Kirchheim

Der Streit ums Sitzenbleiben

Absteigender Ast: Das klassische Sitzenbleiben gibt es in immer weniger Schulen in Deutschland. Als erstes Bundesland hat Hamburg das Wiederholen 2011 komplett abgeschafft. Andere Bundesländer haben die Regelung auf einige Schulformen und Klassenstufen begrenzt. Im Ländle: In Baden-Württemberg ist die Gemeinschaftsschule seit 2012 die erste Schulform, an der es kein Sitzenbleiben mehr gibt. Davon gab es zu Beginn des Schuljahres 271 Stück im Land. An allen anderen Schulformen ist es noch gängig, wird jedoch schon seit Jahren diskutiert. Kritik: Sitzenbleiben sei nutzlos und teuer, sagen Kritiker. Eine Studie von 2009 zeigt, dass in Deutschland rund 900 Millionen Euro jährlich für Klassenwiederholungen ausgegeben werden. Außerdem habe es keinen nachhaltigen Effekt: Im folgenden Schuljahr würden die Leistungen meist wieder sinken. Aufbauen: Befürworter sagen, dass die Wiederholung Schüler anspornen würde, sich anzustrengen. Außerdem müssten Schüler den Stoff verstanden haben, um darauf aufzubauen. Sie sind in der Mehrheit: 2013 waren 73 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage gegen die Abschaffung. mona

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