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Die Chance ergreifen

Zum geplanten Industriegebiet Hungerberg“

Die Frage ist nicht, ob ein Stück Natur verschwindet, sondern wo. Bei uns, in Brandenburg, in Osteuropa oder in China? Allerdings gilt zu bedenken, dass die Wertschöpfung dann auch dort stattfindet. Langfristig wird die Forschung und Entwicklung immer der Fertigung folgen. Wir haben die Verkehrs- und Energiewende begonnen, nun sollten wir auch dafür sorgen, dass diese bei uns umgesetzt und nicht aus Fernost importiert wird. So haben wir auch im Griff, dass die Produktion unter Einhaltung höchster Umweltstandards stattfindet.

Unsere hohen Lohn- und Energiekosten lassen sich aber nur durch wertstromoptimierte Produktionsprozesse kompensieren, hierfür sind zusammenhängende Fertigungsstätten mit guter Verkehrsinfrastruktur erforderlich. Dies ist, direkt an der Autobahn, in Flughafennähe und mit den, in Zukunft nahegelegen Schnellbahnhöfen der Fall. Dies sorgt auch dafür, dass Waren und Personen das Gewerbegebiet umweltverträglich erreichen und sich nicht durch Ortschaften oder den Stuttgarter Talkessel quälen.

Zudem zähle ich Äcker entlang der Autobahn zu den ökologisch weniger wertvollen Flächen, die bei einer Bebauung entlegeneren Äckern und Wiesen vorzuziehen sind. Den Argumenten bezüglich Frischluftschneisen und Niederschlagentwässerung könnte durch niedergeschossige Bauweise und zu berücksichtigende Versickerungsflächen begegnet werden. Hier ist Dialogbereitschaft gefragt, bezüglich der Fläche wurde ja bereits ein Entgegenkommen signalisiert. Bei manch einer alles ablehnenden Haltung stellt sich die Frage, ob es tatsächlich um den Naturschutz geht, oder ob es sich um eine Fundamementalopposition zu unserem Wirtschaftssystem handelt.

Hier bietet sich eine Chance, die wir ergreifen müssen, wir müssen unseren Kindern nicht nur eine intakte Natur, sondern auch eine intakte Wirtschaft hinterlassen, insbesondere vor dem Hintergrund der Demografie, sonst wird es mit den Renten eng . . .

Uwe Gonser, Dettingen

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