Kirchheim

1,5 Millionen Euro - wenig Lärm um viel Geld

Tiefbau Kirchheimer Verwaltung könnte dringende Arbeiten bald eigenständig ausschreiben.

Kirchheim. Es ging dann doch erstaunlich schnell: Keine drei Minuten hat der Technik- und Umweltausschuss des Kirchheimer Gemeinderats gebraucht, um drei Tagesordnungspunkte abzuhandeln und dabei Tiefbauarbeiten für rund 1,5 Millionen Euro zur Ausschreibung freizugeben.

Wie kommt es zu dieser Eile? Keine Angst, die Ausschussmitglieder haben hier weder etwas Verdächtiges noch etwas Schlimmes getan. Es ging auch nicht darum, irgendetwas zu vertuschen und zu verhindern oder durch schnelle und schludrige Beschlüsse möglicherweise der Schlamperei Tür und Tor zu öffnen.

Vielmehr ging es um Themen, bei denen es schlichtweg keinerlei Handlungsspielraum gibt: Im Kirchheimer Schafhofweg und im Ötlinger Ginsterweg sind Wasserleitungen auszuwechseln. Geschätzter Kostenpunkt: 251 000 Euro sowie 269 000 Euro. In beiden Fällen tragen die Stadtwerke die Kosten. Im dritten Fall geht es um Kanalsanierungen in Jesingen und Nabern, zu denen die Stadt Kirchheim durch die Eigenkontrollverordnung verpflichtet ist. Für diese Kanalarbeiten sind die Gesamtkosten auf 934 000 Euro veranschlagt.

Sicherlich liegt es nicht im Interesse des Ausschusses, Ausschreibungen in solchen Höhen möglichst schnell durchzuwinken. Aber noch vor dem Einstieg in die Tagesordnung brachte es der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Thilo Rose auf den Punkt: „Wir haben bei diesen Themen kaum eine Möglichkeit zum politischen Steuern. Die Anträge der Verwaltung werden wohl genau so durchgehen, wie sie gestellt wurden.“

Hellseherische Fähigkeiten brauchte er dafür nicht, auch wenn alles so eintraf wie vorausgesagt: Ohne Debatte gingen die Anträge einstimmig durch. Vielleicht wird das auch für den Antrag gelten, den er grundsätzlich in Aussicht gestellt haben wollte: „Die Verwaltung könnte so etwas künftig eigenständig machen, das würde zur Sitzungsökonomie beitragen.“

Die einzige wirkliche Frage zu den Wasserleitungs- und Kanalarbeiten beantwortete Bürgermeister Günter Riemer übrigens auch noch, ganz nebenbei: „Im Ginsterweg hat das nichts mit dem anderen Bauvorhaben der Stadt zu tun.“Andreas Volz

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