Weilheim und Umgebung

Durch den Urwald Hepsisaus

Ausflugstipp Bewegung im Sommer muss nicht immer anstrengend sein. Bei einer Wanderung durchs Zipfelbachtal haben alle ihren Spaß. Von Sabrina Kreuzer

Die beiden Neffen sind nicht erschöpft, auch wenn sie immer wieder vorlaufen, um zu sehen, was kommt. Foto: Sabrina Kreuzer

Es ist ein sonniger Sonntagvormittag, an dem wir uns auf den Weg in Richtung Hepsisau machen. Mit dem Auto fahren wir durch den Ort, bis uns an der letzten Linkskurve ein Schild auf den Wanderparkplatz aufmerksam macht. Wir biegen ab. Der Parkplatz ist gut gefüllt. „Oh nein“, denke ich mir, „hoffentlich ist nicht zu viel los.“ Doch wir haben Glück. Kaum steigen wir aus dem Wagen und machen uns auf den Weg in Richtung Zipfelbachtal, merken wir, dass es keine Massenwanderung werden wird: Hier ist genug Platz für alle.

Anzeige

Das Zipfelbachtal liegt in einer Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Umschlossen von einem naturbelassenen Wald, schlängelt sich der wilde Zipfelbach durch die Natur. Zwischen Felsen, über herabgefallene Äste und Stämme - das Wasser plätschert in kleinen Wasserfällen durch den Dobel. Der Rundgang mit der Nummer 68 ist 5,4 Kilometer lang. Vom Wanderparkplatz einmal quer durch den Wald und wieder zurück, am Zipfelbach entlang, bergauf und bergab. Der schmale Pfad ist nach Regen rutschig. Gutes Schuhwerk und besonders viel Vorsicht mit kleineren Kindern sind daher unerlässlich.

„Der schönste Bach, den‘s gibt“

Wir gehen einen Schotterweg entlang. Dieser führt uns in den Wald, und von hier an sind alle begeistert von diesem Stück Natur. Ich habe meine beiden Neffen dabei. Sie sind acht und elf Jahre alt und lieben es, draußen Zeit zu verbringen. Von zu Hause sind die es gewohnt, am Bach zu spielen. Trotzdem sind sie beide hin und weg. „Das ist der schönste Bach, den es gibt“, meint der Ältere. Ihm gefallen besonders die kleinen Wasserfälle und Felsformationen. Immer wieder macht er mich darauf aufmerksam, wie sich das Wasser durch Steine frisst und sich seinen Weg über alte Baumstämme schafft.

Auch der Jüngere weiß gar nicht, wohin er zuerst schauen soll. Er geht stets voraus, um den Weg und die Brücken zu begutachten. „Seid vorsichtig“, warnt er uns, wenn er ein scheinbar morsches Brett auf einer der kleinen Holzbrücken entdeckt. Zum Glück sind die Brücken auf dem Weg stabil und führen uns sicher über den Zipfelbach.

Wassertierchen in Sicht

An einer der vielen Bänke machen wir halt. Die Jungs wollen ins Wasser. Mit Gummiclogs stiefeln sie sicher durch den Bach. Sie halten Ausschau nach Wassertierchen, sammeln kleine Steinchen und Stöcke, die sie den nächsten Wasserfall hinunterwerfen können. Weil es die letzten Tage viel geregnet hat, ist das Wasser kalt. Aber das macht den Jungs nichts aus: Über das Rauschen des Bachs hinweg höre ich sie vergnügt lachen und rufen.

Auf unserer Wanderung kommen uns einige Leute entgegen: Paare mit Hunden, Rentner oder Familien mit Kindern. Jeder von ihnen scheint diesen Ausflug zu genießen - die frische Luft, das Rauschen des Wassers und das angenehme Klima. Obwohl wir lange unterwegs sind, sind meine Neffen immer noch topfit. Dabei sind sie viel weiter gelaufen als ich: Immer wieder gehen sie voraus, halten Ausschau und kommen zurück, um zu berichten.

Abkürzung zum Randecker Maar

Wer nicht den kompletten Rundgang erkunden oder eine Pause machen möchte, kann am südlichen Ende den Wald verlassen und an seinem Rand durch das Randecker Maar in Richtung Bissingen gehen. In der Ziegelhütte gibt es eine Stärkung für alle, bevor es zurück in Richtung Heimat geht.

Als wir den Ausgang des Waldes erreichen und in Richtung Wanderparkplatz gehen, merken wir das erste Mal, wie heiß es an diesem Tag überhaupt ist. Das kalte Wasser des Zipfelbachs hat uns alle frisch gehalten. Im Auto kommen meine Neffen ein wenig zur Ruhe und lassen den Ausflug Revue passieren. „Das war der tollste Ausflug überhaupt“, freut sich der Jüngere. Und der Ältere ist nicht minder begeistert: „Auf eine Skala von eins bis zehn bekommt der Zipfelbach von mir definitiv eine Zehn.“ Ich muss ihnen versprechen, dass wir bald wieder hierher kommen - an den schönen Zipfelbach.

Foto: Sabrina Kreuzer
Foto: Sabrina Kreuzer