Lokale Kultur

Großereignis für Jung und Alt

Volles Haus beim Adventskonzert der Musikschule Kirchheim in der Martinskirche zugunsten der Teckboten-Weihnachtsaktion

für Teckboten-Weihnachtsaktion, Konzert Musikschule in der Martinskirche
für Teckboten-Weihnachtsaktion, Konzert Musikschule in der Martinskirche

Kirchheim. Zum tugendhaften Brauch der Musikschule Kirchheim gehört es seit Jahren, dass sie sich mit einem Adventskonzert in der Martinskirche an der Teckboten-Weihnachtsaktion beteiligt. Dieses Jahr musizierten über 200 Schülerinnen und Schüler in 14 Ensembles für die gute Sache und brachten eine so große Zuhörerschaft mit, dass die durchaus reichlich vorhandenen Sitzplätze der Stadtkirche nicht ausreichten und Stehplätze bezogen werden mussten.

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Selten können sich die Ensembles der Musikschule so kompakt präsentieren wie zu diesem Anlass – und dabei spielten und sangen am Samstagmorgen noch längst nicht alle musizierenden Gruppen der Bildungseinrichtung auf. Märchenhafter Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz, die adventlich geschmückte Martinskirche und feierliche Weisen von Bach bis Gershwin ließen das eineinhalbstündige Konzert zu einem abwechslungsreichen Großereignis für Jung und Alt werden. Den strahlenden Auftakt schlug die Bläsergruppe Teckbrass mit dem barocken „Trumpet Voluntary“ unter Leitung von Johannes Stortz, gefolgt von der Gruppe Saxability unter der Leitung von Tanja Heinkel, die fein ziseliert und perfekt aufeinander abgestimmt das moderne Arrangement „Drastiv Measures“ von der Empore ertönen ließ.

Musikschulleiter Urs Läpple zeigte sich angesichts der vielen Besucher überwältigt und hoffte, dass dadurch die drei Projekte der diesjährigen Weihnachtsaktion – die Vesperkirche, Mütter in Ausbildung und die Ziegelhütte Ochsenwang – reichlich unterstützt würden. Die Los Picaros, das 13-köpfige Gitarrenensemble unter Anleitung von Kristin Minder, bezauberte im Anschluss durch rhythmische Genauigkeit und hohe Konzentration bei Titeln wie „Fröhliche Weihnacht“ oder dem „Menuett“ von Rathgeber.

Die ganze Bandbreite der Aufbauarbeit für die jungen Streicher, angefangen vom Liedorchester über die Streichhölzer bis hin zum Jungen Kammerorchester, zeigte eindrücklich Takashi Otsuka und seine Schülerschaft. Mit passgenauer Intonation zweier Weihnachtslieder überzeugten die Sechsjährigen, abgelöst von den Sieben- bis Zehnjährigen, die Spielfreude und Dynamik in einem Menuett von Händel auftönen ließen. Das Junge Kammerorchester, bestehend aus den Zehn- bis Vierzehnjährigen, trug mit charakteris­tisch-warmem Orchesterklang den „Auszug der Königin von Saba“ von Händel vor.

Dass auch Männer singen können, bewiesen die 45 Sänger der Männersache unter Leitung von Bertram Schattel. Die Projektarbeit der Musikschule mit dem Ludwig-Uhland-Gymnasium, unterstützt vom Jugendchor der Musikschule und am Keyboard begleitet von Vanessa Malter, zeigte Früchte und riss das Publikum bei „Little Jesus, sweetly sleep“ oder „There‘s a Star in the East“ mit.

Nicht minder betörend präsentierten sich die Saxofon-Ensembles Simply Sax und Saxess von Tanja Heinkel mit „The man I Love“ und „Oh Lady be good“ ebenso wie die Wind Kids mit „Londonderry Air“. Ganz in weihnachtlichem Rot traten die über 20 Sängerinnen der Curly Girls unter Leitung von Andrea Wahl auf. Der Titel „Engel singen Jubellieder“ war Programm für die engelsgleichen Stimmen, die aber mit „Yakanaka“ und „Your raise me up“ durchaus auch frech daherkamen und mit einem Violinsolo aus den eigenen Reihen ein Glanzlicht setzten.

Das Blockflötenorchester unter der Leitung von Nadja Alexandra Strand schlug von Anfang an das Pub­likum wegen seiner besonderen Qualität in den Bann. Virtuosität und Tonreinheit machten den Vortrag von „Coventry Carol“ mit einem perfekten Sopraninoflötensolo oder „Ave Maris Stella“ zu einem Highlight. Als besonders apart erwies sich, dass dieses Flötenensemble die Erwachsenen-Frauengesangsgruppe Vocalitas von Astrid Sawilla bei Liedern wie „Let‘s sing a song of Christmas“ begleiteten.

Zum guten Schluss trat das Symphonische Orchester unter Leitung von Johannes Stortz mit der „Toccata und Fuge“ in d-Moll von Bach auf und setzte fulminante und voluminöse Akzente. Unterstützt von Teckbrass, dem Symphonischen – und Blockflötenorchester durften die vielen Zuschauer zusammen „Ich steh an Deiner Krippen hier“ intonieren und danach den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt genießen.