Lokalsport

Warmschießen fürs große Derby

Fußball-Landesliga: Weilheim daheim gegen Schnaitheim – VfL mit frischem Mut

Nach drei Auftaktniederlagen hat sich der TSV Weilheim in der Landesliga-Tabelle auf leisen Sohlen nach vorne gepirscht. Am Sonntag setzen die Limburgstädter zum Gipfelsturm an. Mit einem Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten TSG Schnaitheim kann sich die Mannschaft von Alexander Hübbe endgültig in die Phalanx der heißesten Titelanwärter ­einreihen.

Den Ball am Fuß, die Tabellenspitze vor Augen: Weilheims Michael Schweizer. Die Weilheimer haben in der Landesliga derzeit sehr
Den Ball am Fuß, die Tabellenspitze vor Augen: Weilheims Michael Schweizer. Die Weilheimer haben in der Landesliga derzeit sehr gute Karten.Foto: Deniz Calagan

Weilheim/Kirchheim. Fünfter gegen Vorletzter – bei einer solchen Konstellation besteht oft die Gefahr, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, ihn zu unterschätzen. Das, bitteschön, sollte der TSV nicht tun. Ein Ausrutscher gegen einen „Kleinen“ wie Schnaitheim hätte sicher negative Auswirkungen auf das mit Spannung erwartete „Frühstücks-Derby“ am folgenden Sonntag beim VfL Kirchheim (11 Uhr).

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Schließlich hat Weilheim auch zwei Super-Serien zu verteidigen. Ein Erfolg gegen die Truppe aus dem Heidenheimer Vorort wäre das zehnte Spiel ohne Niederlage. Imponierend ist vor allem die Heimbilanz. In den letzten fünf Partien im Lindachstadion erlebte der TSV-Torwart das, was man im Eishockey einen „shoot out“ nennt: fünf Mal ohne Gegentor. Ähnliche Erfolgsstorys gab es zuletzt vor fünf Jahren, als Weilheim noch in der Kreisliga A herumkrebste.

Für die richtige Einstellung gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner sorgen schon die Verantwortlichen. Spielleiter Günther Friess versichert: „Allen ist bewusst, dass wir mit halber Kraft nicht gewinnen können.“ Und für Trainer Alexander Hübbe ist jedes Spiel sowieso „eine He­rausforderung, egal wie der Gegner heißt.“ Sein ganzer Ehrgeiz besteht darin, immer eine optimale Leistung zu bieten. Diese Denkweise überträgt er auf die Mannschaft. Schon deshalb sollte am Sonntag nichts schiefgehen, obwohl die Underdogs aus dem Brenztal zuletzt gegen Waldstetten mit einer starken kämpferischen Leistung überraschten und sich mit einem verdienten 2:0, dem zweiten Sieg im zwölften Spiel, belohnten.

Ebenfalls keinen Grund, irgendjemand zu unterschätzen, hat der VfL Kirchheim, auch wenn er nach den jüngsten Erfolgserlebnissen in Geislingen (3:1) und gegen Echterdingen (5:2) mit breiter Brust nach Waldstetten fährt. „Es ist eine Mannschaft auf Augenhöhe“, sagt Trainer Erol Sarikoc, der den Aufsteiger kürzlich vor Ort gegen Essingen unter die Lupe nahm.

Sein Team sei in den letzten Wochen spielerisch und mental besser zusammengewachsen. Deshalb ist er zuversichtlich, von der Ostalb „etwas mitzunehmen“, was im Hinblick auf das große Teck-Derby besonders wichtig wäre.

Beim jüngsten Zirkeltraining ließ Sarikoc die Ergebnisse einer Leistungsdiagnose von Andreas Schmid, dem sich die Spieler unterzogen hatten (der Teckbote berichtete), erstmals mit einfließen. Bei den Schnelligkeits- und Dribblingstest hatten ihn mit Daniel Cisternino und Michael Bezler zwei Youngsters positiv überrascht.

Mit zwei anderen jungen Spielern gab es Verdruss. Timo Jungblut hat sich beim VfL abgemeldet, Fabian Gollert schloss sich an. „Es ging um Kleinigkeiten im Spiel“, sagt der Trainer, der für das Verhalten der beiden kein Verständnis hat: „Ich habe ihnen den Weg gezeigt, aber sie wollten ihn nicht mitgehen.“ Etwas deutlicher wurde Norbert Krumm: „Sie lassen sich nichts sagen und ordnen sich nicht unter.“ Ohne sie sei das Team jetzt noch enger zusammengerückt, meint der Sportliche Leiter. Die entstandenen Lücken werden die Spieler schließen, die zuletzt schon mehrfach angeklopft haben: Max Köber, David Hilger, Bogdan Szabics oder Julian Wagner.