Lokalsport

VfL-Plan: Erst Sieg, dann Wurstküche

Basketball-Oberligist peilt einen Erfolg in Tübingen an, wo auch das Weihnachtsessen stattfindet

Einen großen Brocken bekommen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer heute Nachmittag zum Abschluss der Vorrunde vorgesetzt: Der SV 03 Tübingen II hat zuletzt viermal in Folge gewonnen.

Bloß nicht abheben: DeVontee Lawson und die VfL-Korbjäger müssen erst in Tübingen bestehen. Foto: Genio Silviani
Bloß nicht abheben: DeVontee Lawson und die VfL-Korbjäger müssen erst in Tübingen bestehen. Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Herbstmeister ist der VfL schon, doch jetzt sollte kurz vor Weihnachten möglichst niemand ins Festmenü spucken. Genau das haben allerdings die jungen Wilden der Tübinger Regionalliga-Reserve vor, die am Samstag um 17 Uhr den Spitzenreiter in der Uhlandhalle empfangen. Und die Gefahr ist für die Truppe von Coach Bekim Kukiqi gar nicht einmal so gering: „Wenn man die spielen lässt, werden sie brandgefährlich“, weiß er.

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Zuletzt haben die Gegner sie offensichtlich zu viel spielen lassen: Vier Siege nacheinander hat das Youngsters-Team, das sich vor allem aus NBBL-Spielern zusammensetzt, in den vergangenen Wochen eingefahren. Nach zwei Erfolgen zum Start gegen die Kellerkinder Remseck (70:47) und Illertal (77:69) setzte es gegen die Spitzenteams Reutlingen (69:96), Konstanz (40:72) und Böblingen (85:87) drei Niederlagen, doch dann wurden hintereinander Rottenburg (78:74), Titel-Mitfavorit Söflingen (76:72), Eriskirch (90:75) und vor einer Woche Tamm/Bietigheim (94:87) bezwungen.

Entscheidend ist dabei immer, wer von den Supertalenten gerade nicht anderweitig in der Nachwuchs-Bundesliga oder der Regionalliga gebraucht wird. Jeferson Hiller (12,7 Punkte im Schnitt) und Felix Sieghörtner (17,5) haben zum Beispiel erst drei beziehungsweise zwei Spiele mitmachen können, der Ex-Kirchheimer Yannick Abele (6,2) war fünfmal dabei. Topscorer ist einer, der schon unter Pasko Tomic in der VfL-U 14 Oberliga gespielt und im Team von Uli Tangl im Juni 2013 beim bisher einzigen Kirchheimer Anlauf auf die JBBL mitgewirkt hat: Marko Bjelosevic fehlte erst ein einziges Mal und kommt auf 13 Punkte pro Spiel.

Und der VfL? Der hat alle Mann an Bord und will alles geben, dass das anschließende Weihnachtsessen zur Feier der Herbstmeisterschaft in der Tübinger Wurstküche nicht verdorben wird. Kukiqi: „Alle sind heiß, den Tübingern zu zeigen, wer das Topteam der Liga ist.“

Im Training unter der Woche bereitete Kukiqi, vor dem VfL-Engagement pikanterweise in Tübinger Diensten, seine Truppe explizit auf das zuweilen wilde Spiel des Tabellensechsten (6:3 Siege, punktgleich mit Söflingen, Konstanz und Böblingen) vor, Überraschungen soll und wird es keine geben. Gelingt der erwartete Sieg, wäre einer der Verfolger deutlich abgehängt, ein weiterer wird beim Duell Böblingen gegen Konstanz Federn lassen und aus diesem Kreis ausscheiden.

Es ist also angerichtet. Danach folgen die Winterferienpause und anschließend die Partien gegen die Kellerkinder Remseck und Illertal, bevor es am 30. Januar wirklich ernst wird mit dem Spiel beim Zweiten TSG Reutlingen. Bis dahin heißt es dennoch volle Konzentration, auch wenn schon klar ist, was Center Jorey Scott so ausdrückt: „Es ist ein bisschen schade, dass wir nicht in einer besseren Liga spielen.“ Aber das kann man ja ändern.ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A. Sengül, E. Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke