erzielen. Fünf Minuten später besorgte erneut Santos Araujo das 2:0. Trotz des Rückstandes gab die Elf von den Lehenäckern nie auf und hätte durch Steffen Olpp fast den Anschlusstreffer erzielt, aber er traf freistehend aus zwölf Metern Entfernung das Leder nicht voll (39.). Ein Eckball von Markus Dettinger brachte durch einen wuchtigen Kopfball von Philipp Nuffer das 2:1 (40.). In der Schlussphase boten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, aber auf beiden Seiten gab es keine gute Einschussmöglichkeit mehr. „Wir haben uns durch das Auslassen zahlreicher Chance in Schwierigkeiten gebracht“, sagte VfL-Coach Stefan Haußmann. Sein Antipode Marc Kaisner sah es so: „Der Einzug ins Finale wäre heute möglich gewesen.“ Tore: 0:1, 0:2 Tiago Santos Araujo (28., 38.), 1:2 Philipp Nuffer (40.).

TSV Weilheim – SF Dettingen n. E. 7:8 (0:0): Im bis dahin größten Turnier-Krimi brachte im Elfmeterschießen der 16. Schuss die Entscheidung: Sebastian Cronauer wurde zum tragische Helden, als er das Leder um eine halbe Armlänge rechts am Tor vorbei setzte. Im Gegenzug machte Selcuk Yurt die Turnierüberraschung perfekt: Rekord- und Vorjahressieger TSV Weilheim war aus dem Rennen. Für TSV-Keeper Bastian Treiber, der bis dahin kein Gegentor in der regulären Zeit kassiert hatte, war‘s zwar ein bitterer Moment, aber es gab keinen Grund für Selbstvorwürfe: „Da gab es nichts zu halten.“ Dem war so, denn alle Dettinger Elfmetertreffer waren nahezu perfekt geschossen. Der Landesligist musste sich später den Vorwurf gefallen lassen, während der 60 Spielminuten nicht eine nennenswerte Einschussmöglichkeit heraus gespielt zu haben. Nach Spiel-ende war SFD-Spielertrainer Heiko Blocher mächtig stolz auf seine Jungs. „Für mich war heute kein Klassenunterschied erkennbar“, sagte er. Tatsächlich war der Bezirksliga-Neuling 60 Minuten lang ein gleichwertiger Gegner – einer, der aufgrund einer kämpferischen Höchstleistung sich den Sieg verdiente. Gute Torchancen gab es auch für die Sportfreunde nicht. Beide Torhüter mussten über die gesamte Spielzeit nicht einen einzigen gefährlichen Ball halten. Und wenn es doch mal gefährlich wurde, dann verfehlten die Distanzschüsse ihr Ziel meist um Längen. Tore: Fehlanzeige.

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