Lokalsport

Vater-Sohn-Duell endet mit krummer Nase

Bei der Punkteteilung am Freitagabend in der Köngener Fuchsgrube stand ein Rueff auf jeder Seite

Es läuft nicht mehr rund in der Rückrunde. Der TSV Weilheim tritt auf der Stelle. In Zahlen liest sich das so: sieben Punkte aus den letzten sechs Spielen, fünf geschossene Tore, vier Unentschieden, drei verwandelte Elfmeter, zwei Tore aus dem Spiel heraus, ein Sieg. Das reicht nicht mehr, um noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen.

Kirchheim. Die Zahlenarithmetik verrät, wo das Problem liegt: im Abschluss. Beim 1:1 in der Köngener Fuchsgrube spielte sich der TSV mehrere hochkarätige Chancen heraus, konnte sie aber nicht verwerten. Pech kam auch noch dazu. So sah Schiri Marcel Lalka aus Böblingen beim Treffer von Christoph Bauer ein Handspiel. Ein Irrtum, denn der Verteidiger hatte sich den Ball mit dem Oberschenkel vorgelegt. Kurz darauf traf Lennart Zaglauer mit einem Freistoß die Unterkante der Latte. Ferdi Er staubte ab, stand dabei aber im Abseits.

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Als „extrem bitter“ befand Co-Trainer Chris Eisenhardt diese beiden Knackpunkte im Weilheimer Spiel. Danach drehte sich die Partie zugunsten der Platzherren. Da musste Bastian Treiber reaktionsschnell gegen den freistehenden Miguel Horeth retten, und Yücel Uluköyli stand beim Schuss von Nico Waxmann goldrichtig auf der Linie. „Unmittelbar nach dem Spiel überwog die Enttäuschung“, sagte Köngens Trainer Ralf Rueff. „Aber nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, ging das Ergebnis in Ordnung.“

Das spannende Derby stand im Zeichen eines Vater-Sohn-Duells – Trainer Ralf Rueff auf der einen, Abwehrspieler Robin Rueff auf der anderen Seite. Als der Junior gegen Miguel Horeth einen Strafstoß verursachte, den Philipp Zeller zum 1:1 verwandelte, spöttelte ein Zuschauer: „Der Sohn will Papa helfen.“ Sollte ein Scherz sein. Denn umgekehrt wird ein Schuh draus: Robin gab alles für Weilheim, holte sich beim Zusammenprall eine schmerzhafte, krumme Nase. Es besteht Verdacht auf Nasenbeinbruch. Eine genaue Dia-gnose konnte wegen starker Schwellung noch nicht gestellt werden. Der Abwehrspieler musste zur Halbzeit ausgewechselt werden und fällt für den Rest der Saison aus. Rueff senior: „Es war schon ein komisches Gefühl mit dem Sohn auf der Gegenseite. Aber wir beide haben das ausgeblendet. Wir wollten einfach gewinnen.“

Die zwei verlorenen Zähler tun dem Fahrstuhlklub Köngen, der wieder einmal mitten im Abstiegsstrudel steckt, weh. Denn alle Leidensgenossen vor Platz 13 sammelten fleißig Punkte, verabschiedeten sich vorerst ins Mittelfeld. Den größten Sprung machte der SV Bonlanden. Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel unter Neutrainer Klaus Kämmerer befreite sich die Filder-Elf aus dem größten Schlamassel. Das 1:0 gegen den TV Echterdingen vor Rekordkulisse von 530 Zuschauern markierte Steffen Schmidt eine Minute vor der Pause. Die Truppe von Alexander Kalic schwächte sich selbst: Rote Karte für Dennis García-Franco in der 73. Minute wegen groben Foulspiels.

Ein Platzverweis war auch ausschlaggebend für die 1:2-Heimniederlage des SC Geislingen gegen Hofherrnweiler. Das Siegtor durch Christoph Merz fiel nach Gelb-Rot für Thomas Grupp. Damit muss die Mannschaft aus dem Eybacher Tal ihre Aufstiegsambitionen endgültig begraben. Doppelt bitter: Stürmer Tomislav Ivezic wechselt zu Saisonende zum SV Göppingen, einem möglichen Oberliga-Aufsteiger.

Meisterschaft und Relegationsplatz werden wohl nur noch zwischen dem SV Ebersbach und Calcio Leinfelden-Echterdingen entschieden, die gegen die Aufsteiger SC Stammheim und TSV Blaustein ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Noch eine Außenseiterchance hat der TSV Bad Boll nach dem 3:1 gegen Nürtingen bei sieben beziehungsweise zehn Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Dabei war sich 09-Sportchef Janusz Szuta am Freitagabend als Kiebitz in Köngen absolut sicher: „Wir gewinnen. Die liegen uns.“