Lokalsport

VfL-Turner bestehen Nagelprobe gegen Bühl

Turnen Dank einer deutlichen Leistungssteigerung holen Kirchheims Drittliga-Männer einen überzeugenden Heimsieg und klettern auf den zweiten Tabellenplatz. Von Heiko Paul

Dass der TV Bühl die erste Herausforderung der noch jungen Saison in der dritten Bundesliga werden würde, hatte VfL-Coach Matthias Pohl schon zu Beginn der Ligarunde betont. Hatte man dann noch die Bühler Ergebnisse der ersten Wettkämpfe betrachtet, schien sich das zu bewahrheiten: Die Bühler hatten bei ihren Siegen gegen den USC München und TV Wangen-Eisenharz nahezu dieselben Punktzahlen erreicht, wie der VfL Kirchheim. Weil aber der Start des VfL-Teams vor zwei Wochen ungewohnt holprig vonstatten gegangen war, gab es die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung.

Die VfL-Turner legten in der heimischen Raunersporthalle mit Volldampf los: Das Quartett Manuel Halbisch, Julian Hausch, Simon Paul und Marcus Bay übertrumpften allesamt ihre Gegner in den Mann-gegen-Mann-Duellen und gingen mit 10:0 Score-Punkten in Führung.

Ebenso erfreulich startete der Durchgang am Pauschenpferd: Manuel Hofmann wurde immer sicherer und holte den ersten Fünfer für das Kirchheimer Team. Gegen den starken Auftritt von Julian Hausch setzte der TV Bühl den norwegischen Starturner Odin Martin Kalvo, der Hauschs Leistung noch toppte. Als Manuel Halbisch nach einem Absitzer noch mal vier Punkte abgab, schien es, als sollte der VfL diese Gerätewertung verlieren. Aber trotz vollem Risiko richtete es Markus Bay ganz souverän. Fünf Punkte für ihn bedeuteten den Gerätesieg für den VfL und eine 20:8-Führung in der Gesamtwertung.

An den Ringen dann wieder von Anfang an eine klare Kirchheimer Dominanz: Henning Weises Übung erreichte zwar nicht die Schwierigkeit der seines Gegners, aufgrund besserer Ausführung gab es ein Unentschieden. Waldemar Guilliard fuhr den ersten Punkt für Kirchheim ein, Julian Hausch behielt diesmal gegen Odin Martin Kalvo die Oberhand, holte zwei Score-Punkte. Marcus Bay in Topform, der Gegner nicht ganz so stark: Wieder fünf Score-Punkte für Kirchheim. Mit 8:0 ging auch dieses Gerät an die VfL-Turner, die sich zur Halbzeit mit 28:8 Punkten einen beruhigenden Vorsprung erarbeitet hatten.

Am Sprung ging die Kirchheimer Dominanz weiter: Simon Paul, Moritz Pohl, Marcus Bay und Manuel Halbisch hatten durch schwierigere Sprünge, immerhin dreimal einen gestreckten Kasamatsu, höhere Ausgangswerte. Das schlug sich in 7:3 Punkten nieder. Mit 11:0 Punkten dominierten Pohl, Paul, Hausch und Bay auch am Barren. Die höchste Tageswertung überhaupt erturnte dabei Julian Hausch mit einer Barrenübung wie aus dem Bilderbuch: Und er stellte zum Abschluss seinen Doppelsalto vorwärts sogar noch sicher in den Stand. Mit 46:11 Score-Punkten lag das VfL-Team vor dem abschließenden Reckturnen in Front.

Im Gefühl des sicheren Sieges gingen die Kirchheimer dieses möglicherweise etwas zu locker an. Zwei Turner saßen bei ihren durchaus spektakulären Abgängen auf dem Hosenboden, zweimal fehlten wichtige Anforderungen, was sich im Ausgangswert einer Übung niederschlägt. Mit 0:11 Punkten ging das letzte Gerät an die Bühler Gäste, was letztendlich am deutlichen Sieg der Heimtruppe mit 46:22 ­Score-Punkten nichts mehr änderte.

Mit zwei Siegen und damit 4:0 Punkten liegen die VfL-Turner in der dritten Bundesliga derzeit auf dem zweiten Rang der Tabelle hinter dem offensichtlich übermächtigen TV Schiltach.

Am Samstag müssen die Kirchheimer nach Wangen im Allgäu. Die Turngemeinschaft Wangen-Eisenharz dürfte in der aktuellen Verfassung kein ernsthafter Gegner für den VfL darstellen. Der zweite Rang, der für die Teilnahme am Aufstiegswettkampf Ende November in Singen ausreicht, wird beim Tabellenletzten im Allgäu also kaum in Gefahr kommen.

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