Kirchheim

Kap Hoorn für Rettungskräfte?

Für das geplante Buskap in Ötlingen - gegenüber vom Rathaus in Fahrtrichtung Wendlingen - gibt es zwei Möglichkeiten, wie es sich entwickeln kann. Die Planer sehen es wohl als eine Art „Kap der Guten Hoffnung“, das den Verkehr sicherer machen soll, auf welche Weise auch immer. Die Gegner betrachten es dagegen eher als eine Art „Kap Hoorn“. Dieser Schiffsfriedhof an der Südspitze Südamerikas hat schon so manche gute Hoffnung zerschellen lassen. Die Route entlang der Drakestraße ist die berüchtigtste Passage der gesamten christlichen Seefahrt.

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Nun kommt im Ötlinger Fall noch ein weiterer Blickwinkel hinzu, auf den SPD-Stadtrat Andreas Kenner im Gemeinderat aufmerksam machte. Aus Tübingen sei ihm ein Fall bekannt, der sich wohl als „Buskap Hoorn“ bezeichnen lassen müsste: „Dort ist der Notarzt nicht mehr weitergekommen. Er musste hinter dem Bus warten und kam nicht vorbei, weil die Straße zu eng war.“ Seine Frage ist nachvollziehbar: „Ist es in Ötlingen gewährleistet, dass der Rettungswagen trotzdem vorbeikommt?“

Die Antwort war dieselbe, wie man sie in solchen Fällen aus der großen Politik kennt. Die Situation ist nicht vergleichbar, und bei uns kann es da keinerlei Probleme geben. Bürgermeister Günter Riemer stellte fest: „Solche Probleme sind in Städten unserer Größenordnung nicht bekannt. Bei Planungen dieser Art gibt es einschlägige Vorschriften, und außerdem werden alle möglichen Institutionen hinzugezogen. Wir haben das mit den Rettungsdiensten abgestimmt.“

Bleibt zu hoffen, dass sich auch in privaten Fällen das Ötlinger Buskap in guter Hoffnung gefahrlos umschiffen lässt. Immerhin führt der direkte Weg in die nächste Klinik mit Kreißsaal haarscharf an diesem Kap vorbei.