Lokalsport

Zittern um den Playoff-Bonus

Kirchheimer Zweitliga-Basketballer unterliegen beim Pro A-Primus Mitteldeutscher BC 82:92

Basketball 2. Bundesliga Mitteldeutscher BC : Kirchheim Knigths
Basketball 2. Bundesliga Mitteldeutscher BC : Kirchheim Knigths

Viel Applaus gab‘s, doch keine Punkte: Mit 82:92 nach Verlängerung (76:76, 44:40) mussten sich die Kirchheim Knights im Pro A-Spitzenspiel beim Mitteldeutschen BC geschlagen geben. Während die Basketballer aus Sachsen-Anhalt sich für die Playoffrunde den Bonus mit bis zu drei Heimpartien sicherten, müssen die Teckstädter um einen Platz unter den ersten vier jetzt wieder bangen.

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Weißenfels. Laut Headcoach Frenkie Ignjatovic war es die „kämpferisch beste Saisonleistung meiner Mannschaft“, dennoch reichte es für die Kirchheim Knights vor den 2250 Zuschauern nicht zum Überraschungssieg. Stattdessen kassierten sie die vierte Niederlage in Serie.

Von der ersten Sekunde an hoch konzentriert, so starteten die Knights: Ballgewinne, Offensivrebounds und viele Freiwürfe waren die Folge daraus. Cedric Brooks erwischte mit drei Dreiern einen echten Sahnestart und brachte sein Team nach vier Minuten mit 14:8 in Front. MBC-Kapitän Sascha Leutloff hatte jedoch die passende Antwort und sorgte für den Ausgleich. Anschließend ging die in den Anfangsminuten wirklich exzellente Trefferquote auf beiden Seiten etwas herunter, sodass es schlussendlich beim Stand von 21:21 aus dem ersten Spielabschnitt ging.

Im zweiten Viertel übernahmen erneut die Knights das Kommando. Mit einer sehr variablen Spielanlage, besonders in der Verteidigung, fanden sie immer wieder das richtige Mittel, den MBC entscheidend zu stoppen. Nach vier Minuten besorgte ein Dreier von Sebastian Adeberg die 31:25-Führung, ehe die Hausherren den Spielverlauf im zweiten Viertel durch zwei schnelle Dreier, sowie Punkte durch den Ex-Kirchheimer Phillipp Heyden, etwas auf den Kopf stellten. Mit einem 44:40-Vorsprung gingen sie in die Halbzeitpause.

Den Start in den zweiten Durchgang verschliefen die Knights. Zwei Ballverluste durch Brandon Griffin führten zu fünf Punkten von Hördur Vilhjalmsson, und der MBC war zum ersten Mal in dieser Partie etwas davongezogen (49:40). Dann aber fingen sich die Knights wieder – drei Minuten vor dem Viertelende stand es 52:53. Sebastian Adeberg spielte bärenstark in dieser Phase – mit einem 57:57-Gleichstand ging es in die letzten zehn Minuten.

Hier waren es nun die „Wölfe“, die besser aus den Startlöchern kamen. Angeführt von Topscorer Arizona Reid, der innerhalb von zwei Minuten acht Punkte erzielte, setzten sich die Gastgeber bis Mitte des Viertels auf 74:65 ab, doch auch dieses Mal ließ Kirchheim nicht locker und kämpfte sich mit großem Einsatz wieder zurück. 36 Sekunden vor Schluss komplettierte Adeberg einen 11:2-Zwischenspurt der Knights zum 76:76-Ausgleich. Nachdem der MBC seine Chance auf die Führung danach verpasste, blieb den Gästen jetzt noch ein letzter Angriff zum Siegtreffer. Da die Partie nicht unterbrochen war, hatte Trainer Ignjatovic allerdings keine Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen – das Spiel lag ganz in den Händen von Aufbauspieler Cedric Brooks. Der US-Amerikaner kam auch zu einem Schuss, letztlich blieb der Versuch aber erfolglos, weil auch der Tip-In kein zählbares Ergebnis brachte. So ging es nach 40 intensiven Minuten in die Verlängerung.

Hier machten sich nun die kürzeren Rotationszeiten der Gäste, die ohne Point Guard Ahmad Smith (Gehirnerschütterung) auskommen mus­sten und bei denen auch Dominik Schneider mit einer Handverletzung angeschlagen ins Spiel gegangen war, bemerkbar: In der Extrazeit ging den Knights die Puste aus. So dauerte es über drei Minuten, bis Besnik Bekteshi die ersten Kirch­heimer Punkte erzielen konnte, nachdem der MBC bereits früh seinen Rhythmus gefunden hatte und durch Reid, Leutloff und Vilhjalmsson die Führung erzielt hatte. Am Ende mussten sich die Ritter recht deutlich mit 82:92 geschlagen geben – nach einer tollen kämpferischen Leistung.

„Es ist schmerzhaft, wenn du so viel investiert hast, dafür am Ende jedoch nicht belohnt wirst. Trotzdem war das ein großer Schritt in die richtige Richtung“, befand Ignjatovic schließlich. Sein Kollege Silvano Poropat bilanzierte die Partie so: „Ich wusste, dass Kirchheim sehr kämpferisch auftreten wird, und das haben sie von der ersten bis zur letzten Minute gezeigt. Doch schließlich haben unsere Kämpfernaturen das Spiel letztlich entschieden.“